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sagen:sagenpotsdam01

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 Immer weniger waren der Männer beim Thing geworden, immer tieferes Schweigen ruhte auf der Versammlung wenn nach einem neuen Vordringen der [[volk:sorben|Wenden]] die Feuerzeichen sie berufen hatten. Zwar verhießen der Priester Worte den Beistand der Götter, und alle Vorzeichen kündeten nahe Siege; zwar kämpften die Führer mit der Kraft der Verzweiflung und die Schaar der Jünglinge, welche ihre Leibwache bildete, zeigte sich der erwählten Führer würdig; aber zu groß war die Masse der andringenden Feinde, und ohne die Vortheile des Bodens, ohne das undurchdringliche Weichland, und den Schoß der dicht verwachsenen Wälder, hätten die Semnonen längst den ungleichen Kampf aufgeben müssen. Immer weniger waren der Männer beim Thing geworden, immer tieferes Schweigen ruhte auf der Versammlung wenn nach einem neuen Vordringen der [[volk:sorben|Wenden]] die Feuerzeichen sie berufen hatten. Zwar verhießen der Priester Worte den Beistand der Götter, und alle Vorzeichen kündeten nahe Siege; zwar kämpften die Führer mit der Kraft der Verzweiflung und die Schaar der Jünglinge, welche ihre Leibwache bildete, zeigte sich der erwählten Führer würdig; aber zu groß war die Masse der andringenden Feinde, und ohne die Vortheile des Bodens, ohne das undurchdringliche Weichland, und den Schoß der dicht verwachsenen Wälder, hätten die Semnonen längst den ungleichen Kampf aufgeben müssen.
  
-Noch einmal, zum letzten Male, war der Thing berufen, zum letzten Male übergab der greise Priester die heilige Fahne aus dem Tempel dem kühnsten der Führer, und die Barden sangen den Schlachtgesang. Dann zog das ganze Volk dem Feinde entgegen, dessen mächtiges Heer zwischen der Nuthe und Becke in der Gegend des Sterns sich zum Kämpfe rüstete. Jünglinge und Greise zogen mit; Frauen und Jungfrauen folgten Waffen tragend, und Barden und Priester munterten mit ihnen die Streiter zum letzten entscheidenden Kampfe auf. Er war blutig aber kurz. Das kleine Häufchen der Semnonen wurde erdrückt von der Menge; keiner floh, Alle erlagen.+Noch einmal, zum letzten Male, war der Thing berufen, zum letzten Male übergab der greise Priester die heilige Fahne aus dem Tempel dem kühnsten der Führer, und die Barden sangen den Schlachtgesang. Dann zog das ganze Volk dem Feinde entgegen, dessen mächtiges Heer zwischen der [[region:Nuthe]] und Becke in der Gegend des Sterns sich zum Kämpfe rüstete. Jünglinge und Greise zogen mit; Frauen und Jungfrauen folgten Waffen tragend, und Barden und Priester munterten mit ihnen die Streiter zum letzten entscheidenden Kampfe auf. Er war blutig aber kurz. Das kleine Häufchen der Semnonen wurde erdrückt von der Menge; keiner floh, Alle erlagen.
  
 Nur der alte, hundertjährige Priester war beim Tempel zurück geblieben. Hier im heiligen Grunde hatte er die Kinder um sich versammelt, und zum letzten Male floß das Blut auf dem Opfersteine: Das Götzenbild war aus dem Tempel herausgebracht und stand dicht am Wasser, geschmückt mit allen seinen Schätzen. Vor ihm auf dem Boden lag betend der Priester, rings um ihn die zitternden Kinder. Nur der alte, hundertjährige Priester war beim Tempel zurück geblieben. Hier im heiligen Grunde hatte er die Kinder um sich versammelt, und zum letzten Male floß das Blut auf dem Opfersteine: Das Götzenbild war aus dem Tempel herausgebracht und stand dicht am Wasser, geschmückt mit allen seinen Schätzen. Vor ihm auf dem Boden lag betend der Priester, rings um ihn die zitternden Kinder.
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 //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung// //Quelle: [[autor:karlvonreinhard|Karl v. Reinhard]], [[buch:sagenpotsdam|Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit]], Potsdam 1841, Verlag der Stuhrschen Buchhandlung//
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-{{tag>sagen karlvonreinhard sagenpotsdam potsdam markbrandenburg semnonen sorben tempel met heiden schlacht götze opferstein opfer blut höhle eiche sklave}}+{{tag>sagen karlvonreinhard sagenpotsdam potsdam markbrandenburg nuthe semnonen sorben tempel met heiden schlacht götze opferstein opfer blut höhle eiche sklave v2}}
sagen/sagenpotsdam01.1706773015.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)