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sagen:sagenbuchpreussen1-153

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     Nach Weihe, Bd. II. S. 89 etc.     Nach Weihe, Bd. II. S. 89 etc.
  
-Von der Zeit an, wo [[vip:albrechtderbaer|Albrecht der Bär]] das Thor der kleinen Straße, die man seitdem die Wendenstraße nannte, vermauern ließ, ist jene Stätte für jeden Bewohner von Stendal stets ein Ort des Grauens gewesen. Zwar war dieselbe im Sommer bei Tage gar anmuthig, denn sie war mit verschiedenem Gebüsch und Strauchwerk besetzt und man hörte dort wie im Wald die Nachtigallen singen, allein Abends sollte es dort nicht geheuer sein und die Volkssage erzählte, es gingen daselbst in der Nacht die Geister der Erschlagenen um; daher ward jener Platz namentlich von Kindern möglichst gemieden. +Von der Zeit an, wo [[vip:albrechtderbaer|Albrecht der Bär]] das Thor der kleinen Straße, die man seitdem die Wendenstraße nannte, vermauern ließ, ist jene Stätte für jeden Bewohner von [[geo:Stendal]] stets ein Ort des Grauens gewesen. Zwar war dieselbe im Sommer bei Tage gar anmuthig, denn sie war mit verschiedenem Gebüsch und Strauchwerk besetzt und man hörte dort wie im Wald die Nachtigallen singen, allein Abends sollte es dort nicht geheuer sein und die Volkssage erzählte, es gingen daselbst in der Nacht die Geister der Erschlagenen um; daher ward jener Platz namentlich von Kindern möglichst gemieden. 
  
 Da trug es sich zu, daß eine in dieser Gasse wohnende Bürgerfamilie das [[zeit:weihnachten|Weihnachtsfest]] beging; die Kinder erhielten natürlich nach der alten Sitte Geschenke, allein eines, ein zwölfjähriges Mädchen, war so unzufrieden mit ihrem Theile, daß sie laut zu schreien und zu wehklagen anfing. Die Eltern ließen es sich anfangs ruhig gefallen, als sie aber sich gar nicht beruhigen und zureden ließ, da nahmen sie dieselbe beim Arm und führten sie zur Thüre hinaus ins Freie und brachten sie in jenen arg berüchtigten Winkel in der Nähe des zugemauerten Thores, ließen sie dort stehen und gingen ins Haus zurück. Das Mädchen aber fing noch ärger an zu schreien, so daß ihre Stimme den Sturmwind übertönte, und versprach laut Besserung.  Da trug es sich zu, daß eine in dieser Gasse wohnende Bürgerfamilie das [[zeit:weihnachten|Weihnachtsfest]] beging; die Kinder erhielten natürlich nach der alten Sitte Geschenke, allein eines, ein zwölfjähriges Mädchen, war so unzufrieden mit ihrem Theile, daß sie laut zu schreien und zu wehklagen anfing. Die Eltern ließen es sich anfangs ruhig gefallen, als sie aber sich gar nicht beruhigen und zureden ließ, da nahmen sie dieselbe beim Arm und führten sie zur Thüre hinaus ins Freie und brachten sie in jenen arg berüchtigten Winkel in der Nähe des zugemauerten Thores, ließen sie dort stehen und gingen ins Haus zurück. Das Mädchen aber fing noch ärger an zu schreien, so daß ihre Stimme den Sturmwind übertönte, und versprach laut Besserung. 
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 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 141-142// //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 141-142//
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sagen/sagenbuchpreussen1-153.1709738027.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)