sagen:sagenschwaben267a
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| + | ====== Farnsamen 1.Sage ====== | ||
| + | Eine mündliche Überlieferung aus Wurmlingen | ||
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| + | Wer Farnsamen (das Volk spricht: Faarensamen oder Faarsamen) bekommen will, der muss sich an den Teufel wenden und hat schwere Proben zu bestehen. Er darf zunächst vier Wochen vor Weihnachten, | ||
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| + | Sodann muss er in der Christnacht zwischen 11 und 12 Uhr sich auf einen Kreuzweg stellen, über den schon Leichen zum Gottesacker geführt worden sind, und zwar über beide Wege schon. Hier begegnen ihm nun viele Leute, teils Bekannte und Verwandte, die bereits gestorben sind, Eltern, Großeltern usw., grüßen ihn und fragen: »Was machst du denn da?«, teils gehen noch lebende gute Freunde vorüber und versuchen ihn zum Reden zu bringen, teils hüpfen und tanzen kleine, teuflische Männlein da herum und wollen ihn zum Lachen verleiten. Wer alsdann aber nur ein einziges Wort spricht oder eine Miene zum Lachen verzieht, der wird auf der Stelle vom Teufel zerrissen. Wenn man aber diese Proben bestanden hat und sonder Furcht still und stumm stehen bleibt, so kommt zuletzt hinter all diesen Gespenstern her ein Mann in der Kleidung eines Jägers, und das ist der Teufel. Der reicht einem dann eine papierne »Gucke« (Tüte) voll Farnsamen, den man wohl verwahren und lebenslänglich bei sich tragen muss. Durch diesen Samen bekommt der Inhaber die Kraft, dass er in seinem Gewerbe täglich allein so viel arbeiten kann als sonst 20 – 30 Mann. Allein nur wenige Leute haben den Mut, die genannten Proben auszuhalten. | ||
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| + | So hatten sich noch vor einigen Jahren zwei Burschen aus Kiebingen vorbereitet, | ||
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| + | Ebenso gedachten vor vielen Jahren drei ledige Gesellen aus Wurmlingen sich den Farnsamen zu verschaffen und gingen, wohl vorbereitet, | ||
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| + | Dagegen soll ein Tagelöhner in Rotenburg a. N., der vom Holzhauen lebte, den Farnsamen einmal glücklich bekommen haben. Dieser Mann konnte seitdem täglich 500 Büschele Holz im Wald machen, wozu er obendrein noch das Holz immer selbst fällte. | ||
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| + | Ebenso erzählen die Rotenburger als eine wahre Geschichte, dass vor mehr als 200 Jahren in Rotenburg ein Webergeselle gewesen sei, der nur am Samstag gearbeitet und die übrigen Tage der Woche mit Spielen und Saufen hingebracht, | ||
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