sagen:sagenpotsdam17
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| - | ====== Der düstere Teich bei Lindstädt (Grässe) ====== | + | ====== Der düstere Teich bei Lindstädt (v. Reinhard) ====== |
| - | Nach K.v. Reinhard, Sagen und Mährchen | + | Wenn man von den erst ohnlängst am Neuen Palais entstandenen Anlagen aus, dem kleinen Bache folgt, der die grünen Wiesen des idyllischen Gutes Lindstadt bewässert, das bald eine neue, schöne Erweiterung des Gartens von Sanssouci bilden wird; so gelangt man zu einem dunkelen Wasserbehälter, |
| - | Wenn man von den am Neuen Palais zu [[geo:Potsdam]] entstandenen Anlagen aus dem kleinen Bache folgt, der die grünen Wiesen des Gutes Lindstädt bewässert, so kommt man an einen dunkeln Weiher, | + | Ein großer, mächtiger Stein, der [[ding:Teufelsstein]], soll früher |
| - | Dieser Ort war früher sehr verrufen wegen des Spukes, der an seinen Ufern vorgehen sollte, und ist auch jetzt noch gemieden. Es soll nämlich einst ein großer Stein, der [[ding: | + | Da hat er denn recht ingrimmig auf den nächsten Bergen gestanden, wenn das Kreuz auf dem Thürmchen im Abend - und Morgenschein weithin über den dunkelen Wald leuchtete, oder das helle Glöckchen durch die Gegend schallte. Einmal aber ist er so zornig |
| - | Nach der einen soll ihn der [[wesen:Teufel]] von dem Berge hinter der Krempatz aus nach dem Kirchlein auf dem Kirchberge im Hainholze, ohnweit der [[geo:nedlitzpotsdam|Nedlitzer]] Fähre, der ersten christlichen Kirche | + | Andere, die es besser wissen wollen, erzählen: |
| - | Nach Andern wäre er ein heidnischer Opferstein gewesen, der früher auf der Kuppe des Panberges gelegen habe, dann aber in die mit dichtem Wald und Gestrüpp bedeckte Schlucht hinabgerollt sey, wo aber die Anhänger der alten Götter noch lange im Geheim ihren Gottesdienst und Opferfeste gefeiert hätten. | + | Später habe sich nun ein Stamm der Unterirdischen unter dem Steine angesiedelt, |
| - | Von diesen kleinen Männern werden nun aber in der Umgegend verschiedene Sagen erzählt, welche sie bald als gutmüthige, bald als tückische, schadenfrohe Wesen erscheinen lassen. Man sagt nun, es zerfielen | + | Diese Verschiedenheit kommt daher, daß es drei Stämme solcher Unterirdischen giebt, |
| - | Die weißen sind guten Sinnes, verkehren gern mit den Menschen | + | Um einen solchen Unterirdischen, der sich auch unsichtbar machen und in mancherlei Gestalten verwandeln kann, zu seinem Dienste zu zwingen, braucht man sich nur etwas ihm Angehörendes zu verschaffen; |
| - | Um dies zu können, braucht man sich nur etwas ihnen Angehörendes | + | In die Höhlen der Unterirdischen, |
| - | Am andern Morgen kam der [[wesen:Zwerg]], dem sie gehörte, als ein Jude verkleidet in das Haus des Bauern, feilschte | + | Wann und wie es nun geschehen, daß der Teufelsstein in die Tiefe gesunken und das Wasser empor getreten ist, darüber weiß man nichts gewisses. Zur Zeit des [[zeit:30jährigerkrieg|dreißigjährigen Krieges]] soll er noch da gelegen und viel schwedische Krieger |
| - | In die Höhlen der Unterirdischen, zu welchen der Eingang unter dem genannten Teufelssteine war, sind auch von Zeit zu Zeit Menschen aus der Umgegend gekommen, besonders Kinder, alle auf sonderbare | + | Später haben sich dann die Unterirdischen |
| - | Als sie nun eines Tages früher vom Felde kam und die Kinder nicht zu Hause fand, ist sie zum Teufelsstein gegangen und hat die Kinder gerufen, wie ihr der Pfarrer geheißen. Da haben die sieben Mädchen an sieben verschiedenen Stellen die kleinen Köpfchen aus der Erde gesteckt und die Mutter recht wehmüthig angesehen. Als diese nun aber den Bannspruch gesagt, sind die Köpfchen in die Erde zurückgesunken und an ihrer Stelle sind die sieben Quellen hervorgekommen. Der Stein aber soll von den Unterirdischen in die Tiefe hinabgezogen worden sein, als der bekannte [[vip: | ||
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