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sagen:sagenderlausitz070

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 Vor langer, langer Zeit wußten die Menschen nur mit dem Wind oder dem Wasser ihre Mühlen zu treiben. Schlimm war es in trockenen Jahren, wenn die Bäche versiegten, Dann standen die Müller bei ruhenden Rädern, die Mehlsäcke blieben leer, und das Volk litt Not an Mehl und Brot. Vor langer, langer Zeit wußten die Menschen nur mit dem Wind oder dem Wasser ihre Mühlen zu treiben. Schlimm war es in trockenen Jahren, wenn die Bäche versiegten, Dann standen die Müller bei ruhenden Rädern, die Mehlsäcke blieben leer, und das Volk litt Not an Mehl und Brot.
  
-In solch einem schlimmen Jahr hatte ein Bauer aus [[geo:Naußlitz]] überall vergeblich gefragt, ob ihm jemand sein Korn mahlen wollte. Doch kein Müller weit und breit konnte arbeiten. Deshalb klagte der Bauer zu Hause, daß wohl bald das Essen knapp werden würde. Als das der Knecht hörte, sagte er: »So will ich versuchen, das Korn mahlen zu lassen: Ich habe einen Freund, der ist Müller in [[geo:Zescha]]. Aber gebt mir einige [[lex:Silbertaler]] mit! Das geschah, und der Knecht fuhr gegen Abend in die Zeschaer Feldmühle. Der Müller aber, den der Knecht bat, antwortete: „Mahlen? Unmöglich! Schau selbst, im Mühlgraben ist kein Wasser." Weil aber der Knecht gern sein Versprechen eingelöst hätte, wollte er warten, bis sich im Mühlgraben wenigstens soviel Wasser angesammelt hatte, daß es zum Mahlen seiner paar Säcke Getreide reichte.+In solch einem schlimmen Jahr hatte ein Bauer aus [[geo:Naußlitz]] überall vergeblich gefragt, ob ihm jemand sein Korn mahlen wollte. Doch kein Müller weit und breit konnte arbeiten. Deshalb klagte der Bauer zu Hause, daß wohl bald das Essen knapp werden würde. Als das der Knecht hörte, sagte er: »So will ich versuchen, das Korn mahlen zu lassen: Ich habe einen Freund, der ist Müller in [[geo:Zescha]]. Aber gebt mir einige Silbertaler mit! Das geschah, und der Knecht fuhr gegen Abend in die Zeschaer Feldmühle. Der Müller aber, den der Knecht bat, antwortete: „Mahlen? Unmöglich! Schau selbst, im Mühlgraben ist kein Wasser." Weil aber der Knecht gern sein Versprechen eingelöst hätte, wollte er warten, bis sich im Mühlgraben wenigstens soviel Wasser angesammelt hatte, daß es zum Mahlen seiner paar Säcke Getreide reichte.
  
 Während er sich noch mit dem Müller unterhielt, kam ein fremder Müllergeselle und fragte nach Arbeit. Der Müller sagte: „Ja, Arbeit hätte ich genug, aber es ist kein Wasser zum Mahlen da." Darauf der Fremde: „Nun, wenn es weiter nichts ist, dann wird wohl Rat werden. Erlaubt, daß ich diese Säcke Korn mahle!" Dabei zeigte er auf das Fuhrwerk des Knechtes. „Das darfst du schon, aber es ist ja kein Wasser da!" entgegnete der Müller. „Das Wasser kommt“ rief der fremde Gesell zuversichtlich und hieß den Knecht die Säcke in die Mühle tragen; er solle aber darauf achten, daß das zugebundene Ende des Sackes immer nach hinten zeige, wenn er den Sack auf der Schulter trägt, Dann ging der Fremde in die Stube, um sich umzukleiden. Während er sich noch mit dem Müller unterhielt, kam ein fremder Müllergeselle und fragte nach Arbeit. Der Müller sagte: „Ja, Arbeit hätte ich genug, aber es ist kein Wasser zum Mahlen da." Darauf der Fremde: „Nun, wenn es weiter nichts ist, dann wird wohl Rat werden. Erlaubt, daß ich diese Säcke Korn mahle!" Dabei zeigte er auf das Fuhrwerk des Knechtes. „Das darfst du schon, aber es ist ja kein Wasser da!" entgegnete der Müller. „Das Wasser kommt“ rief der fremde Gesell zuversichtlich und hieß den Knecht die Säcke in die Mühle tragen; er solle aber darauf achten, daß das zugebundene Ende des Sackes immer nach hinten zeige, wenn er den Sack auf der Schulter trägt, Dann ging der Fremde in die Stube, um sich umzukleiden.
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