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sagen:sagenbuchpreussen1-148

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 Allein der Fremde ist verschwunden gewesen und man hat dem zurückgebliebenen Schimmel auf Stadt-Unkosten einen Stall gebaut und ihn gut mit Hafer und Heu genährt, und so oft wieder ein Feuer ausgekommen, da hat der Bürgermeister allemal den Schimmel bestiegen und ist um das brennende Haus herumgeritten, und niemals ist wieder ein zweites in Brand gerathen. Endlich aber ist der gute Schimmel gestorben und Alles hat um ihn getrauert und geweint, namentlich die Kinder, die ihn sehr lieb gehabt haben. Nun aber stand abermals ein Haus in Flammen, da dachte der Bürgermeister: wer weiß, ob dir nicht Gott die Kraft giebt, das Feuer zu besprechen auch ohne Schimmel. Er versuchte es also, ging um das brennende Haus herum, betete und ermunterte winkend mit der Hand, und siehe, Alles ging nach Wunsch wie ehedem, und seit dieser Zeit haben die folgenden Bürgermeister von Stendal, wenn ein Haus in Brand gerieth, es ihrem Vorgänger nachgethan, und bis zum Jahre 1840 ist, sobald der Bürgermeister stillschweigend und leise zu Gott betend das brennende Haus umkreist hat, immer nur dies eine Haus zu Asche geworden. Allein der Fremde ist verschwunden gewesen und man hat dem zurückgebliebenen Schimmel auf Stadt-Unkosten einen Stall gebaut und ihn gut mit Hafer und Heu genährt, und so oft wieder ein Feuer ausgekommen, da hat der Bürgermeister allemal den Schimmel bestiegen und ist um das brennende Haus herumgeritten, und niemals ist wieder ein zweites in Brand gerathen. Endlich aber ist der gute Schimmel gestorben und Alles hat um ihn getrauert und geweint, namentlich die Kinder, die ihn sehr lieb gehabt haben. Nun aber stand abermals ein Haus in Flammen, da dachte der Bürgermeister: wer weiß, ob dir nicht Gott die Kraft giebt, das Feuer zu besprechen auch ohne Schimmel. Er versuchte es also, ging um das brennende Haus herum, betete und ermunterte winkend mit der Hand, und siehe, Alles ging nach Wunsch wie ehedem, und seit dieser Zeit haben die folgenden Bürgermeister von Stendal, wenn ein Haus in Brand gerieth, es ihrem Vorgänger nachgethan, und bis zum Jahre 1840 ist, sobald der Bürgermeister stillschweigend und leise zu Gott betend das brennende Haus umkreist hat, immer nur dies eine Haus zu Asche geworden.
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 137-138; [[http://www.zeno.org/nid/20004937627|www.zeno.org]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 137-138//
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 {{tag>sagen graesse sagenbuchpreussen1 markbrandenburg altmark stendal feuer stadtbrand bürgermeister feuerbann schimmel 1840 v2}} {{tag>sagen graesse sagenbuchpreussen1 markbrandenburg altmark stendal feuer stadtbrand bürgermeister feuerbann schimmel 1840 v2}}
sagen/sagenbuchpreussen1-148.1709737501.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)