sagen:sagenderlausitz035
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| Einst ackerte dort Robels Kutscher aus Kubschütz. Die Sonne brannte, der Knecht schwitzte und wartete sehnsüchtig auf die Magd, die ihm das Frühstück bringen sollte. Aber niemand kam. Da besann er sich auf die Marata, die auf dem nahen Hügel oftmals buk und kochte. Wie wäre es, wenn die ihm einmal etwas zu kosten gäbe? Und laut rief er, daß es vom Busch zurückschallte: | Einst ackerte dort Robels Kutscher aus Kubschütz. Die Sonne brannte, der Knecht schwitzte und wartete sehnsüchtig auf die Magd, die ihm das Frühstück bringen sollte. Aber niemand kam. Da besann er sich auf die Marata, die auf dem nahen Hügel oftmals buk und kochte. Wie wäre es, wenn die ihm einmal etwas zu kosten gäbe? Und laut rief er, daß es vom Busch zurückschallte: | ||
| - | Der duftende Quarkkuchen und das schäumende Bier ließen dem Knecht das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber wie sollte er essen und trinken, ohne das Gebot der Marata zu verletzen? Da kam ihm ein guter Gedanke. Er holte sich einen [[typ:Strohhalm]] und sog das Bier aus dem Kruge, ohne ihn zu berühren. Dann schnitt er mit dem Taschenmesser den Kuchen fein säuberlich aus, ohne den Rand zu verletzen, und aß sich satt. Als die Marata wiederkam und merkte, daß er sie über. listet hatte, schrie sie: »Das hat dich der Teufel gelehrt!« | + | Der duftende Quarkkuchen und das schäumende Bier ließen dem Knecht das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber wie sollte er essen und trinken, ohne das Gebot der Marata zu verletzen? Da kam ihm ein guter Gedanke. Er holte sich einen Strohhalm und sog das Bier aus dem Kruge, ohne ihn zu berühren. Dann schnitt er mit dem Taschenmesser den Kuchen fein säuberlich aus, ohne den Rand zu verletzen, und aß sich satt. Als die Marata wiederkam und merkte, daß er sie über. listet hatte, schrie sie: »Das hat dich der Teufel gelehrt!« |
| - | Heute fürchtet sich niemand mehr vor der Marata. Sie erscheint keinem mehr; man hat sie von dem Hügel weggebracht. Das kam so: Als aus Furcht vor der Marata niemand mehr auf den Feldern in der Nähe des Hügels arbeiten wollte, berieten die Bauern, was zu tun sei, und beschlossen, | + | Heute fürchtet sich niemand mehr vor der Marata. Sie erscheint keinem mehr; man hat sie von dem Hügel weggebracht. Das kam so: Als aus Furcht vor der Marata niemand mehr auf den Feldern in der Nähe des Hügels arbeiten wollte, berieten die Bauern, was zu tun sei, und beschlossen, |
| - | Man spannte die Pferde an den Steinblock; sie zogen und zerrten, daß man die Hufabdrücke noch heute in den Steinen sieht, aber der Block rührte sich nicht vom Fleck. Da sagte der Schinder: „Der Schimmel muß weg, schafft noch einen Rappen herzu!" | + | Man spannte die Pferde an den Steinblock; sie zogen und zerrten, daß man die Hufabdrücke noch heute in den Steinen sieht, aber der Block rührte sich nicht vom Fleck. Da sagte der Schinder: „Der Schimmel muß weg, schafft noch einen Rappen herzu!" |
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