sagen:sagenbuchpreussen1-125
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuchpreussen1-125 [2024/02/01 16:48] – angelegt ewusch | sagen:sagenbuchpreussen1-125 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ====== Der Schimmel auf dem Wall zu Potsdam | + | [[sagen: |
| + | **[[capitel: | ||
| + | [[sagen: | ||
| + | |||
| + | ====== Der Schimmel auf dem Wall zu Potsdam ====== | ||
| Nach K.v. Reinhard, Sagen und Mährchen aus Potsdam' | Nach K.v. Reinhard, Sagen und Mährchen aus Potsdam' | ||
| Zeile 9: | Zeile 13: | ||
| Eine Stunde nach Mitternacht machte er sich auf den Weg, nachdem er Gott auf den Knieen um Beistand zu seinem Unternehmen angefleht und von seinem treuen Schimmel, dem Einzigen, von welchem die Trennung schwer wurde, Abschied genommen hatte. Glücklich kam er durch die öden Straßen, unhörbar schwamm er über den Strom, als er hinter sich laut plätschern und schnauben hörte. Als darüber der Ruf der Wachen erscholl, barg er sich ängstlich auf dem Boden, da rauschte es hinter ihm, eine weiße Gestalt erhob sich schüttelnd aus dem Wasser und der arme Flüchtling erkannte seinen Schimmel, der sich losgerissen hatte und ihm nachgeschwommen war. Eilig lief er über die Wiese und den Wall, der Schimmel dicht hinterher; weil aber auf das wiederholte Anrufen der Wachen keine Antwort erfolgte, so schoß man von allen Seiten nach ihm und bald stürzten Mann und Roß von Schüssen durchbohrt zu Boden. Seit dieser Zeit sind nun aber die Posten auf dem Wall in den Nächten, wo kein Mondschein ist, nach Mitternacht oft durch ein Plätschern im Wasser erschreckt worden, dann sahen sie einen Schimmel, der nach der Behauptung Vieler keinen Kopf haben soll, auf der Wiese hin- und herlaufen, ohne daß man seinen Hufschlag vernahm. | Eine Stunde nach Mitternacht machte er sich auf den Weg, nachdem er Gott auf den Knieen um Beistand zu seinem Unternehmen angefleht und von seinem treuen Schimmel, dem Einzigen, von welchem die Trennung schwer wurde, Abschied genommen hatte. Glücklich kam er durch die öden Straßen, unhörbar schwamm er über den Strom, als er hinter sich laut plätschern und schnauben hörte. Als darüber der Ruf der Wachen erscholl, barg er sich ängstlich auf dem Boden, da rauschte es hinter ihm, eine weiße Gestalt erhob sich schüttelnd aus dem Wasser und der arme Flüchtling erkannte seinen Schimmel, der sich losgerissen hatte und ihm nachgeschwommen war. Eilig lief er über die Wiese und den Wall, der Schimmel dicht hinterher; weil aber auf das wiederholte Anrufen der Wachen keine Antwort erfolgte, so schoß man von allen Seiten nach ihm und bald stürzten Mann und Roß von Schüssen durchbohrt zu Boden. Seit dieser Zeit sind nun aber die Posten auf dem Wall in den Nächten, wo kein Mondschein ist, nach Mitternacht oft durch ein Plätschern im Wasser erschreckt worden, dann sahen sie einen Schimmel, der nach der Behauptung Vieler keinen Kopf haben soll, auf der Wiese hin- und herlaufen, ohne daß man seinen Hufschlag vernahm. | ||
| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 1, Glogau 1868/71, S. 121-122; | + | // |
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sagenbuchpreussen1-125.1706802504.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
