sagen:sagenbuchpreussen1-202
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| + | ====== Der Arendsee in der Altmark ====== | ||
| + | Nach Beckmann Th. IV. S. 1075 etc. | ||
| + | Bechstein, Deutsches Sagenbuch S. 290. | ||
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| + | Einer der merkwürdigsten Seen in der ganzen [[region: | ||
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| + | Er hat, so viel man sehen kann, außer einem Bach, der in dem Dorfe Schrempe zur Winterszeit eine Mühle treibt und 1184 in Otto's I. Begiftung des Klosters Arendsee Biede genannt wird, keinen sonderlichen Zufluß, auch keinen Abfluß außer einem Bach nach Sitzo zu, vergrößert sich auch nicht bei feuchtem oder verändert sich bei trocknem Wetter. Jedoch ist wahrgenommen worden, daß, wenn die Elbe, als welche nicht über zwei Meilen von ihm entfernt ist, wächst, dieser sich auch vergrößert, | ||
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| + | Man bemerkt aber, daß, wenn er zufrieren soll, welches um die heil. drei Könige geschieht, er vorher wie ein Backofen raucht und dabei ein entsetzliches Geheul, Getöse in der Luft und Krachen auch in der Ferne gehört wird, welches auch dann geschieht, wenn ein starkes Ungewitter, Sturmwind oder Thauwetter entstehen soll. Wenn er sich auch setzen oder das Eis losgehen will, so läßt sich ein Geprassel hören, als ob ein Ungewitter vorhanden wäre, welches jedoch wohl dem sinkenden und brechenden Eise beizumessen ist. | ||
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| + | Es wird auch vorgegeben, daß wenn es blitzt, sollen die Netze in dem Seesand verbrennen, welches sich aber nicht so verhält. Jedoch sagen die Fischer einmüthiglich, | ||
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| + | Das Allermerkwürdigste ist aber bei diesem Wasser sein Ursprung, denn ums Jahr 815 unter dem Kaiser Ludwig dem Frommen ist er mit einem Male in einer Nacht bei einem Erdbeben mit entsetzlichem Krachen entstanden, da zuvor daselbst ein fester Boden, oder wohl gar ein Städtchen oder Dorf gestanden hat, solches aber versunken ist und den See hinter sich gelassen hat. | ||
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| + | Im Jahre 1685 den 25. November als am St. Katharinentage ist ein starker Sturmwind von Nordwesten entstanden, welcher an verschiedenen Orten großen Schaden gethan, wobei um das Städtlein Arendsee aber zugleich einiges Erdbeben verspürt worden, dabei um 2 Uhr Nachmittags das Wasser aus dem See mit einer großen Bewegung aufwärts zu steigen begonnen und bei 23 Kohlgärten, | ||
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| + | Man hat hierauf in dem Städtlein den Beschluß gefaßt, jährlich diesen Tag als einen Buß- oder Festtag mit Gebet, Predigen und Singen zu begehen, welches auch etliche Jahre mit ziemlichem Eifer geschehen, jetzt aber davon nachgelassen und ziemlich lau fortgesetzt worden ist. Man sagt, daß bisweilen, wenn die Sonne recht scheint und wenn es recht still ist, in der Tiefe die Mauern eines gesunkenen Schlosses, welches früher an jener Stelle gestanden haben soll, zu sehen seien. Als Einige einmal die Tiefe des Sees ergründen wollten, und aus einem Schiffe ein Seil herabließen, | ||
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