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sagen:sagenschwaben029

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 +====== Die versunkene Stadt ======
  
 +    Mündliche Überlieferung aus Owen
 +
 +Auf der Höhe der schwäbischen Alb, in der Nähe des Heimensteins, da wo jetzt die Torfgrube sich befindet, soll in alten Zeiten eine Stadt oder ein Dorf, »Oberkirchheim« genannt, gestanden und mit Mann und Maus in die Erde gesunken sein. Dies geschah also: Es lebten in dem Ort drei reiche Nonnen, die teilten einst ihr Geld und maßen es einander mit einem Simri zu. Die eine Nonne war aber blind. Wenn nun die beiden anderen sich ein Simri zugemessen hatten und die Reihe an die Blinde kam, so kehrten sie das Simri um und füllten den flachen Boden mit Geld, ließen dann die Blinde mit der Hand darüber fahren und gaben ihr das.
 +
 +Indes schöpfte die Blinde endlich Verdacht und sagte: »Wenn ihr mich betrügt, so soll die Stadt mit euch untergehen!«
 +
 +Und kaum war die Teilung beendet, so versank der Ort. Noch drei Tage später hörte man in der Tiefe den Hahn krähen.
  
 //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852// //Quelle: [[buch:sagenschwaben|Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben]], gesammelt von [[autor:ernstmeier|Dr. Ernst Meier]], Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852//
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