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sagen:sagenbuesching062

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 Larein oder Laurein, der funfzehnte König der Deutschen, den [[vip:Tacitus]] Laertes nennet, hat in Deutschland regieret, um die Zeit, als Ehud Richter und Herzog über das Volk Israel gewesen, als die Welt zwei tausend fünfhundert und funfzig Jahr gestanden. Weil wir aber von diesen und etlichen andern Königen nichts weiter in Historien haben, müssen wir uns an dem begnügen lassen, was die alten Deutschen Lieder, doch sehr dunkel und von ferne, uns daran erinnern, aus welchen Liedern das Heldenbuch und dergleichen zusammen gezogen worden. Larein oder Laurein, der funfzehnte König der Deutschen, den [[vip:Tacitus]] Laertes nennet, hat in Deutschland regieret, um die Zeit, als Ehud Richter und Herzog über das Volk Israel gewesen, als die Welt zwei tausend fünfhundert und funfzig Jahr gestanden. Weil wir aber von diesen und etlichen andern Königen nichts weiter in Historien haben, müssen wir uns an dem begnügen lassen, was die alten Deutschen Lieder, doch sehr dunkel und von ferne, uns daran erinnern, aus welchen Liedern das Heldenbuch und dergleichen zusammen gezogen worden.
  
-Wie die alten Nazionen der Erde ihrer Vorfahren Geschichten besangen, so haben auch die alten Deutschen solchen Brauch, der an ihm selbst nicht unnütz noch tadlich, gehalten und ihrer Vorfahren Geschichten also in gemeine Lieder, Gesänge und Gedichte verfaßt, damit man der alten Deutschen hin und wieder geschehene tapfere Thaten, als hätten sie sich auf eine Zeit begeben, gleich als in einem Liede zu singen, beisammen hätte, wie denn davon das Heldenbuch und andere in Reime gefaßte Schriften, wie wohl sehr verkürzet, noch vorhanden, da unter dem Namen des [[vip:dietrichvonbern|Dietrich von Bern]], des Wolfdietrich und anderer, aller deutschen Helden freudigen Thaten, unter des alten Hildebrands aller alten Deutschen vernünftige und weise Anschläge uns vorgestellt werden, doch also, daß besonderer Helden rühmlicher Werke daneben bisweilen gedacht wird.+Wie die alten Nazionen der Erde ihrer Vorfahren Geschichten besangen, so haben auch die alten Deutschen solchen Brauch, der an ihm selbst nicht unnütz noch tadlich, gehalten und ihrer Vorfahren Geschichten also in gemeine Lieder, Gesänge und Gedichte verfaßt, damit man der alten Deutschen hin und wieder geschehene tapfere Thaten, als hätten sie sich auf eine Zeit begeben, gleich als in einem Liede zu singen, beisammen hätte, wie denn davon das Heldenbuch und andere in Reime gefaßte Schriften, wie wohl sehr verkürzet, noch vorhanden, da unter dem Namen des [[wesen:dietrichvonbern|Dietrich von Bern]], des Wolfdietrich und anderer, aller deutschen Helden freudigen Thaten, unter des alten Hildebrands aller alten Deutschen vernünftige und weise Anschläge uns vorgestellt werden, doch also, daß besonderer Helden rühmlicher Werke daneben bisweilen gedacht wird.
  
 Also meldet der vierte Theil des Heldenbuches etwas von unserem König Laurin, doch sehr verblümter Weise, nach poetischer Art; es kann aber dennoch so viel daraus abgenommen werden, daß König Laurin ein mächtiger, reicher, verständiger Regent gewesen, der sein Reich bis an das Welsche Gebirge ausgebreitet und dasselbige vor den benachbarten Potentaten zu erhalten, sein Wesen des Orts, da jetzt die Grafschaft [[region:tirol|Tyrol]] gelegen, gehabt hat. Aber doch gleichwohl diese Lande und den [[region:Harz]] auch beherrschet, durch andere und ihm unterworfene Landpfleger, die auch Könige genennt worden, wie man denn von ihm finget, daß ihm wohl funfzehn Könige unterthan gewesen und man seines Gleichen nicht gewußt. Also meldet der vierte Theil des Heldenbuches etwas von unserem König Laurin, doch sehr verblümter Weise, nach poetischer Art; es kann aber dennoch so viel daraus abgenommen werden, daß König Laurin ein mächtiger, reicher, verständiger Regent gewesen, der sein Reich bis an das Welsche Gebirge ausgebreitet und dasselbige vor den benachbarten Potentaten zu erhalten, sein Wesen des Orts, da jetzt die Grafschaft [[region:tirol|Tyrol]] gelegen, gehabt hat. Aber doch gleichwohl diese Lande und den [[region:Harz]] auch beherrschet, durch andere und ihm unterworfene Landpfleger, die auch Könige genennt worden, wie man denn von ihm finget, daß ihm wohl funfzehn Könige unterthan gewesen und man seines Gleichen nicht gewußt.
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 //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,//
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sagen/sagenbuesching062.1706524431.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)