sagen:sagenbuchpreussen1-124
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuchpreussen1-124 [2024/02/01 16:20] – angelegt ewusch | sagen:sagenbuchpreussen1-124 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | [[sagen: | + | [[sagen: |
| **[[capitel: | **[[capitel: | ||
| - | [[sagen: | + | [[sagen: |
| - | ====== Das älteste Haus in Potsdam | + | ====== Das älteste Haus in Potsdam ====== |
| Nach K.v. Reinhard, Sagen und Mährchen aus Potsdam' | Nach K.v. Reinhard, Sagen und Mährchen aus Potsdam' | ||
| - | In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestand [[geo: | + | In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bestand [[geo: |
| Dieser Schulze hatte nun ein ganz junges niedliches, schwarzäugiges Mädchen von kaum sechszehn Jahren zur Mündel, die allen jungen Burschen des Dorfes den Kopf verdrehte, und so auch ihrem Vormunde. Ob derselbe nun gleich zum dritten Male Wittwer war, so ließ er es sich doch beikommen, einem vierten Frauenzimmer seine welk gewordene Hand anzubieten, und siehe, er ward erhört, am Osterfeste 1536 ward seine rothbäckige Mündel seine vierte Frau. Sie lebte als solche gerade so fort wie vorher als Mädchen, sie trug nach wie vor ihre Fische zu Markte und ging an den Sonntagen in die Schenke zu Tanze, wo es ihr keine Andere an Frohsinn und Scherzen zuvor that. | Dieser Schulze hatte nun ein ganz junges niedliches, schwarzäugiges Mädchen von kaum sechszehn Jahren zur Mündel, die allen jungen Burschen des Dorfes den Kopf verdrehte, und so auch ihrem Vormunde. Ob derselbe nun gleich zum dritten Male Wittwer war, so ließ er es sich doch beikommen, einem vierten Frauenzimmer seine welk gewordene Hand anzubieten, und siehe, er ward erhört, am Osterfeste 1536 ward seine rothbäckige Mündel seine vierte Frau. Sie lebte als solche gerade so fort wie vorher als Mädchen, sie trug nach wie vor ihre Fische zu Markte und ging an den Sonntagen in die Schenke zu Tanze, wo es ihr keine Andere an Frohsinn und Scherzen zuvor that. | ||
| Zeile 19: | Zeile 19: | ||
| Einige Monate nachher bezog nun aber der Churfürst sein neues Lustschloß und bewohnte dasselbe seit jener Zeit nur mit wenigen Unterbrechungen. In der Umgegend aber ward die Rede laut, man sehe ihn in den Gängen des das Schloß umgebenden Gartens oft mit einer jungen schönen Frau lustwandeln, | Einige Monate nachher bezog nun aber der Churfürst sein neues Lustschloß und bewohnte dasselbe seit jener Zeit nur mit wenigen Unterbrechungen. In der Umgegend aber ward die Rede laut, man sehe ihn in den Gängen des das Schloß umgebenden Gartens oft mit einer jungen schönen Frau lustwandeln, | ||
| - | Zwanzig Jahre nachher brannte das ganze damalige Potsdam ab und nur das Jagdschloß im Eichenwalde beim Kiez blieb von allen Gebäuden aus früherer Zeit übrig, wurde aber später vom Churfürsten Friedrich Wilhelm auf den Wunsch seiner frommen Gemahlin zu einem Wittwenhause eingerichtet. Dasselbe ist bis in die dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts stehen geblieben, da wurde es zwar niedergerissen, | + | Zwanzig Jahre nachher brannte das ganze damalige Potsdam ab und nur das Jagdschloß im Eichenwalde beim Kiez blieb von allen Gebäuden aus früherer Zeit übrig, wurde aber später vom [[vip: |
| - | //Quelle: [[autor: | + | //Quelle: [[autor: |
| - | [[http:// | + | |
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/sagenbuchpreussen1-124.1706800808.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
