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sagen:sagenbuesching024

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 Bald erschien ihm ein Mann, welcher ein Ansehen eines Heiligen hatte. Derselbe trug einen langen Stab in seiner Hand und schlug damit auf das Thier, welches alsbald umwendete und davon ging. Und der Herzog sprach: »habe Dank, du frommer Mann, daß du mich von diesem Ungethüm erledigt hast.« Der Mann sprach: »dieses höllische Ungethüm, welches sich dir in dieses wilden Bären Gestalt gezeiget, hat dich von dannen treiben wollen; denn es bei diesen Gräbern, darauf du stehest, eine besondere Lust, über den todten Leiben, so nicht im Namen der heiligen Dreifaltigkeit gestorben sind, zu haben pflegt.« Der Herzog fragte: weß diese Gräber wären? Der Mann antwortete: »sie sind deren, welche den verzauberten Trank getrunken.« Der Herzog sprach: »Lieber, wer sind die gewesen?« Der Mann antwortete: »es sind Stiradii, des Proschi Sohnes, Diener gewesen, welche der Mägde Hände ermordet haben und heute sind's zweihundert und dreißig Jahr, daß solches geschehen ist, als nehmlich, da man geschrieben hat 741 Jahr.« Bald erschien ihm ein Mann, welcher ein Ansehen eines Heiligen hatte. Derselbe trug einen langen Stab in seiner Hand und schlug damit auf das Thier, welches alsbald umwendete und davon ging. Und der Herzog sprach: »habe Dank, du frommer Mann, daß du mich von diesem Ungethüm erledigt hast.« Der Mann sprach: »dieses höllische Ungethüm, welches sich dir in dieses wilden Bären Gestalt gezeiget, hat dich von dannen treiben wollen; denn es bei diesen Gräbern, darauf du stehest, eine besondere Lust, über den todten Leiben, so nicht im Namen der heiligen Dreifaltigkeit gestorben sind, zu haben pflegt.« Der Herzog fragte: weß diese Gräber wären? Der Mann antwortete: »sie sind deren, welche den verzauberten Trank getrunken.« Der Herzog sprach: »Lieber, wer sind die gewesen?« Der Mann antwortete: »es sind Stiradii, des Proschi Sohnes, Diener gewesen, welche der Mägde Hände ermordet haben und heute sind's zweihundert und dreißig Jahr, daß solches geschehen ist, als nehmlich, da man geschrieben hat 741 Jahr.«
  
-Der Herzog sprach: »wie weißt du es? Weiset es doch die Gestalt deines Alters, daß du zur selben Zeit auf der Welt nicht gelebet hast.« Der Mann antwortete: »alle die Dinge, so dazumalen und zuvor, auch jetzo auf der Welt geschehen, sind mir wissend.« Der Herzog fragete: wer er wäre und wie er hieße? Der Mann sprach: »ich bin ein Diener und Apostel [[vip:jesus|Jesu Christi]], mit Namen [[vip:hlgmathias|Mathias]];« und hiemit verschwand er und verwandelte sich in Licht. Der Herzog wandte sich zu dem Diener und sprach: »hast du auch diesen Mann gesehen?« Der Diener sprach: »ja, ich habe ihn gesehen, aber ich habe mich etwas hintan begeben müssen; denn ich ihn, von wegen des großen Glanzes seines Antlitzes, nicht anschauen konnte.« Als nun der Herzog heimkam, vermeldete er dies Gesicht seinem Bischofe. Derselbe sprach zu ihm: »mein Sohn, sage Gott Dank und laß an selbem Orte ein Bethaus, Gott zu Ehren und im Namen St. Mathiä bauen.« Also berufte der Herzog Arbeiter und ließ eine Kirche daselbst bauen, und Bischof Adalbertus errichtete sie allda auf der Schaoka.+Der Herzog sprach: »wie weißt du es? Weiset es doch die Gestalt deines Alters, daß du zur selben Zeit auf der Welt nicht gelebet hast.« Der Mann antwortete: »alle die Dinge, so dazumalen und zuvor, auch jetzo auf der Welt geschehen, sind mir wissend.« Der Herzog fragete: wer er wäre und wie er hieße? Der Mann sprach: »ich bin ein Diener und Apostel [[vip:jesus|Jesu Christi]], mit Namen [[vip:matthias|Mathias]];« und hiemit verschwand er und verwandelte sich in Licht. Der Herzog wandte sich zu dem Diener und sprach: »hast du auch diesen Mann gesehen?« Der Diener sprach: »ja, ich habe ihn gesehen, aber ich habe mich etwas hintan begeben müssen; denn ich ihn, von wegen des großen Glanzes seines Antlitzes, nicht anschauen konnte.« Als nun der Herzog heimkam, vermeldete er dies Gesicht seinem Bischofe. Derselbe sprach zu ihm: »mein Sohn, sage Gott Dank und laß an selbem Orte ein Bethaus, Gott zu Ehren und im Namen St. Mathiä bauen.« Also berufte der Herzog Arbeiter und ließ eine Kirche daselbst bauen, und Bischof Adalbertus errichtete sie allda auf der Schaoka.
  
 //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,//
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sagen/sagenbuesching024.1706308298.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)