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sagen:sagenpotsdam03

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 ====== Die Gründung Potsdams ====== ====== Die Gründung Potsdams ======
  
-Zu der Zeit, als der mächtige Wilzan, der in der festen Burg zu Dragowit wohnte, über die [[volk:Wilzen]] an der [[region:Spree]] und [[region:Havel]] herrschte, bedeckte den ganzen [[geo:potsdam|Potsdamer]] Werder ein uralter Eichenwald, durch welchen sich von der Gegend des Heiligen Sees bis zur Havel am Lustgarten und von [[geo:kleinglienicke|Glienicke]] her bis nach der [[geo:werderhavel|Stadt Werder]] ein tiefes unzugängliches Bruch zog, über welches im Frühling das Wasser der Havel strömte und den ganzen Werder in drei lang gestreckte Inseln theilte. Am meisten bewohnt war die nördlichste von ihnen; denn in der Gegend von [[geo:Bornim]] und [[eichow|Eichow]] und am Pfingstberge lagen zerstreute Gehöfte, welche zum Districte der Wublitz gehörten, über welche auch der Krul oder Unterkönig der [[volk:Haveller]] herrschte. +Zu der Zeit, als der mächtige Wilzan, der in der festen Burg zu Dragowit wohnte, über die [[volk:Wilzen]] an der [[region:Spree]] und [[region:Havel]] herrschte, bedeckte den ganzen [[geo:potsdam|Potsdamer]] Werder ein uralter Eichenwald, durch welchen sich von der Gegend des Heiligen Sees bis zur Havel am Lustgarten und von [[geo:kleinglienicke|Glienicke]] her bis nach der [[geo:werderhavel|Stadt Werder]] ein tiefes unzugängliches Bruch zog, über welches im Frühling das Wasser der Havel strömte und den ganzen Werder in drei lang gestreckte Inseln theilte. Am meisten bewohnt war die nördlichste von ihnen; denn in der Gegend von [[geo:Bornim]] und [[geo:eichepotsdam|Eichow]] und am Pfingstberge lagen zerstreute Gehöfte, welche zum Districte der Wublitz gehörten, über welche auch der Krul oder Unterkönig der [[volk:heveller|Haveller]] herrschte. 
  
 Die kleine Insel war ein wenig breiter, als der Theil der Stadt, welcher jetzt wieder durch den Kanal zu einer Insel gemacht wird, und nur ihr östliches Ende, der Mündung der Rudow gegen über, war mit einzelnen Fischerhütten besetzt, deren Bewohner zwar weit und breit die Seen und Arme der Havel befuhren, welche damals noch reich an Stören, Lachsen und Welsen waren, selten aber durch die Sümpfe und Wälder drangen, von welchen ihr Wohnplatz im Norden umschlossen war. Die kleine Insel war ein wenig breiter, als der Theil der Stadt, welcher jetzt wieder durch den Kanal zu einer Insel gemacht wird, und nur ihr östliches Ende, der Mündung der Rudow gegen über, war mit einzelnen Fischerhütten besetzt, deren Bewohner zwar weit und breit die Seen und Arme der Havel befuhren, welche damals noch reich an Stören, Lachsen und Welsen waren, selten aber durch die Sümpfe und Wälder drangen, von welchen ihr Wohnplatz im Norden umschlossen war.
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 Der Kriwe aber war bei dem neuen Fürsten in der Burg, und als nun Chocus kam mit seinem Knechte, ließ er ihn in einen tiefen Kerker werfen, ohne Luft und Speise, damit er umkomme. Dieser jedoch öffnete ihm in der zweiten Nacht die Thür, und er floh zu den Wilzan nach Dragowit. Der nahm ihn freundlich auf, und hätte ihn gern in sein Erbe gesetzt, doch fürchtete er den Ober-Kriwen, der großen Einfluß unter dem Volke der Haveller hatte. Chocus aber schämte sich, zu dem Wilzan von der Fischerin zu sprechen, und wenn er trauerte, glaubte der Fürst, es sei um die verlorne Herrschaft. Am neunten Tage jedoch konnte er es nicht mehr ertragen vor Angst und Sehnsucht, er entdeckte dem Wilzan Alles, und dieser und sein Gefolge begleiteten ihn zu der Insel an der Havel. Der Kriwe aber war bei dem neuen Fürsten in der Burg, und als nun Chocus kam mit seinem Knechte, ließ er ihn in einen tiefen Kerker werfen, ohne Luft und Speise, damit er umkomme. Dieser jedoch öffnete ihm in der zweiten Nacht die Thür, und er floh zu den Wilzan nach Dragowit. Der nahm ihn freundlich auf, und hätte ihn gern in sein Erbe gesetzt, doch fürchtete er den Ober-Kriwen, der großen Einfluß unter dem Volke der Haveller hatte. Chocus aber schämte sich, zu dem Wilzan von der Fischerin zu sprechen, und wenn er trauerte, glaubte der Fürst, es sei um die verlorne Herrschaft. Am neunten Tage jedoch konnte er es nicht mehr ertragen vor Angst und Sehnsucht, er entdeckte dem Wilzan Alles, und dieser und sein Gefolge begleiteten ihn zu der Insel an der Havel.
  
-Als sie aber über den tiefen Schnee nach der Hütte unter den Eichen kamen, fanden sie das schöne weiße Mädchen starr und todt. Von der Stunde an hat der junge Held nie wieder gelacht, sein dunkles Auge erlosch, und sein Haupt wurde Burg auf der Stelle, wo die Hütte stand, und nannte sie Pozdupini, d. h. unter den Eichen. Weil er ein gar guter Herr war, sammelten sich viele Einwohner auf dem Werder, der nach ihm Chocie genannt wurde, und bald entstand ein kleiner Ort um die Burg. Oft erwähnen alte Chroniken des Volksstamms der [[volk:Chocini]], und erzählen gar mancherlei von deren Anhänglichkeit und Liebe zu ihrem Fürsten.+Als sie aber über den tiefen Schnee nach der Hütte unter den Eichen kamen, fanden sie das schöne weiße Mädchen starr und todt. Von der Stunde an hat der junge Held nie wieder gelacht, sein dunkles Auge erlosch, und sein Haupt wurde Burg auf der Stelle, wo die Hütte stand, und nannte sie Pozdupini, d. h. unter den Eichen. Weil er ein gar guter Herr war, sammelten sich viele Einwohner auf dem Werder, der nach ihm Chocie genannt wurde, und bald entstand ein kleiner Ort um die Burg. Oft erwähnen alte Chroniken des Volksstamms der Chocini, und erzählen gar mancherlei von deren Anhänglichkeit und Liebe zu ihrem Fürsten.
  
 //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung// //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung//
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sagen/sagenpotsdam03.1706778631.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)