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sagen:sagenbuchpreussen1-227

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     Nach Reichard a.a.O. Bd. I. S. 23 etc.     Nach Reichard a.a.O. Bd. I. S. 23 etc.
  
-Matthias Lüßau ist zur Zeit des 30jährigen Krieges Inspector und Prediger zu Rathenow an der Havel gewesen. Sein Bildniß hing lange noch auf der Pfarre zu Jeggeleben, ohnweit Apenburg, in einer Schlafkammer. Auf diesem Bilde ist er dargestellt als ein handfester Mann mit einem Buch unter dem linken Arme, welches jedoch keine Bibel ist, wie es beim ersten Anblick scheinen könnte. Die Stadt Rathenow ist nämlich einst von den Schweden eingeschlossen worden und hat sich endlich genöthigt gesehen, mit den Feinden zu capituliren. Der Magistrat übertrug aber dieses Geschäft dem Inspector Lüßau, welcher die Sache auch zur Zufriedenheit seiner Obrigkeit sowohl als des schwedischen Generals so gut zu Stande gebracht hat, daß der Letztere ihm ein Buch in Gestalt einer Bibel zum Geschenk machte. Das Buch hat aber nur die äußere Form eines Buchs gehabt, und ist inwendig hohl und ganz mit Goldmünzen gefüllt gewesen, und das ist das Buch auf dem Bilde. Von diesem Manne nun werden folgende Gespenstergeschichten erzählt, die gänzlich der Wahrheit getreu hier wiedergegeben werden.+Matthias Lüßau ist zur Zeit des [[zeit:30jährigerkrieg|30jährigen Krieges]] Inspector und Prediger zu Rathenow an der Havel gewesen. Sein Bildniß hing lange noch auf der Pfarre zu Jeggeleben, ohnweit Apenburg, in einer Schlafkammer. Auf diesem Bilde ist er dargestellt als ein handfester Mann mit einem Buch unter dem linken Arme, welches jedoch keine Bibel ist, wie es beim ersten Anblick scheinen könnte. Die Stadt Rathenow ist nämlich einst von den Schweden eingeschlossen worden und hat sich endlich genöthigt gesehen, mit den Feinden zu capituliren. Der Magistrat übertrug aber dieses Geschäft dem Inspector Lüßau, welcher die Sache auch zur Zufriedenheit seiner Obrigkeit sowohl als des schwedischen Generals so gut zu Stande gebracht hat, daß der Letztere ihm ein Buch in Gestalt einer Bibel zum Geschenk machte. Das Buch hat aber nur die äußere Form eines Buchs gehabt, und ist inwendig hohl und ganz mit Goldmünzen gefüllt gewesen, und das ist das Buch auf dem Bilde. Von diesem Manne nun werden folgende Gespenstergeschichten erzählt, die gänzlich der Wahrheit getreu hier wiedergegeben werden.
  
 Bei einer Einquartirung durch die Schweden fand sich in der Stadt kein Raum mehr für eine Compagnie, die noch untergebracht werden mußte. Der Rath meldete, es sei nur noch ein einziges Hans übrig, welches aber der Gespenster wegen, von welchen es alle Nächte beunruhigt werde, unbewohnbar sei. Man lachte darüber, daß eine Compagnie braver Soldaten, die schon so vielen Schlachten beigewohnt, sich vor ohnmächtigen Gespenstern scheuen sollte. Sie wurde also in dies Haus einquartirt und man ließ einen guten Vorrath von Speisen und Getränken und eine Anzahl Spielleute herbeischaffen, um die Nacht lustig hinzubringen.  Bei einer Einquartirung durch die Schweden fand sich in der Stadt kein Raum mehr für eine Compagnie, die noch untergebracht werden mußte. Der Rath meldete, es sei nur noch ein einziges Hans übrig, welches aber der Gespenster wegen, von welchen es alle Nächte beunruhigt werde, unbewohnbar sei. Man lachte darüber, daß eine Compagnie braver Soldaten, die schon so vielen Schlachten beigewohnt, sich vor ohnmächtigen Gespenstern scheuen sollte. Sie wurde also in dies Haus einquartirt und man ließ einen guten Vorrath von Speisen und Getränken und eine Anzahl Spielleute herbeischaffen, um die Nacht lustig hinzubringen. 
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