sagen:sagenschwaben320b
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| + | ====== Der Name der roten Murg - 2. Das Gundesvolk ====== | ||
| + | Eine mündliche Überlieferung aus Baiersbronn und dem roten Murgtal | ||
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| + | Eines Sonntags kamen einmal von der Höhe herab in das rote Murgtal wilde Räuber, die man das Gundesvolk nannte, unter ihrem Anführer Schlotki. Da machte man Lärm im Tal und zog dem Feinde getrost entgegen, denn die meisten Talbewohner waren damals selbst noch Räuber, »konnten mehr als Brot essen« und fürchteten deshalb keine Kugel. Auf einer Anhöhe trafen sie den Feind und es kam zum Schießen. Aber keiner wollte fallen, denn auch das Gundesvolk hatte sich gegen Kugeln wohl verwahrt. Endlich trat ein Bürger vor, der eine ganz besondere Kugel hatte, und sagte, man solle ihn zuerst allein schießen lassen und dann möchten die Übrigen nachschießen. Das geschah. Die Kugel traf einen und dann waren auch die Schüsse der anderen wirksam, sodass man das ganze Räubervolk bis auf ihren Anführer Schlotki zusammenschoss, | ||
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| + | Andere sagen so: Ein Mann aus dem Murgtal sei mit einer silbernen Kugel in die Brust getroffen worden. Derselbe habe aber diese Kugel sogleich wieder herausgebracht, | ||
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| + | Noch andere behaupten: Diese Räuber seien Franzosen gewesen und hätten unter ihrem Führer Schlotki eines Sonntags, da alles in der Kirche gewesen war, einen Überfall gemacht, seien aber sämtlich niedergemetzelt worden, davon die Murg sich rot gefärbt habe. Auch an kaiserliche (österreichische) Soldaten denkt man, die einst in das Tal eingebrochen und darin verbluten mussten. | ||
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| + | Indes gibt es auch Leute, welche meinen, die rote Farbe der Murg rühre von dem Boden des Gebirges her. | ||
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sagen/sagenschwaben320b.1738846881.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch
