sagen:sagenderlausitz090
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| + | ====== Pumphut (Krawc) ====== | ||
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| + | Er wuchs auf, sprach gut sorbisch und deutsch und hatte immer Streiche im Sinn. Manche Leute wollten gesehen haben, daß ihn im Schlaf merkwürdige Gestalten umspielten, und wenn er nachts irgendwohin ging, umtanzten ihn Flämmchen. | ||
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| + | Als er erwachsen war, erlernte er das Müllerhandwerk und wanderte im Lande umher von Mühle zu Mühle. Wo es ihm gefiel, da blieb er, und für eine gute Herberge erzählte er den Leuten allerhand Späße und Scherze. Wo er aber Not leiden mußte, dort zahlte er den Leuten mit allerlei Streichen heim. | ||
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| + | So kam er einst auch ins Vogtland und machte in der Burkhardsmühle halt. Hier hatten sich alle Müller der Umgebung mit ihren Frauen und Töchtern eingefunden. Sie feierten ein fröhliches Fest mit Geigen und Dudelsack, und die Müllerin hatte schon manche geleerte Flasche hinausgetragen. „Hei, da wirst du etwas Ordentliches zu essen bekommen; das ist etwas für dich, dachte Pumphut, trat ohne zu bitten in die Stube und setzte sich in einen Winkel. Ein Müllerbursche, | ||
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| + | Bald brach er auf. Als er schon in der Tür stand, fragte er den Burschen, aus welchem Anlaß man hier eigentlich feiere. „Das Mühlrad soll gehoben werden" | ||
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| + | Dann begann der Müller, ihm seine Not zu klagen, und fragte ob sich dem wohl abhelfen ließe. „Da soll doch der Teufel dreinfahren, | ||
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| + | Einst angelte Pumphut in einem See. Das war aber verboten, und die Bauern wollten ihn deshalb fangen. Aber Pumphut lief übers Wasser, als ob er auf der festen Erde liefe, und angelte auf der anderen Seite des Sees weiter. Da holten die Bauern ihren besten Schützen; der sollte Pumphut erschießen. Als der Schuß fiel, hob Pumphut sein Bein, und die Kugel flog darunter hinweg. Da dachten die Bauern „Wir müssen silberne Kugeln nehmen, die werden ihn schon treffen.“ Aber Pumphut fing die silbernen Kugeln mit seinem Hut auf und rief den Bauer zu: „Schießt nur weiter! Solchen Kram kann ich gut gebrauchen!“ | ||
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| + | Ein andermal saß ein Bauer mit seiner Familie beim Mittagessen. Eine Unmenge Fliegen umschwirrten den Tisch, da klopfte es, und Pumphut stand in der Tür. Der Bauer hieß ihn willkommen und lud ihn ein mitzuessen. Das ließ sich Pumphut nicht zweimal sagen. Die Bauersfrau legte ihm einen großen Kartoffelkloß auf den Teller. Doch als Pumphut den Kloß zerschneiden wollte, war der plötzlich so hart, daß das Messer abrutschte und der Kloß wie eine Kanonenkugel durch die Stube sauste. Ja, er durchschlug sogar die Tür, flog bis in den Stall und blieb auf dem Horn eines Ochsen stecken. Die Leute vergaßen vor Staunen das Essen. Pumphut aber ließ sich, als sei nichts geschehen, einen Kloß nach dem anderen gut schmecken. Nur die Fliegen belästigten ihn immerzu, schwirrten ihm ins Gesicht und fielen sogar in den Teller. | ||
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| + | Das ärgerte ihn, und er bat den Bauern, doch die verflixten Biester aus der Stube zu jagen. „Was hilft das? Sie sind ja doch gleich wieder da", entgegnete der Mann. „Nun, dann sag ihnen doch, sie sollen uns wenigstens beim Essen in Ruhe lassen und solange auf einer bestimmten Stelle bleiben!" | ||
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| + | Ja, Pumphut war ein Mordskerl! Wenn er Lust hatte, fuhr er mit einem Kahn aus Papier über die [[region: | ||
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| + | Einmal aber erging es ihm beinahe übel. Er hatte mit dem sächsischen General Sybilski Bekanntschaft gemacht, und der konnte auch mehr als Brot essen. [[vip: | ||
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| + | Wo ist Pumphut geblieben? Niemand weiß es. Zuletzt hat man ihn in [[geo: | ||
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sagen/sagenderlausitz090.1704871312.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
