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sagen:sagenderlausitz070

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 Die Räder begannen sich immer schneller zu drehen, so daß das ganze Gebäude dröhnte und der Meister Müller erwachte. Neugierig stand er auf und schaute in den Mühlgraben. Aber dort war immer noch nicht genug Wasser zum Mahlen. Er ging zu dem Knecht und sagte: „Höre, Handrij, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Was ist das nur für ein Kerl! Ich mag gar nicht erst nachsehen." Der Knecht erzählte ihm, daß ihm der Geselle verboten habe, in die Mühle zu kommen und zuzuschauen. So legte sich der Meister wieder schlafen. Der Knecht aber konnte sich nicht halten und blickte doch einmal vorsichtig durchs Türfenster in die Mahlstube. Und was sah er? Eine ganze Schar winziger Männlein war dort am Werk! Die Räder begannen sich immer schneller zu drehen, so daß das ganze Gebäude dröhnte und der Meister Müller erwachte. Neugierig stand er auf und schaute in den Mühlgraben. Aber dort war immer noch nicht genug Wasser zum Mahlen. Er ging zu dem Knecht und sagte: „Höre, Handrij, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Was ist das nur für ein Kerl! Ich mag gar nicht erst nachsehen." Der Knecht erzählte ihm, daß ihm der Geselle verboten habe, in die Mühle zu kommen und zuzuschauen. So legte sich der Meister wieder schlafen. Der Knecht aber konnte sich nicht halten und blickte doch einmal vorsichtig durchs Türfenster in die Mahlstube. Und was sah er? Eine ganze Schar winziger Männlein war dort am Werk!
  
-Einige drehten mit aller Kraft das Rad, andere trugen das Korn nach oben und schütteten auf, und schließlich schaufelten ein paar das fertige Mehl in die Säcke und banden sie zu. Der Geselle aber ging hin und her und trieb alle zur Eile. Eben kam ein Männlein die Treppe heruntergelaufen. Da bemerkte es, daß der Knecht zum Fenster hereinschaute. Es lief zum Gesellen und rief: Dort guckt einer herein!" Der Bursche wurde ärgerlich, ergriff einen Kehrbesen und warf ihn durchs Fenster. Der Knecht, den das Glas verletzt hatte, flüchtete in die Stube. Es dauerte nicht lange, und die Mühle stand still. Der Morgen graute. Als der Miller aufstand sprach der Geselle: Meister, was in der Mahlstube stand, ist gemahlen. Ich denke, ich bin hier nicht mehr vonnöten, daher will ich weiterwandern!’“ Dem Meister war es recht. Er fragte auch nicht, auf welche Weise er gemahlen hatte. Nach dem Frühstück ging der Fremde seines Weges. Man hat ihn nicht wieder gesehen: Der Kleine aber kehrte fröhlich mit dem Wagon voll Mehl zu seinem Bauern zurück.+Einige drehten mit aller Kraft das Rad, andere trugen das Korn nach oben und schütteten auf, und schließlich schaufelten ein paar das fertige Mehl in die Säcke und banden sie zu. Der Geselle aber ging hin und her und trieb alle zur Eile. Eben kam ein Männlein die Treppe heruntergelaufen. Da bemerkte es, daß der Knecht zum Fenster hereinschaute. Es lief zum Gesellen und rief: "Dort guckt einer herein!" Der Bursche wurde ärgerlich, ergriff einen Kehrbesen und warf ihn durchs Fenster. Der Knecht, den das Glas verletzt hatte, flüchtete in die Stube. Es dauerte nicht lange, und die Mühle stand still. Der Morgen graute. Als der Müller aufstand sprach der Geselle: "Meister, was in der Mahlstube stand, ist gemahlen. Ich denke, ich bin hier nicht mehr vonnöten, daher will ich weiterwandern!Dem Meister war es recht. Er fragte auch nicht, auf welche Weise er gemahlen hatte. Nach dem Frühstück ging der Fremde seines Weges. Man hat ihn nicht wieder gesehen: Der Kleine aber kehrte fröhlich mit dem Wagen voll Mehl zu seinem Bauern zurück.
  
 //Quelle: [[autor:erichkrawc|Erich Krawc]], [[buch:sagenderlausitz|„Sagen der Lausitz“]],  Domowina Verlag 1962;// //Quelle: [[autor:erichkrawc|Erich Krawc]], [[buch:sagenderlausitz|„Sagen der Lausitz“]],  Domowina Verlag 1962;//
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sagen/sagenderlausitz070.1704984679.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)