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sagen:sagenbuesching016

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 Friedrich hielt eine große Bande in Eid und Pflicht und machte die Gegend weit und breit so unsicher, daß die Einwohner ihres Lebens nicht froh wurden. Wer sich heute als ein wohlhabender Mann zur Ruhe legte, war morgen früh ein Bettler und mußte noch Gott danken, wenn er nicht Weib und Kind und Gesinde in ihren Betten erwürgt fand. Niemand wagte sich ohne starkes Geleite auf die Straße und selbst ganze Schaaren von Begleitern schützten nicht, wenn Friedrich mit allen seinen Blutgesellen anrückte. Große Preise waren auf seinen Kopf gesetzt, aber niemand konnte den Aufenthalt desselben ergründen. Friedrich hielt eine große Bande in Eid und Pflicht und machte die Gegend weit und breit so unsicher, daß die Einwohner ihres Lebens nicht froh wurden. Wer sich heute als ein wohlhabender Mann zur Ruhe legte, war morgen früh ein Bettler und mußte noch Gott danken, wenn er nicht Weib und Kind und Gesinde in ihren Betten erwürgt fand. Niemand wagte sich ohne starkes Geleite auf die Straße und selbst ganze Schaaren von Begleitern schützten nicht, wenn Friedrich mit allen seinen Blutgesellen anrückte. Große Preise waren auf seinen Kopf gesetzt, aber niemand konnte den Aufenthalt desselben ergründen.
  
-In der [[lex:schänke|Schenke]] eines nachbarlichen Dorfes ging lange Zeit ein junger, wohlgebildeter Mann aus und ein, um, wie man bald sah, um die artige Tochter des Wirths zu werben. Das Mädchen war ihm nicht unhold und da er sowohl durch seine Kleidung, als auch durch seinen Aufwand verrieth, daß er nicht arm war, so hinderten die Eltern diese Bewerbung nicht, ja sie erlaubten sogar, daß er ohne Zeugen mit ihrer Tochter ins Feld, oder Sonntags in die Kirche nach [[geo:Liegnitz]] gehen konnte. Aber welches Schrecken ergriff sie, als des einen Tages ihre Tochter ausblieb. Man durchsuchte alle Winkel, wo sie sein könnte, vergebens, Anna war verloren. Und in kurzem kam ihnen das Gerücht zu Ohren, daß der schwarze Friedrich gesehen worden sei, in vollem Jagen, ein Frauenzimmer fest in den Armen haltend, nach dem Bruch zu reitend. O Jammer! sein Kind in der Gewalt eines solchen Bösewichts zu wissen.+In der Schenke eines nachbarlichen Dorfes ging lange Zeit ein junger, wohlgebildeter Mann aus und ein, um, wie man bald sah, um die artige Tochter des Wirths zu werben. Das Mädchen war ihm nicht unhold und da er sowohl durch seine Kleidung, als auch durch seinen Aufwand verrieth, daß er nicht arm war, so hinderten die Eltern diese Bewerbung nicht, ja sie erlaubten sogar, daß er ohne Zeugen mit ihrer Tochter ins Feld, oder Sonntags in die Kirche nach [[geo:Liegnitz]] gehen konnte. Aber welches Schrecken ergriff sie, als des einen Tages ihre Tochter ausblieb. Man durchsuchte alle Winkel, wo sie sein könnte, vergebens, Anna war verloren. Und in kurzem kam ihnen das Gerücht zu Ohren, daß der schwarze Friedrich gesehen worden sei, in vollem Jagen, ein Frauenzimmer fest in den Armen haltend, nach dem Bruch zu reitend. O Jammer! sein Kind in der Gewalt eines solchen Bösewichts zu wissen.
  
 Anna war es. Der artige junge Mann, der um sie geworben hatte, gehörte zu den Gesellen des schwarzen Friedrichs und hatte ihm das Mädchen ausgeliefert. Anna war es. Der artige junge Mann, der um sie geworben hatte, gehörte zu den Gesellen des schwarzen Friedrichs und hatte ihm das Mädchen ausgeliefert.
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 //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,//
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sagen/sagenbuesching016.1706304314.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)