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sagen:sagenpotsdam07

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 +> Sage des Monats Februar 2026
  
 ====== Die Wendenschlacht bei Potsdam ====== ====== Die Wendenschlacht bei Potsdam ======
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-Nachdem durch [[vip:ottoiii|Otto III.]] die [[volk:sorben|wendischen Völkerschaften]] zwischen der [[region:Elbe]] und [[region:Oder]] wieder besiegt und unter seine Botmäßigkeit gebracht waren, suchte dieser auf jede Weise das Christenthum unter ihnen zu verbreiten, ließ ihnen aber sonst viele ihrer alten Gerechtsame und Gesetze, wie es auch früher [[vip:heinrichiostfranken|Heinrich der Vogler]] gethan; besetzte die Städte, ließ sich bestimmten Tribut zahlen, und verfuhr nur strenge bei der Ausrottung des Heidenthums.+Nachdem durch [[vip:ottoiiihrr|Otto III.]] die [[volk:sorben|wendischen Völkerschaften]] zwischen der [[region:Elbe]] und [[region:Oder]] wieder besiegt und unter seine Botmäßigkeit gebracht waren, suchte dieser auf jede Weise das Christenthum unter ihnen zu verbreiten, ließ ihnen aber sonst viele ihrer alten Gerechtsame und Gesetze, wie es auch früher [[vip:heinrichiostfranken|Heinrich der Vogler]] gethan; besetzte die Städte, ließ sich bestimmten Tribut zahlen, und verfuhr nur strenge bei der Ausrottung des Heidenthums.
  
 Die fränkischen Kaiser aber, welche auf die sich immer mehr nach Osten hin ausbreitende Macht der Sachsen eifersüchtig waren, ermunterten und unterstützten die Wenden zu neuem Abfall, und es gelang diesen, sich wieder in Besitz ihrer alten Länder zu setzen; sie eroberten im Jahre 1030 sogar die Feste Brandenburg wieder, wo Heinrich an der Stelle des [[gott:triglaw|Triglaf]] - Tempels auf dem Harlunger Berge die erste christliche Kirche hatte erbauen lassen, die er der [[vip:hlgmaria|Jungfrau Maria]] weihte. Die fränkischen Kaiser aber, welche auf die sich immer mehr nach Osten hin ausbreitende Macht der Sachsen eifersüchtig waren, ermunterten und unterstützten die Wenden zu neuem Abfall, und es gelang diesen, sich wieder in Besitz ihrer alten Länder zu setzen; sie eroberten im Jahre 1030 sogar die Feste Brandenburg wieder, wo Heinrich an der Stelle des [[gott:triglaw|Triglaf]] - Tempels auf dem Harlunger Berge die erste christliche Kirche hatte erbauen lassen, die er der [[vip:hlgmaria|Jungfrau Maria]] weihte.
  
-Als jedoch [[vip:lothariii|Lothar]] aus dem sächsischen Hause Herr von Deutschland wurde, bot dieser alle seine Kräfte auf, um die wendischen Völker wieder unter seinen Scepter zu bringen. Wo dies gelang, mußten sie ihren Abfall schwer büßen; sie verloren alle ihre Rechte, und wurden mit großer Strenge als aufrührerische Unterthanen behandelt; ja es wurde sogar ein Fürst aus deutschem Stamme, [[vip:albrechtderbaer|Albrecht der Bär]], aus dem [[familie:askanier|Hause Askanien]], über sie gesetzt, von welcher Zeit an eine neue Ordnung der Dinge in den jetzigen Marken begann.+Als jedoch [[vip:lothariiihrr|Lothar]] aus dem sächsischen Hause Herr von Deutschland wurde, bot dieser alle seine Kräfte auf, um die wendischen Völker wieder unter seinen Scepter zu bringen. Wo dies gelang, mußten sie ihren Abfall schwer büßen; sie verloren alle ihre Rechte, und wurden mit großer Strenge als aufrührerische Unterthanen behandelt; ja es wurde sogar ein Fürst aus deutschem Stamme, [[vip:albrechtderbaer|Albrecht der Bär]], aus dem [[familie:askanier|Hause Askanien]], über sie gesetzt, von welcher Zeit an eine neue Ordnung der Dinge in den jetzigen Marken begann.
  
 Das Glück hatte die [[volk:sorben|Wenden]] verlassen; zwar war ihr Widerstand kühn und hartnäckig, aber in sich uneins, entbehrte derselbe die nöthige Einheit, und so heldenmüthig sie auch in den einzelnen Kämpfen den Boden ihrer Väter vertheidigten, sie wurden überall zurückgedrängt, und immer mächtiger breiteten sich die Deutschen aus. [[vip:Pribislaw]] und [[vip:Niklot]], Söhne des verstorbenen Obotritenkönigs, sahen mit Furcht den Feind sich immer mehr ihren Ländern an der Ostsee nahen; da ergriff Pribislaw, ein kühner und tapferer Fürst, mächtiges Heer, und bald machte er sich zum Gebieter aller Länder zwischen der Ostsee und der Havel; er griff selbst Albrecht an, der vom Könige zum Markgrafen über die Nordmark ([[region:Altmark]]) gesetzt war. Dieser aber stellte ihm bald ein kriegsgeübtes Heer entgegen, und das Havelland ist Zeuge manches blutigen Kampfes gewesen. So sehr nun auch Pribislaw verstand, den Vortheil des Bodens in dem von Wasser und Weichland vielfach durchschnittenen Lande zu benutzen, und so kühn seine Wenden, Ritter und Mannen, fochten, Albrecht der Bär drängte mit seinen besser gerüsteten Streitern immer gewaltiger auf ihn ein. Da zog Pribislaw seine ganze Macht zur letzten entscheidenden Schlacht auf dem Potsdamer Werder zusammen. Das Glück hatte die [[volk:sorben|Wenden]] verlassen; zwar war ihr Widerstand kühn und hartnäckig, aber in sich uneins, entbehrte derselbe die nöthige Einheit, und so heldenmüthig sie auch in den einzelnen Kämpfen den Boden ihrer Väter vertheidigten, sie wurden überall zurückgedrängt, und immer mächtiger breiteten sich die Deutschen aus. [[vip:Pribislaw]] und [[vip:Niklot]], Söhne des verstorbenen Obotritenkönigs, sahen mit Furcht den Feind sich immer mehr ihren Ländern an der Ostsee nahen; da ergriff Pribislaw, ein kühner und tapferer Fürst, mächtiges Heer, und bald machte er sich zum Gebieter aller Länder zwischen der Ostsee und der Havel; er griff selbst Albrecht an, der vom Könige zum Markgrafen über die Nordmark ([[region:Altmark]]) gesetzt war. Dieser aber stellte ihm bald ein kriegsgeübtes Heer entgegen, und das Havelland ist Zeuge manches blutigen Kampfes gewesen. So sehr nun auch Pribislaw verstand, den Vortheil des Bodens in dem von Wasser und Weichland vielfach durchschnittenen Lande zu benutzen, und so kühn seine Wenden, Ritter und Mannen, fochten, Albrecht der Bär drängte mit seinen besser gerüsteten Streitern immer gewaltiger auf ihn ein. Da zog Pribislaw seine ganze Macht zur letzten entscheidenden Schlacht auf dem Potsdamer Werder zusammen.
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 //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung// //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung//
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sagen/sagenpotsdam07.1706786755.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)