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sagen:sagenderlausitz077

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 ====== Der schwarze Kater zu Neschwitz ====== ====== Der schwarze Kater zu Neschwitz ======
  
-In [[geo:Neschwitz]] war einst ein reicher Bauer. Er besaß von allem genug; der Drache - in Gestalt eines großen schwarzen Katers - hatte alles herzugetragen. Damals zwang die Not die Bauern, sonntags nicht oft Fleisch zu essen, sondern Milchhirse zu kochen. Das fraß der Drachenkater für sein Leben gern. Daher kochte ihm die Bäuerin oft dieses Gericht. +In [[geo:Neschwitz]] war einst ein reicher Bauer. Er besaß von allem genug; der [[wesen:Drache]] - in Gestalt eines großen schwarzen Katers - hatte alles herzugetragen. Damals zwang die Not die Bauern, sonntags nicht oft Fleisch zu essen, sondern Milchhirse zu kochen. Das fraß der Drachenkater für sein Leben gern. Daher kochte ihm die Bäuerin oft dieses Gericht. 
  
 Eines Sonntags wollten die Bauersleute zusammen in die Kirche gehen. Die Bäuerin befahl der Magd, Milchhirse zu kochen, zugleich aber verbot sie ihr, weil sie erst vor kurzem dort in den Dienst getreten war, selber dem Kater etwas zu fressen zu geben. Die Magd tat, wie ihr geheißen war, und kochte Milchhirse. Als sie den Brei aus dem Ofen zog, um ihn umzurühren, weil er sonst gern anbrennt, kam der Kater zu ihr gelaufen und rieb seinen Kopf an ihren Beinen. Die Magd, eine gutmütige Seele, die an nichts Böses dachte, nahm mit dem Rührlöffel etwas Hirse, die aber sehr heiß war, aus dem Topf, und tat sie dem Kater in den Freßnapf. Der Kater schlapperte an der Hirse, kreischte vor Schmerz laut auf und rannte zur Tür hinaus. Im selben Augenblick aber überkam die Bäuerin in der Kirche eine sonderbare Angst, als ob sich zu Hause etwas Schlimmes ereignet hätte. Eines Sonntags wollten die Bauersleute zusammen in die Kirche gehen. Die Bäuerin befahl der Magd, Milchhirse zu kochen, zugleich aber verbot sie ihr, weil sie erst vor kurzem dort in den Dienst getreten war, selber dem Kater etwas zu fressen zu geben. Die Magd tat, wie ihr geheißen war, und kochte Milchhirse. Als sie den Brei aus dem Ofen zog, um ihn umzurühren, weil er sonst gern anbrennt, kam der Kater zu ihr gelaufen und rieb seinen Kopf an ihren Beinen. Die Magd, eine gutmütige Seele, die an nichts Böses dachte, nahm mit dem Rührlöffel etwas Hirse, die aber sehr heiß war, aus dem Topf, und tat sie dem Kater in den Freßnapf. Der Kater schlapperte an der Hirse, kreischte vor Schmerz laut auf und rannte zur Tür hinaus. Im selben Augenblick aber überkam die Bäuerin in der Kirche eine sonderbare Angst, als ob sich zu Hause etwas Schlimmes ereignet hätte.
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 //Quelle: [[autor:erichkrawc|Erich Krawc]], [[buch:sagenderlausitz|„Sagen der Lausitz“]],  Domowina Verlag 1962;// //Quelle: [[autor:erichkrawc|Erich Krawc]], [[buch:sagenderlausitz|„Sagen der Lausitz“]],  Domowina Verlag 1962;//
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sagen/sagenderlausitz077.1704985713.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)