sagen:sagenschwaben004b
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| + | ====== Die alte Urschel 2 ====== | ||
| + | Eine mündliche Überlieferung von Herrn Pfarrer Meyer in Pfullingen | ||
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| + | Ein junger Gesell aus Pfullingen ging einst mit seinen Eltern auf ein Feld am Urschelberg, | ||
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| + | Mit solchen Worten und Besprechungen suchte sie den Jüngling zu bewegen. Dem aber wurde es angst und bange, und er betete im Stillen ein Vater unser. Da war die Urschel plötzlich verschwunden. Danach erschien sie ihm noch zu verschiedenen Malen und suchte ihn zu bereden, dass er ihr doch zu Willen sein möchte. Er widerstand aber jedes Mal ihren Bitten, zumal sie ihm nicht gestatten wollte, dass er seine Eltern mitbringe. Diese sollten höchstens bis an den Eingang des Berges mitgehen dürfen. | ||
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| + | Eines Tages war der junge Gesell mit anderen Kameraden wieder am Urschelberg. Da erschien auch die alte Urschel wieder und drohte ihm nun, dass er des Todes sein sollte, wenn er noch länger sich weigere, sie zu erlösen. Die anderen aber sahen nichts und hörten nichts von ihr. Da versprach er ihr es denn endlich, fragte vorher aber noch den Geistlichen, | ||
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| + | Nach Jahr und Tag kam der junge Gesell einmal wieder mit seinen Eltern auf den Acker am Urschelberg, | ||
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| + | »So geschieht es dir eben recht!«, gab er ihr zur Antwort. »Wer einmal verflucht ist, ist ewig verflucht.« | ||
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| + | Diese Worte hörten seine Eltern und merkten daraus, dass er mit der Urschel rede, von deren Worten sie keinen Laut vernommen hatten. Plötzlich aber sahen sie ihren Sohn tot niederfallen. Die alte Urschel hatte ihn umgebracht. Zugleich war das gefundene Kummet verschwunden. | ||
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| + | Von dieser Geschichte sollen die Äcker hinter dem Urschelberg den Namen »Mordios-Äcker« erhalten haben. | ||
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sagen/sagenschwaben004b.1737739188.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
