sagen:sagenderlausitz017
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| + | ====== Die Schatzgeister im Proitschenberg bei Bautzen ====== | ||
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| + | Der alten [[burg: | ||
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| + | Vor mehreren hundert Jahren ging ein armer Bautzner Bürger am Fuße des Proitschenberges spazieren. In der engen Stube mochten ihn die Sorgen zu sehr gequält haben, und er hoffte, im Freien Ruhe zu finden. Hier klagte er der Natur, seiner liebevoll sorgenden Mutter, seine Herzensangst und bat sie inständig, sie möge ihn bald zu sich nehmen in ihren Schoß, in dem alle Verzweifelten Ruhe finden. Als er so in Gedanken versunken in den Felsen des Proitschenberges umherkletterte, | ||
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| + | Er faßte sich endlich und trat an den Eingang der Höhle, die sich wunderbar erweitert hatte und an den Wänden mit Gold und Juwelen geschmückt war. Auf dem steinernen Tische aber lag ein Haufen Goldstücke. Das Männchen, das ihn genötigt hatte, näher zu treten, bedeutete ihm, er möge sich so viel von dem Golde nehmen, wie er zur Abhilfe seiner Not bedürfe, und nannte ihm den Tag, an dem er wieder erscheinen könne, falls das Geld nicht ausreichen sollte. Es verbot ihm aber zugleich, irgend jemanden von alledem etwas zu sagen, was er hier gesehen und erlebt habe. Der Arme griff erfreut zu, füllte sich die Taschen mit Goldstücken und verabschiedete sich dankend von den freundlichen, | ||
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| + | Jetzt begann er ein neues Leben, aber es war kein gutes Leben. Er arbeitete nicht sondern saß von Morgen bis zum Abend im Wirtshaus. Dadurch erregte er Aufsehen, seine Bekannten steckten die Köpfe zusammen und konnten sich nicht erklären, auf welche Weise der einst so Arme so reich geworden war. Einer unternahm es, ihn auszuforschen, | ||
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| + | Lange vorher jedoch soll ein Bauer ziemlich weit in diese verrufene Höhle hineingegangen und an eine verschlossene Tür gekommen sein, weil ihn aber das Grausen packte, ist er ohne weiteres Nachforschen wieder umgekehrt. | ||
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| + | Tief in der Höhle soll sich ein großer, von Kerzen erhellter Saal befinden, in dem an einer langen Tafel die Berggeister sitzen und zur ewigen Strafe in Haufen Goldes wühlen müssen. Auf dem Berghang will man nachts mehrmals ein kleines graues Männlein mit langem, schneeweißem Barte bemerkt haben. Das hörte ein gewisser Reichard aus dem Dorfe [[geo: | ||
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| + | Da erlaubte ihm das Männlein, seinem Bruder alles zu erzählen und ihn mitzubringen, | ||
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| + | Reichards Bruder wurde ängstlich und sagte, daß sie sich mit dem Geld ein sorgloses Leben zu verschaffen gedächten. Da sank der Schatz mit donnerndem Gepolter in die Tiefe. Der unglückliche Geist aber hat keine Erlösung gefunden. | ||
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