sagen:sagenbuchpreussen1-170
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuchpreussen1-170 [2024/03/06 16:23] – ewusch | sagen:sagenbuchpreussen1-170 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
| Nach Kahlbau a.a.O. S. 73, 149 etc. | Nach Kahlbau a.a.O. S. 73, 149 etc. | ||
| - | Vor uralten Zeiten lebte in der kleinen Straße zu Tangermünde ein altes ehrwürdiges Ehepaar; ein kleines Häuschen war ihr Eigenthum und ihr Erwerb bestand in Handarbeiten und Bienenzucht, | + | Vor uralten Zeiten lebte in der kleinen Straße zu [[geo:Tangermünde]] ein altes ehrwürdiges Ehepaar; ein kleines Häuschen war ihr Eigenthum und ihr Erwerb bestand in Handarbeiten und Bienenzucht, |
| So hat die Urenkelin der erwähnten Frau ihren Kindeskindern oft erzählt. In dem Garten, in welchem sich die Begebenheit zugetragen haben soll, findet sich nah zehn Fuß tief in der Erde ein altes Gemäuer. Beim Graben in der Gegend des Kreuzsteiges fand man vor langen Jahren ein Gewölbe, in welchem sich ein menschliches Gerippe befand, dessen Kopf mit einem Hohlziegel bedeckt war. Noch in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts lebte in dem genannten Hause ein zweijähriges Mädchen, welches durch nichts, selbst nicht durch Androhung harter Strafen bewogen werden konnte, über den Kreuzsteig im Garten zu gehen. Ueberall in den Nebengängen lief es furchtlos herum, fragte man es aber, warum es nicht über den Kreuzsteig gehen wolle, da antwortete es ängstlich: rothe Mann, rothe Mann! Es verlor auch die Furcht vor dem Kreuzsteige nicht bis in sein fünftes Lebensjahr, in welchem es starb, und gab als Grund seiner Abneigung nur an, es stehe dort ein rother Mann. Möglich daß das Kind eine Art zweites Gesicht hatte und Dinge sah, die andern Augen verborgen blieben. | So hat die Urenkelin der erwähnten Frau ihren Kindeskindern oft erzählt. In dem Garten, in welchem sich die Begebenheit zugetragen haben soll, findet sich nah zehn Fuß tief in der Erde ein altes Gemäuer. Beim Graben in der Gegend des Kreuzsteiges fand man vor langen Jahren ein Gewölbe, in welchem sich ein menschliches Gerippe befand, dessen Kopf mit einem Hohlziegel bedeckt war. Noch in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts lebte in dem genannten Hause ein zweijähriges Mädchen, welches durch nichts, selbst nicht durch Androhung harter Strafen bewogen werden konnte, über den Kreuzsteig im Garten zu gehen. Ueberall in den Nebengängen lief es furchtlos herum, fragte man es aber, warum es nicht über den Kreuzsteig gehen wolle, da antwortete es ängstlich: rothe Mann, rothe Mann! Es verlor auch die Furcht vor dem Kreuzsteige nicht bis in sein fünftes Lebensjahr, in welchem es starb, und gab als Grund seiner Abneigung nur an, es stehe dort ein rother Mann. Möglich daß das Kind eine Art zweites Gesicht hatte und Dinge sah, die andern Augen verborgen blieben. | ||
| Zeile 17: | Zeile 17: | ||
| //Quelle: [[autor: | //Quelle: [[autor: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sagenbuchpreussen1-170.1709738622.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
