sagen:sagenpotsdam25
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| Seine gesicherte und abgesonderte Lage, fern von jeder gebahnten Straße, so wie die verbergende und schützende Umgebung von Wald und See, geben noch jetzt diesem Orte einen besonderen Charakter, der noch eigenthümlicher hervor tritt, wenn wir gedenken, daß derselben schon so lange und in den bedeutendsten Epochen der Geschichte dieser Gegenden der Schauplatz wichtiger und außerordentlicher Begebenheiten gewesen ist. Über die erste Entstehung dieser Befestigung ist durchaus nichts bekannt, doch erinnert die Lage und die Form des wallartigen Aufwurfs an die ähnlichen der [[region: | Seine gesicherte und abgesonderte Lage, fern von jeder gebahnten Straße, so wie die verbergende und schützende Umgebung von Wald und See, geben noch jetzt diesem Orte einen besonderen Charakter, der noch eigenthümlicher hervor tritt, wenn wir gedenken, daß derselben schon so lange und in den bedeutendsten Epochen der Geschichte dieser Gegenden der Schauplatz wichtiger und außerordentlicher Begebenheiten gewesen ist. Über die erste Entstehung dieser Befestigung ist durchaus nichts bekannt, doch erinnert die Lage und die Form des wallartigen Aufwurfs an die ähnlichen der [[region: | ||
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| - | Schon dreißig Jahre später aber vertrieben die Wilzen, welche das Christenthum nur gezwungen und widerwillig angenommen hatten, die Priester und Beamten des Kaisers überall, und wandten sich zurück zu ihren alten Göttern, deren Dienst sie im Geheimen fortgeführt hatten, eroberten auch Brandenburg und Havelberg wieder und erschlugen und tödteten unter grausamen Martern die Priester. Später vereinigten sie sich mit dem Obotriten-Fürsten Billung zum Kampfe gegen die Sachsen, der mit wechselndem Glück bis zum Frieden zu Werben 1005 fortgesetzt wurde. Aber noch bis zu den Zeiten Albrecht des Bären; der Brandenburg 1157 wieder eroberte, kamen die Gegenden an der Havel bald in christliche, | + | Schon dreißig Jahre später aber vertrieben die [[volk:Wilzen]], welche das Christenthum nur gezwungen und widerwillig angenommen hatten, die Priester und Beamten des Kaisers überall, und wandten sich zurück zu ihren alten Göttern, deren Dienst sie im Geheimen fortgeführt hatten, eroberten auch Brandenburg und [[geo:Havelberg]] wieder und erschlugen und tödteten unter grausamen Martern die Priester. Später vereinigten sie sich mit dem Obotriten-Fürsten Billung zum Kampfe gegen die Sachsen, der mit wechselndem Glück bis zum Frieden zu [[geo: |
| - | In der Mitte des zwölften Jahrhunderts aber war die Macht der Wendischen Stämme durch Albrecht gebrochen, ihre Namen erloschen und viele derselben wurden ausgerottet. Nach Gerlachs Meinung wäre die Schanze erst in dieser Zeit entstanden und hieße eigentlich der Königswall. Er und einige andere Chronisten nehmen an, sie sei von dem Wendischen Könige | + | In der Mitte des zwölften Jahrhunderts aber war die Macht der Wendischen Stämme durch Albrecht gebrochen, ihre Namen erloschen und viele derselben wurden ausgerottet. Nach Gerlachs Meinung wäre die Schanze erst in dieser Zeit entstanden und hieße eigentlich der Königswall. Er und einige andere Chronisten nehmen an, sie sei von dem Wendischen Könige |
| In dieser wildbewegten Zeit soll die erste christliche Kirche, einer Volkssage nach, in dieser Gegend erbaut und zerstört sein, und von ihr sollen auch die Spuren und Reste des Mauerwerks herstammen, welche man noch jetzt auf dem Kirchberge im Hainholze unweit der Nedlitzer Fähre, der Räuberschanze gegenüber, an der entgegengesetzten Seite des Krampnitzsees unter Moos und Rasen verborgen findet; eine Stelle, welche in der Umgegend als nicht geheuer bekannt und gefürchtet ist. | In dieser wildbewegten Zeit soll die erste christliche Kirche, einer Volkssage nach, in dieser Gegend erbaut und zerstört sein, und von ihr sollen auch die Spuren und Reste des Mauerwerks herstammen, welche man noch jetzt auf dem Kirchberge im Hainholze unweit der Nedlitzer Fähre, der Räuberschanze gegenüber, an der entgegengesetzten Seite des Krampnitzsees unter Moos und Rasen verborgen findet; eine Stelle, welche in der Umgegend als nicht geheuer bekannt und gefürchtet ist. | ||
| - | Oft mag in jenen Kämpfen die feste Schanze abwechselnd von den Wenden erobert und verlassen worden sein, oder ihnen als geheimer Aufenthalts- und Versammlungsort gedient haben, wie sie später der Schutz und die Zufluchtsstätte der Bewohner des Potsdamer Werders gewesen ist, als der raub- und mordlustige Erzbischof Burchhard von Magdeburg in den endlosen Kämpfen mit dem Havellande diese Gegenden überzog und verwüstete, | + | Oft mag in jenen Kämpfen die feste Schanze abwechselnd von den [[volk: |
| - | Unter den mannichfachen Gräuelthaten, | + | Unter den mannichfachen Gräuelthaten, |
| - | In den unglücklichen Zeiten, welche durch den falschen Waldemar und dann unter Jobst von Mähren - der Potsdam an Wichard von Rochow für 400 Schock böhmischer Groschen verpfändete - über die Mark kamen, als der Adel durch beständige Fehden und Plünderungen die Macht und den Einfluß der aufblühenden Städte zu brechen suchte, und in den Brüchern oder auf anderen unzugänglichen Stellen seine festen Häuser und Zwingburgen anlegte, hat sicher auch die Räuberschanze, | + | In den unglücklichen Zeiten, welche durch den [[vip: |
| Vor allen aber muß sie durch ihre feste Lage von Wichtigkeit gewesen sein, als sich die Raubritter zu einer Faction vereinigten, | Vor allen aber muß sie durch ihre feste Lage von Wichtigkeit gewesen sein, als sich die Raubritter zu einer Faction vereinigten, | ||
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| Zu Spandow, auf dem Potsdamer Werder und auf dem Teltow trieben die Landesbeschädiger besonders ihr Wesen, und von dieser unglücklichen Zeit stammt wahrscheinlich der Name der Räuberschanze her. Schwer hatte das kleine Städtchen Potsdam wohl von diesen bösen Nachbaren zu leiden gehabt, von denen, in einem Briefe an den Rath von Berlin und Köln, Rudolph III., Kursfürst von Sachsen, die folgenden bezeichnet: die Ritter von Thilen, Vite von Thümen, Köpke von Bredow, Claus, Albrecht und Gebehard Griben, die Schulten Söhne von Bornim, Michael Fuchs, Hans Mederiter und Spoldenyr. | Zu Spandow, auf dem Potsdamer Werder und auf dem Teltow trieben die Landesbeschädiger besonders ihr Wesen, und von dieser unglücklichen Zeit stammt wahrscheinlich der Name der Räuberschanze her. Schwer hatte das kleine Städtchen Potsdam wohl von diesen bösen Nachbaren zu leiden gehabt, von denen, in einem Briefe an den Rath von Berlin und Köln, Rudolph III., Kursfürst von Sachsen, die folgenden bezeichnet: die Ritter von Thilen, Vite von Thümen, Köpke von Bredow, Claus, Albrecht und Gebehard Griben, die Schulten Söhne von Bornim, Michael Fuchs, Hans Mederiter und Spoldenyr. | ||
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| Auch Wichard von Rochow mußte sich in seiner festen Burg Golze ergeben, und wurde 1414 in das Schloß Potsdam gefangen gesetzt, wo er drei Jahre zubrachte, bis er Gehorsam gelobte. Den Bürgern von Potsdam, welche anfänglich gemeinsschaftliche Sache mit dem von Rochow gemacht hatten, gewährte Markgraf Friedrich Verzeihung, und erlaubte 1416, die Stadt Potsdam mit „Buten Potsdam“ durch eine Brücke zu verbinden, und darauf einen Zoll zu erheben. Bis dahin hatte nur eine Fähre über die Havel geführt. | Auch Wichard von Rochow mußte sich in seiner festen Burg Golze ergeben, und wurde 1414 in das Schloß Potsdam gefangen gesetzt, wo er drei Jahre zubrachte, bis er Gehorsam gelobte. Den Bürgern von Potsdam, welche anfänglich gemeinsschaftliche Sache mit dem von Rochow gemacht hatten, gewährte Markgraf Friedrich Verzeihung, und erlaubte 1416, die Stadt Potsdam mit „Buten Potsdam“ durch eine Brücke zu verbinden, und darauf einen Zoll zu erheben. Bis dahin hatte nur eine Fähre über die Havel geführt. | ||
| - | In den folgenden ruhigeren Zeiten wurde die Schanze der Schauplatz anderer eigenthümlicher Scenen. König Siegmund hatte den Zigeunern einen Freibrief für ihre Züge durch Deutschland verliehen, welche vorgaben, aus Klein-Ägypten zu kommen, um eine siebenjährige Wallfahrt zur Buße durch die Welt zu machen. Unter ihrem Könige Zindel kamen sie 1418 zuerst in die Mark und verbreiteten sich bald in zahlreichen Stammen, deren Häupter sich Herzoge und Grafen nannten. Schon damals trieben sie geheimnißvolle Künste, Gaukeleien und Wahrsagereien, | + | In den folgenden ruhigeren Zeiten wurde die Schanze der Schauplatz anderer eigenthümlicher Scenen. |
| Die Räuberschanze vereinigte alle Eigenschaften für ihre Nomadenlager, | Die Räuberschanze vereinigte alle Eigenschaften für ihre Nomadenlager, | ||
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| Unter Kurfürst Albrecht versuchte der Adel in der Mark zu seiner früheren Ungebundenheit zurück zu kehren, und aus den überall herumziehenden Kriegsleuten „den einrössig Trabenden, | Unter Kurfürst Albrecht versuchte der Adel in der Mark zu seiner früheren Ungebundenheit zurück zu kehren, und aus den überall herumziehenden Kriegsleuten „den einrössig Trabenden, | ||
| - | Als jedoch [[vip: | + | Als jedoch [[vip: |
| Es konnte nicht fehlen, daß diese Strenge den Adel sehr verdroß, der sich noch nicht an die Ehrfurcht vor dem Landesherrn gewöhnen konnte, sondern darauf sann, sich zu rächen. Ein Hofjunker, von Otterstädt, | Es konnte nicht fehlen, daß diese Strenge den Adel sehr verdroß, der sich noch nicht an die Ehrfurcht vor dem Landesherrn gewöhnen konnte, sondern darauf sann, sich zu rächen. Ein Hofjunker, von Otterstädt, | ||
| - | Durch solche Strenge gelang es endlich dem Kurfürsten Joachim, den Übermuth seiner ritterbürtigen Unterthanen zu zügeln, und den Gesetzen in den Marken Ehrfurcht zu verschaffen. Nun aber vereinigte sich das herrenlose Gesindel zu gefürchteten Banden, welche in diesen Gegenden bis in die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts große Räubereien und Mordthaten verübten, und sich in Schlupfwinkeln, | + | Durch solche Strenge gelang es endlich dem Kurfürsten Joachim, den Übermuth seiner ritterbürtigen Unterthanen zu zügeln, und den Gesetzen in den Marken Ehrfurcht zu verschaffen. Nun aber vereinigte sich das herrenlose Gesindel zu gefürchteten Banden, welche in diesen Gegenden bis in die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts große Räubereien und Mordthaten verübten, und sich in Schlupfwinkeln, |
| Ein Zeitraum von hundert Jahren schenkte nun der Mark den Segen der Ruhe und die Wohlthat, die kräftige und weise Regenten ihrem Volke sind. Nur noch in Mährchen und Erzählungen lebten die furchtbaren Begebenheiten, | Ein Zeitraum von hundert Jahren schenkte nun der Mark den Segen der Ruhe und die Wohlthat, die kräftige und weise Regenten ihrem Volke sind. Nur noch in Mährchen und Erzählungen lebten die furchtbaren Begebenheiten, | ||
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