sagen:sagenbuesching030
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| + | ====== Die Jungfrau auf dem Schloß Parenstein in Mähren ====== | ||
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| + | Auf dem Schloß Parenstein in [[region: | ||
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| + | Als er nun so gar ämsig war, alles zu merken, was Merkens und Besehens werth, begegnete ihm endlich eine andere Merkwürdigkeit; | ||
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| + | Sie, die Schöne, lächelte ihm hierauf überaus lieblich zu, mit einem gar züchtigen Blick, und, gleich als ob die Schamhaftigkeit ihr keine Gegenrede zuließe, neigte sie, anstatt der Antwort, sich gegen ihn, wie das Frauenzimmer pflegt, gar höflich und ehrerbietig; | ||
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| + | Nach Vergehung einiger Tage wollte dieser Pater eine Predigt thun; suchte derowegen, damit er seinen geschriebenen Aufsatz desto unverhinderter dem Gedächtniß einpflanzen könnte und ihn niemand in seinem Nachdenken stöhrte, die Einsamkeit. Da erblickte er dieselbe Jungfrau abermal, und zwar in einer Sommerlaube, | ||
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| + | Er stieg hernach hinunter und begab sich aus dem Schloß in die Kirche, welche ganz von weißem Marmor erbaut ist, verrichtete daselbst den Gottesdienst und legte die Predigt ab. Es gefiel ihm aber nicht, daß, ob er gleich überall in der Kirche die Augen herum gehen ließ, ihm doch besagte edle Jungfrau nicht zu Gesicht kommen wollte, gedachte, sie möchte etwa zur Römischen Religion keine Lust tragen, oder sonst, die Kirche oft zu besuchen, nicht gewohnt sein. Darum, als er wieder aufs Schloß kam, klagte er darüber bei dem Schloßhauptmann, | ||
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| + | Anders als diesem frommen Mann ging es einen tollkühnen Knecht im Schlosse Parenstein. Dieser, als er gehört, daß eine Jungfrau trefflich schöner Gestalt sich bisweilen sehen ließe, schwur, er wolle selbiger Jungfrau, sobald sie ihm nur begegnete, einen derben Kuß recht auf den Mund geben, es möchte ihr nun lieb oder leid sein. Wie sehr ihm nun gleich die andern solches widerrathen, | ||
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sagen/sagenbuesching030.1676027384.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
