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sagen:sagenbuchpreussen1-247

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-In einem Dorfe bei [[geo:osterburgaltmark|Osterburg]] saßen an einem Sonntage mehrere Bauern im Kruge und tranken und spielten Karte. Einer von ihnen, der erst vor Kurzem durch eine Heirath Hofwirth im Dorfe geworden, war ein wüster Gesell, tobte und fluchte fürchterlich, weil er ein paar Dreier verloren hatte. Darüber kam ein fremder Reisender in die Krugstube, der verkündete den Anwesenden, daß ein Gewitter im Anzuge sei und daß man schon den Donner von ferne hören könne, und bat sie, mit dem Spielen Einhalt zu thun und lieber nach Bibel und Gesangbuch zu greifen. Der neue Hofwirth aber schalt und tobte und schrie: was scheert uns das Gewitter; wir müssen weiter spielen, bis ich mein Geld wieder habe. Die Andern wollten sich damit auch nicht lumpen lassen, und spielten fort. +In einem Dorfe bei [[geo:osterburgaltmark|Osterburg]] saßen an einem Sonntage mehrere Bauern im Kruge und tranken und spielten Karte. Einer von ihnen, der erst vor Kurzem durch eine Heirath Hofwirth im Dorfe geworden, war ein wüster Gesell, tobte und fluchte fürchterlich, weil er ein paar [[lex:Dreier]] verloren hatte. Darüber kam ein fremder Reisender in die Krugstube, der verkündete den Anwesenden, daß ein Gewitter im Anzuge sei und daß man schon den Donner von ferne hören könne, und bat sie, mit dem Spielen Einhalt zu thun und lieber nach Bibel und Gesangbuch zu greifen. Der neue Hofwirth aber schalt und tobte und schrie: was scheert uns das Gewitter; wir müssen weiter spielen, bis ich mein Geld wieder habe. Die Andern wollten sich damit auch nicht lumpen lassen, und spielten fort. 
  
 Unterdeß war das Gewitter näher gekommen und es donnerte und blitzte draußen schrecklich und wurde auch in der Stube so dunkel, daß man ohne Licht nur noch kaum sehen konnte. Die andern Bauern hätten gern aufgehört, allein sie schämten sich vor dem Einen, der ihrer Furcht und Angst spottete. Endlich kam voller Schrecken über das Unwetter die Wirthin in die Stube gelaufen. Sie entsetzte sich, als sie die Karten sah, sie riß sie vom Tische weg und rief den Bauern zu: schämt Ihr Euch denn nicht, Ihr Leute? Es ist sündlich und gottlos bei solchem Wetter zu spielen!  Unterdeß war das Gewitter näher gekommen und es donnerte und blitzte draußen schrecklich und wurde auch in der Stube so dunkel, daß man ohne Licht nur noch kaum sehen konnte. Die andern Bauern hätten gern aufgehört, allein sie schämten sich vor dem Einen, der ihrer Furcht und Angst spottete. Endlich kam voller Schrecken über das Unwetter die Wirthin in die Stube gelaufen. Sie entsetzte sich, als sie die Karten sah, sie riß sie vom Tische weg und rief den Bauern zu: schämt Ihr Euch denn nicht, Ihr Leute? Es ist sündlich und gottlos bei solchem Wetter zu spielen! 
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 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 216-217// //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 216-217//
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sagen/sagenbuchpreussen1-247.1709802943.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)