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sagen:sagenbuchpreussen1-127

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 Hier erhob sich plötzlich ein feuchter Nebel, der jeden Augenblick dichter und drückender ward. Vergebens versuchte der Ritter die Umkehr, sein Roß sank jeden Augenblick tiefer in den moorigen Boden ein, große Dunstballen thürmten sich um ihn auf, er konnte weder vor- noch rückwärts, graue Gestalten legten sich von oben auf ihn und drückten ihn endlich mit Gewalt in den weichen Boden, der unter ihm wich und sich über seinem Haupte wieder schloß. Er fand sich in einer dunkeln feuchten Höhle wieder, deren Decke und Wände widerliche Gezweige und Wurzelgeflechte bildeten, vom Boden stiegen blaue Flämmchen auf, die ihm mit ihren giftigen Schwefeldünsten den Athem beengten; vergeblich versuchte er zu entrinnen, der giftige Brodem raubte ihm nach und nach Kräfte und Sinne, bald athmete er nur noch schwer, der bösartige Schwaden hatte ihn erstickt. Er war der tückischen Eifersucht seines Nebenbuhlers, des Nix von Schwilow als Opfer gefallen, denn jener Weiher gehörte zum Gebiete desselben, denn von ihm aus ergießt sich das schmale Fließ nach langen weiten Krümmungen in den Schwilow. Der boshafte Nix führte den entstellten, aufgedunsenen Leichnam des Ritters davon, hochauf peitschte er die Wellen seines Sees und ein heulender Nordweststurm schleuderte der Nixe im Spring ihren todten Geliebten zu Füßen. Stumm nahm sie ihn in ihre Arme und suchte ihn zu erwärmen, allein umsonst, am frühen Morgen aber bettete sie sein Grab dicht zur rechten Seite am Quell, wo es noch zu sehen ist, sie selbst aber verließ die Gegend, und der helle Wasserstrahl, der sonst so lebendig hervorsprudelte, wurde ein trüber melancholischer Bach, der langsam durch die Erlen dahingleitet. Hier erhob sich plötzlich ein feuchter Nebel, der jeden Augenblick dichter und drückender ward. Vergebens versuchte der Ritter die Umkehr, sein Roß sank jeden Augenblick tiefer in den moorigen Boden ein, große Dunstballen thürmten sich um ihn auf, er konnte weder vor- noch rückwärts, graue Gestalten legten sich von oben auf ihn und drückten ihn endlich mit Gewalt in den weichen Boden, der unter ihm wich und sich über seinem Haupte wieder schloß. Er fand sich in einer dunkeln feuchten Höhle wieder, deren Decke und Wände widerliche Gezweige und Wurzelgeflechte bildeten, vom Boden stiegen blaue Flämmchen auf, die ihm mit ihren giftigen Schwefeldünsten den Athem beengten; vergeblich versuchte er zu entrinnen, der giftige Brodem raubte ihm nach und nach Kräfte und Sinne, bald athmete er nur noch schwer, der bösartige Schwaden hatte ihn erstickt. Er war der tückischen Eifersucht seines Nebenbuhlers, des Nix von Schwilow als Opfer gefallen, denn jener Weiher gehörte zum Gebiete desselben, denn von ihm aus ergießt sich das schmale Fließ nach langen weiten Krümmungen in den Schwilow. Der boshafte Nix führte den entstellten, aufgedunsenen Leichnam des Ritters davon, hochauf peitschte er die Wellen seines Sees und ein heulender Nordweststurm schleuderte der Nixe im Spring ihren todten Geliebten zu Füßen. Stumm nahm sie ihn in ihre Arme und suchte ihn zu erwärmen, allein umsonst, am frühen Morgen aber bettete sie sein Grab dicht zur rechten Seite am Quell, wo es noch zu sehen ist, sie selbst aber verließ die Gegend, und der helle Wasserstrahl, der sonst so lebendig hervorsprudelte, wurde ein trüber melancholischer Bach, der langsam durch die Erlen dahingleitet.
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 124-126; [[http://www.zeno.org/nid/20004937414|www.zeno.org]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 124-126;//
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