sagen:sagenlegendeneifel2-07
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| + | ====== Die drei Jungfrauen von Auw ====== | ||
| + | Im unteren Kylltal liegt, umgeben von waldbewachsenen Bergen, das freundliche Dörfchen Auw. Nach seinem Kirchlein wallen am Fest Mariä Himmelfahrt Pilger in großen Scharen. Darin steht ein altes, aus Holz geschnitztes Bild, auf dem drei weibliche Figuren, auf einem Esel sitzend, dargestellt sind. Die Mittlere von ihnen hat die Augen verbunden. Darunter stehen die Namen Adela, Clotildis und Irmina. Sie benennen die drei Jungfrauen von Auw, über deren seltsames Lebensschicksal eine alte Sage Folgendes berichtet: | ||
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| + | Die Jungfrauen waren Schwestern des Königs Dagobert I., der von 628 bis 638 über das Frankenreich herrschte. Sie zeichneten sich sowohl durch körperliche Schönheit als auch durch Seelenreinheit und Frömmigkeit aus. Sie hatten sich von den Freuden und dem Geräusch der Welt in die friedliche Stille des Klosters Mans((Vergleiche das heutige Le Mans in Frankreich, südwestlich von Paris)) zurückgezogen, | ||
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| + | In dieser argen Bedrängnis nahmen sie ihre Zuflucht zum Gebet. Sie knieten nieder und sandten ein inbrünstiges Gebet zum Himmel. Dann bestiegen die drei vertrauensvoll einen Esel, der ihre Habseligkeiten trug, und in kühnem, aber glücklichem Sprung setzte das Tier über den rauschenden Fluss. Unverletzt kamen sie auf dem jenseitigen Ufer an. Damit waren sie den Blicken ihrer Verfolger, die wie auf höheren Befehl plötzlich umkehrten, entzogen und gerettet. Sie begruben die Leichen ihrer erschlagenen Begleiter und errichteten ein Kirchlein über dem Grab. | ||
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| + | Auf dem rechten Ufer der Kyll erhebt sich auf einer Felswand, dem »Eselchen«, | ||
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| + | Hie sein zu sehen Wundermahl’\\ | ||
| + | So hinderließ dazumal,\\ | ||
| + | Da der heiligen Jungfrauen drei\\ | ||
| + | Wurden verfolget hie vorbei.\\ | ||
| + | Der Esel darauf sie saßen\\ | ||
| + | Wollt sie doch nicht verlassen\\ | ||
| + | Und ihr Leben zu gewinnen,\\ | ||
| + | Gleich über die Kyll tutspringen, | ||
| + | Selbe auf dem Ufer setzet\\ | ||
| + | Ganz unverletzet.\\ | ||
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| + | //Quelle: [[autor: | ||
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sagen/sagenlegendeneifel2-07.1711367761.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
