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sagen:sagenbuesching015

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 Hans [[familie:vonrechenberg|von Rechenberg]] von Windisch-Bohra, Freiherr zu Schlana und Wartenberg, und Herr zu Freistadt, wo er auch begraben liegt, war ein großer Kriegesheld und dabei ein eben so gelehrter, als ächt frommer Mann, welches letztere auch sein Briefwechsel mit Doctor Luther beweis't. Um die Zeit, als [[vip:matthiascorvinus|Matthias]] in Ungarn wider die [[volk:Türken]] stritt, fand sich bei ihm ein gemein gekleideter Mensch ein, der sich erboth, ihm als Knecht zu dienen. Rechenberg nahm ihn an und behandelte ihn mild und freundlich, dagegen denn auch der Knecht seine Schuldigkeit gern und willig that. Hans [[familie:vonrechenberg|von Rechenberg]] von Windisch-Bohra, Freiherr zu Schlana und Wartenberg, und Herr zu Freistadt, wo er auch begraben liegt, war ein großer Kriegesheld und dabei ein eben so gelehrter, als ächt frommer Mann, welches letztere auch sein Briefwechsel mit Doctor Luther beweis't. Um die Zeit, als [[vip:matthiascorvinus|Matthias]] in Ungarn wider die [[volk:Türken]] stritt, fand sich bei ihm ein gemein gekleideter Mensch ein, der sich erboth, ihm als Knecht zu dienen. Rechenberg nahm ihn an und behandelte ihn mild und freundlich, dagegen denn auch der Knecht seine Schuldigkeit gern und willig that.
  
-Eines Tages gab ihm Rechenberg ein wichtiges Schreiben an einen Fürsten, etliche Meilen weit zu bestellen. Der Knecht machte Anstalten abzureiten; aber als Rechenberg nach Verlauf einer kleinen Stunde in den Stall kam, fand er ihn unter den Pferden auf dem Stroh schlafend. Erschrocken und unwillig weckte er ihn auf und fragte nach der Bestellung. Der Knecht griff bestürzt in den Busen und brachte einen [[typ:Brief]] heraus, mit den Worten: »hier ist die Antwort.« Rechenberg erbrach ihn und fand, was er wünschte; aber es war ihm unerklärlich, wie der Knecht in so kurzer Zeit das Geschäft ausgerichtet haben könnte.+Eines Tages gab ihm Rechenberg ein wichtiges Schreiben an einen Fürsten, etliche Meilen weit zu bestellen. Der Knecht machte Anstalten abzureiten; aber als Rechenberg nach Verlauf einer kleinen Stunde in den Stall kam, fand er ihn unter den Pferden auf dem Stroh schlafend. Erschrocken und unwillig weckte er ihn auf und fragte nach der Bestellung. Der Knecht griff bestürzt in den Busen und brachte einen Brief heraus, mit den Worten: »hier ist die Antwort.« Rechenberg erbrach ihn und fand, was er wünschte; aber es war ihm unerklärlich, wie der Knecht in so kurzer Zeit das Geschäft ausgerichtet haben könnte.
  
 Nicht lange darauf rückten Feinde in die Nachbarschaft. Rechenberg war alles daran gelegen, ihre Zahl und Stellung zu erkunden, aber es fand sich niemand, der es wagen wollte, sie zu besichtigen, als sein treuer Knecht. Dieser ritt getrost fort und kam in kurzem mit der tröstlichsten Nachricht wieder. Da seine Taschen so vollgestopft aussahen und klirrten, fragte der Herr: was er darin habe? und siehe da, der schlaue Knecht hatte allen Pferden der Feinde die halben Hufeisen weggerissen, und die Feinde dadurch gehindert, ihm nachzukommen. Nicht lange darauf rückten Feinde in die Nachbarschaft. Rechenberg war alles daran gelegen, ihre Zahl und Stellung zu erkunden, aber es fand sich niemand, der es wagen wollte, sie zu besichtigen, als sein treuer Knecht. Dieser ritt getrost fort und kam in kurzem mit der tröstlichsten Nachricht wieder. Da seine Taschen so vollgestopft aussahen und klirrten, fragte der Herr: was er darin habe? und siehe da, der schlaue Knecht hatte allen Pferden der Feinde die halben Hufeisen weggerissen, und die Feinde dadurch gehindert, ihm nachzukommen.
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 //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,// //Quelle: [[autor:buesching|Johann Gustav Gottlieb Büsching]]: [[buch:volkssagenbuesching|Volkssagen, Märchen und Legenden]], Leipzig, Reclam, 1812,//
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sagen/sagenbuesching015.1706304058.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)