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sagen:sagenschwaben357a

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-====== Der heilige Kollmann ======+====== Die Wurmlinger Kapelle 1.Sage ======
  
-    Eine mündliche Überlieferung aus Böhmenkirchen+    Mündliche Überlieferungen aus Wurmlingen und Hirschau
  
-Der heilige Kollmann war eines Königs Sohn aus Schottland und wurde während einer Pilgerreise ins Gelobte Land von den Österreichern, die eben mit den Türken Krieg führten, aufgefangen und als verdächtig in Böhmen an einen dürren Baum aufgeknüpft. Alsbald aber fing der Baum wieder an zu grünen und auszuschlagen. In Böhmenkirchen hatte man einen Kinnbacken dieses Heiligen. Da geschah es, dass zwei Grafen mit ihren Pferden sich verirrten und endlich nach Böhmenkirchen auf der Alb kamen. Zum Dank stifteten sie hier in dem sogenannten Kollmannswald die Kollmannskapelle, und dieser Heilige wurde so zugleich Schutzpatron der Pferde. Ihm zu Ehren wurde am Pfingstmontag ein Pferdeumritt gehalten. Dabei war sein Bild aufgestellt, auch wurde Opfergeld bezahlt. Seit einigen Jahren hat man die Kapelle abgebrochen und das Bild nach Böhmenkirchen in die dortige Kirche gebracht­. Es wird zwar noch immer am Pfingstmontag eine Feier in dem Kollmannswald abgehalten; allein der Pferdeumritt unterbleibt seit vielen Jahren.+Der Graf Anselm von Kalw hatte verordnet, dass man ihn, sobald er gestorben sei, in seinem Sarg, von zwei »ungewohnten Ochsen«, die noch nie einen Wagen gezogen hatten, sollte fortfahren lassen und zwar ohne einen Führer. Wo die Ochsen dann haltmachten, da solle man eine Kapelle bauen, alljährlich den Stiftungstag durch eine heilige Messe und durch ein großes Festessen, das er selbst genau vorgeschrieben hatte, feiern. (Dieser Jahrestag sollte stets am Dienstag nach Allerseelentag begangen werden, wurde später aber immer am Dienstag nach der großen Kirchweih abgehalten.) Der Letzte Wille des Grafen wurde genau vollführt. Zwei frische Och­sen fuhren allein mit seiner Leiche von Kalw ab und hielten erst auf dem jetzigen Remigiusberg bei Wurmlingen an. Da wurde dann dem heiligen Remigius zu Ehren die Kapelle erbaut, die zwar im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden niedergebrannt, später aber wieder aufgebaut worden ist. 
 + 
 +Graf Anselm soll gesagt haben, sein Testament könne nur der umstoßen, der auf einem Pferd sitzend einen Kieselstein über die Turmspitze werfen könne.
  
 //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852//
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