sagen:sagenbuesching080
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuesching080 [2023/07/06 15:30] – ewusch | sagen:sagenbuesching080 [2025/01/30 17:57] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | [[buch: | + | **[[buch: |
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
| Höll. Proteus S. 792-98 | Höll. Proteus S. 792-98 | ||
| - | Im Stifte [[geo: | + | Im Stifte [[geo: |
| - | Als Burchard, Graf von Luka, durch Grafen Herrmann von Winsenburg erwürget war und die ganze Grafschaft Winsenburg in Gefahr der Plünderung stand, trat Hütchen zu dem Bischof von Hildesheim Bernhard, als derselbe schlief, vor' | + | Als Burchard, Graf von Luka, durch Grafen Herrmann von Winsenburg erwürget war und die ganze Grafschaft Winsenburg in Gefahr der Plünderung stand, trat Hütchen zu dem Bischof von Hildesheim Bernhard, als derselbe schlief, vor's Bette, weckte denselben auf und sprach: »Steh' |
| - | Am Hofe dieses Bischofs erschien Hütchen gar oft, ging gemeinlich aber den [[typ:koch|Köchen]] zur Hand, schwatzte auch vielmal mit ihnen in der Küche. Und als man nun seiner sogar gewohnt worden, daß keiner sich vor ihm fürchtete, begunnte ein kleiner Kochjunge ihn zu verachten, zu [[typ: | + | Am Hofe dieses Bischofs erschien Hütchen gar oft, ging gemeinlich aber den Köchen zur Hand, schwatzte auch vielmal mit ihnen in der Küche. Und als man nun seiner sogar gewohnt worden, daß keiner sich vor ihm fürchtete, begunnte ein kleiner Kochjunge ihn zu verachten, zu verspotten und zu beschimpfen, |
| - | Ein Mann, der verreisen wollte und auf die Treue seiner Frau eben nicht zu fest baute, sagte zu Hütchen im [[typ:Scherz]]: »Mein guter Kamerad, laß dir mein Weib doch anbefohlen sein, bis zu meiner Wiederkunft und schaue, daß du wohl Acht auf sie habest.« Darauf reisete er ab. Die Frau zauderte auch nicht, ihre Liebhaber zu sich einzuladen, aber keiner der Geladenen erreichte seinen Zweck, denn der treue [[typ:Wächter]] verjagte alle durch diese oder jene Schreckgestalt. Endlich kehrte der Mann heim und da er nicht mehr weit bis zu seinem Hause hatte, lief ihm Hütchen entgegen, sprechend: »mir ist deine Wiederkunft trefflich lieb, damit ich der Unruhe und Mühe, die du mir aufgeladen hast, einmal abkomme.« Der Mann fragte: »wer bist du denn?« Er sprach: »ich bin Hütchen, dem du, bei deiner Abreise, dein Weib in seine Hut anbefohlen.« Siehe, ich habe ihrer gehütet, wiewohl mit großer und unablässiger Mühe, aber ich bitte, du wollest sie meiner Hut nicht mehr übergeben, denn ich will lieber alle Heerden in ganz Sachsen, als ein solches Weib hüten. | + | Ein Mann, der verreisen wollte und auf die Treue seiner Frau eben nicht zu fest baute, sagte zu Hütchen im Scherz: »Mein guter Kamerad, laß dir mein Weib doch anbefohlen sein, bis zu meiner Wiederkunft und schaue, daß du wohl Acht auf sie habest.« Darauf reisete er ab. Die Frau zauderte auch nicht, ihre Liebhaber zu sich einzuladen, aber keiner der Geladenen erreichte seinen Zweck, denn der treue Wächter verjagte alle durch diese oder jene Schreckgestalt. Endlich kehrte der Mann heim und da er nicht mehr weit bis zu seinem Hause hatte, lief ihm Hütchen entgegen, sprechend: »mir ist deine Wiederkunft trefflich lieb, damit ich der Unruhe und Mühe, die du mir aufgeladen hast, einmal abkomme.« Der Mann fragte: »wer bist du denn?« Er sprach: »ich bin Hütchen, dem du, bei deiner Abreise, dein Weib in seine Hut anbefohlen.« Siehe, ich habe ihrer gehütet, wiewohl mit großer und unablässiger Mühe, aber ich bitte, du wollest sie meiner Hut nicht mehr übergeben, denn ich will lieber alle Heerden in ganz [[land:Sachsen]], als ein solches Weib hüten. |
| Dies und viel dergleichen trieb der Geist Hütchen, bis Bischof Bernhard, vermöge der Beschwörungen, | Dies und viel dergleichen trieb der Geist Hütchen, bis Bischof Bernhard, vermöge der Beschwörungen, | ||
| Zeile 19: | Zeile 19: | ||
| //Quelle: [[autor: | //Quelle: [[autor: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sagenbuesching080.1688650236.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
