sagen:sagenbuesching010e
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| - | ====== | + | ====== Rübezahl läßt ein Kleid machen ====== |
| - | Vor gar langer Zeit ist der [[vip: | + | Vor gar langer Zeit ist der [[wesen: |
| Was geschieht? Der Schneider meinte zuerst, er habe treflich gefischt und wollte nunmehr das gestohlene Gewand sehr wohl zum eigenen Nutzen anwenden. Aber wie er's recht beschauet, da war es eine große Decke von Schilf, darein die Kaufleute ihre Waaren zu packen pflegen. Vor's andere nahete auch die bestimmte Zeit heran, da der Edelmann hatte abzahlen wollen. Siehe, da trägt es sich unverhoft zu, daß der Schneider eine nöthige Reise über das Riesengebirge vornehmen muß. Wie er aber nunmehr unter Weges gewesen, da kommt in aller Herrlichkeit der Rübezahl auf einer großen Ziege hergetrabt, und hat ihm selber eine Nase gemacht, über eine halbe Elle lang, und in solcher Stellung schnurgleich auf Meister Hansen loß gezuckelt, welchen die verwandte Ziege etlichemale mit bekannter Stimme angemöckert und gleichsam den Meister willkommen, auf ihre Art, genennt hat. Der Rübezahl hat nicht minder seiner Rede nicht geschont, sondern vielmal geschrien: »Glück zu, Meister! Glück zu, Meister! wollt ihr euer Macherlohn für mein Kleid hohlen, das ihr mir vergangen zugeschnitten und ich jetzt gleich am Leibe habe?« Inmittelst möckerte die Ziege ihr: »Meister, Meister,« immer fort. Der Schneider aber erschrak, wie sehr er auch vorher über den seltsamen Reiter gelächelt hatte und gedachte nunmehr gar wohl, daß er für seine Diebes-Stückchen würde den verdienten Lohn überkommen. | Was geschieht? Der Schneider meinte zuerst, er habe treflich gefischt und wollte nunmehr das gestohlene Gewand sehr wohl zum eigenen Nutzen anwenden. Aber wie er's recht beschauet, da war es eine große Decke von Schilf, darein die Kaufleute ihre Waaren zu packen pflegen. Vor's andere nahete auch die bestimmte Zeit heran, da der Edelmann hatte abzahlen wollen. Siehe, da trägt es sich unverhoft zu, daß der Schneider eine nöthige Reise über das Riesengebirge vornehmen muß. Wie er aber nunmehr unter Weges gewesen, da kommt in aller Herrlichkeit der Rübezahl auf einer großen Ziege hergetrabt, und hat ihm selber eine Nase gemacht, über eine halbe Elle lang, und in solcher Stellung schnurgleich auf Meister Hansen loß gezuckelt, welchen die verwandte Ziege etlichemale mit bekannter Stimme angemöckert und gleichsam den Meister willkommen, auf ihre Art, genennt hat. Der Rübezahl hat nicht minder seiner Rede nicht geschont, sondern vielmal geschrien: »Glück zu, Meister! Glück zu, Meister! wollt ihr euer Macherlohn für mein Kleid hohlen, das ihr mir vergangen zugeschnitten und ich jetzt gleich am Leibe habe?« Inmittelst möckerte die Ziege ihr: »Meister, Meister,« immer fort. Der Schneider aber erschrak, wie sehr er auch vorher über den seltsamen Reiter gelächelt hatte und gedachte nunmehr gar wohl, daß er für seine Diebes-Stückchen würde den verdienten Lohn überkommen. | ||
| - | Darauf höhnte ihn denn Rübezahl meisterlich aus und zog ihn mit dem vermeinten | + | Darauf höhnte ihn denn Rübezahl meisterlich aus und zog ihn mit dem vermeinten Diebstahl des Tuches wacker durch, sagend: »Wie steht' |
| - | Darauf zuckelte er mit seiner großen | + | Darauf zuckelte er mit seiner großen Ziege und langen Nase immer davon und ließ den Schneider stehen. Doch that er ihm dieses noch fürder zum Schabernack an, daß so oft der Schneider eine Ziege hat möckern hören, er stets gemeint habe, es rufe ihm ein Mensch und sagte: »Meister, Meister.« Wie es denn auch soll geschehen sein, daß dieser Schneider, aus unrecht hören, einmal zum Ziegenbocke hingegangen sei, fragend: »Herr, wollt ihr ein Kleid zuschneiden lassen?« da ihm der Bock zur Antwort gegeben hat: »puff!« Nehmlich er stieß ihn mit den Hörnern in die Rippen, daß es pufte. |
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sagen/sagenbuesching010e.1676034643.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
