Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:sagenbuesching063

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:sagenbuesching063 [2024/01/29 11:49] ewuschsagen:sagenbuesching063 [2025/01/30 17:57] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 13: Zeile 13:
 Denn der Rosengarten zu [[geo:Worms]] bedeutet ein jedes wohl angerichtetes, friedsames Reich oder Herrschaft, darinnen alle Genüge, Lust und was man nur wünschen mag, vollauf vorhanden. [[vip:gibica|Gibich]] der König ist ein Vorbild allen denen, die solche Reiche oder Herrschaften inne haben und mit Frieden, wenn sie selbst wollten, wohl behalten könnten. Aber, wenn sie aus der Vernunft, welcher sie anhangen und ihre größte Lust an ihr, als ein Mann zu seinem Ehegemal tragen, die stolze Tochter Grimhild gezeugt haben, das ist, wenn sie sich beginnen, ihrer Weisheit, Macht und Gewalt zu überheben, grimmend, stolz und übermüthig zu werden und durch solches, doch unter einem gefärbten Scheine, als wie man männiglich hold und geneiget, seine eigene Ehre, Nutzen und Lust suchet, so folget alsdann gemeiniglich der Unrath, davon das Heldenbuch meldet, daß man nur im Rosengarten sitzen, das ist, in allerlei Wollust leben will und denselben mit seidenen Faden anstatt der Mauern umzeucht, das ist, in der größten Sicherheit, vermessener Weise, sitzet, aller Welt trotzt und daneben mit zwölf [[wesen:riese|Riesen]], das ist, durch etliche Tyrannen, solches vorgenommene Wesen zu beschützen und auszuführen, auch allerlei Vorwitz dabei zu büßen gedenkt. Denn der Rosengarten zu [[geo:Worms]] bedeutet ein jedes wohl angerichtetes, friedsames Reich oder Herrschaft, darinnen alle Genüge, Lust und was man nur wünschen mag, vollauf vorhanden. [[vip:gibica|Gibich]] der König ist ein Vorbild allen denen, die solche Reiche oder Herrschaften inne haben und mit Frieden, wenn sie selbst wollten, wohl behalten könnten. Aber, wenn sie aus der Vernunft, welcher sie anhangen und ihre größte Lust an ihr, als ein Mann zu seinem Ehegemal tragen, die stolze Tochter Grimhild gezeugt haben, das ist, wenn sie sich beginnen, ihrer Weisheit, Macht und Gewalt zu überheben, grimmend, stolz und übermüthig zu werden und durch solches, doch unter einem gefärbten Scheine, als wie man männiglich hold und geneiget, seine eigene Ehre, Nutzen und Lust suchet, so folget alsdann gemeiniglich der Unrath, davon das Heldenbuch meldet, daß man nur im Rosengarten sitzen, das ist, in allerlei Wollust leben will und denselben mit seidenen Faden anstatt der Mauern umzeucht, das ist, in der größten Sicherheit, vermessener Weise, sitzet, aller Welt trotzt und daneben mit zwölf [[wesen:riese|Riesen]], das ist, durch etliche Tyrannen, solches vorgenommene Wesen zu beschützen und auszuführen, auch allerlei Vorwitz dabei zu büßen gedenkt.
  
-Darüber werden denn die Leute in einander gehetzet und lassen sich um Wollust und fleischlicher Liebe willen, etwan gute Gesellen, das Rädlein weidlich zu treiben, gebrauchen. Aber der [[vip:dietrichvonbern|Dietrich von Bern]] ist eine Figur aller hohen Obrigkeiten, die solchen Frevel und Muthwillen nicht leiden noch dulden. Diejenigen, so ihm zugethan sind, bedeuten alle Helden, so sich, den Uebermuth zu dämpfen, bei der hohen Obrigkeit willig finden und brauchen lassen, wie denn etliche im Heldenbuche erzählt werden, als hätten sie zugleich dem Dietrich von Bern im Rosengarten wider die Riesen und Wütriche Beistand geleistet, so sie doch nicht alle, die da genennt werden, zu einer Zeit gelebt haben, wird aber also an einem Ort beisammen, was derselben Könige, Fürsten und Helden, ein jeder zu seiner Zeit, da sie gelebt, wider die Menschenfeinde und Leutefresser, die verwegenen Tyrannen, vorgenommen und ausgerichtet, poetischer Weise angezeigt.+Darüber werden denn die Leute in einander gehetzet und lassen sich um Wollust und fleischlicher Liebe willen, etwan gute Gesellen, das Rädlein weidlich zu treiben, gebrauchen. Aber der [[wesen:dietrichvonbern|Dietrich von Bern]] ist eine Figur aller hohen Obrigkeiten, die solchen Frevel und Muthwillen nicht leiden noch dulden. Diejenigen, so ihm zugethan sind, bedeuten alle Helden, so sich, den Uebermuth zu dämpfen, bei der hohen Obrigkeit willig finden und brauchen lassen, wie denn etliche im Heldenbuche erzählt werden, als hätten sie zugleich dem Dietrich von Bern im Rosengarten wider die Riesen und Wütriche Beistand geleistet, so sie doch nicht alle, die da genennt werden, zu einer Zeit gelebt haben, wird aber also an einem Ort beisammen, was derselben Könige, Fürsten und Helden, ein jeder zu seiner Zeit, da sie gelebt, wider die Menschenfeinde und Leutefresser, die verwegenen Tyrannen, vorgenommen und ausgerichtet, poetischer Weise angezeigt.
  
 Also wird des Orts auch unter den Recken, so da erzählet werden, der Ulysses oder Ilsan, von dem wir hier schreiben, mit genennet. Und ist derselbige, wie aus den Reimen abzunehmen, ein starker, freudsamer, unverzagter Herr gewesen, der anfänglich sein Wesen stille geführet, und nach der alten Deutschen Religion große Geistlichkeit und Liebe zu ihren Götzendiensten vorgegeben, sich auch gerne bei den Deutschen Druiden und Barden, sonderlich bei den Pfaffen, so der [[gott:Isis]] gedient, zu Eisenburg finden lassen, daher er auch von den nachkommenden Meistersängern Münch Ilsan genannt worden. Also wird des Orts auch unter den Recken, so da erzählet werden, der Ulysses oder Ilsan, von dem wir hier schreiben, mit genennet. Und ist derselbige, wie aus den Reimen abzunehmen, ein starker, freudsamer, unverzagter Herr gewesen, der anfänglich sein Wesen stille geführet, und nach der alten Deutschen Religion große Geistlichkeit und Liebe zu ihren Götzendiensten vorgegeben, sich auch gerne bei den Deutschen Druiden und Barden, sonderlich bei den Pfaffen, so der [[gott:Isis]] gedient, zu Eisenburg finden lassen, daher er auch von den nachkommenden Meistersängern Münch Ilsan genannt worden.
Zeile 21: Zeile 21:
 //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,//
 ---- ----
-{{tag>sagen buesching volkssagenbuesching vii harz isis rhein worms gibica heldenbuch wernigerode 1005 hochmut wollust frevel dietrichvonbern götzendienst druide}}+{{tag>sagen buesching volkssagenbuesching vii harz isis rhein worms gibica heldenbuch wernigerode 1005 hochmut wollust frevel dietrichvonbern götzendienst druide v2}}
sagen/sagenbuesching063.1706525369.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)