sagen:sagenbuchpreussen1-008
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| - | Nachdem Graf Otto von Orlamünde gar jung verstorben, warf die hinterlassene Wittwe (Kunigunde, nach Anderen Beatrix oder Agnes), so zu Plassenburg wohnete, ihre Liebe auf den schönen Burggrafen Albrecht von Hohenzollern; | + | Nachdem Graf Otto von Orlamünde gar jung verstorben, warf die hinterlassene |
| - | Nach andern Berichten hätte Burggraf Albrecht der Gräfin Orlamünde die Plassenburg abgekauft und ihr dagegen Schloß und Dorf Gründlach überlassen. Die Einnahme von Gründlach hätte sie nach ihrer Rückkehr von einer Pilgerfahrt gen Rom, und nachdem sie als Buße für ihr Verbrechen auf den Knieen von Plassenburg nach dem Thale von Berneck gerutscht, zur Stiftung oder Dotirung des Klosters Himmelscron, | + | Nach andern Berichten hätte Burggraf Albrecht der Gräfin Orlamünde die Plassenburg abgekauft und ihr dagegen Schloß und Dorf Gründlach überlassen. Die Einnahme von Gründlach hätte sie nach ihrer Rückkehr von einer Pilgerfahrt gen [[geo:Rom]], und nachdem sie als Buße für ihr Verbrechen auf den Knieen von Plassenburg nach dem Thale von Berneck gerutscht, zur Stiftung oder Dotirung des Klosters Himmelscron, |
| - | Die erste Erscheinung der weißen Frau soll nun aber im Jahre 1486 nach dem Tode des Churfürsten Albrecht Achilles stattgefunden haben. Man behauptet jedoch, dies sei nicht die echte weiße Frau gewesen, sondern eine Hofdame, ein Fräulein von Rosenau, welches die Rolle derselbigen gespielt. Das früher auf der Plassenburg befindliche alte Gemälde der weißen Frau, welches die Söhne des unglücklichen, | + | Die erste Erscheinung der weißen Frau soll nun aber im Jahre 1486 nach dem Tode des [[vip: |
| Nachdem das Gespenst lange nichts von sich hören lassen, erschien dasselbe zuerst wieder im J. 1540 in der Plassenburg. Markgraf Albrecht der Krieger, ein beherzter, unerschrockener Fürst, wollte aber nicht an diese Erscheinung glauben, bevor er sie selbst gesehen; er verbarg sich also in dem langen, 36 Fuß breiten und 150 Fuß langen Fürstensaale, | Nachdem das Gespenst lange nichts von sich hören lassen, erschien dasselbe zuerst wieder im J. 1540 in der Plassenburg. Markgraf Albrecht der Krieger, ein beherzter, unerschrockener Fürst, wollte aber nicht an diese Erscheinung glauben, bevor er sie selbst gesehen; er verbarg sich also in dem langen, 36 Fuß breiten und 150 Fuß langen Fürstensaale, | ||
| - | Zwanzig Jahre nachher, als Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg die im J. 1554 in dem Kampfe der Reichstruppen wider Albrecht Alcibiades zerstörte Plassenburg hatte herstellen und neu befestigen lassen und er mit großem Gefolge einritt, um seinen Hof daselbst für längere Zeit zu halten, zeigte sich die weiße Frau wiederum. Sie schien sehr zornig zu seyn, klappernd und mit Ketten rasselnd tobte sie über alle Treppen, durch alle Gänge, schlug an die Thüren, mißhandelte mehrere Hoffräuleins und fürstliche Diener und erwürgte schließlich den Koch und Fourier des Markgrafen, was den Letztern bewog, sofort das Schloß wieder zu verlassen. | + | Zwanzig Jahre nachher, als Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg die im J. 1554 in dem Kampfe der Reichstruppen wider [[vip: |
| Am 26. August des Jahres 1677 ritt der tapfere Erdmann Philipp, Markgraf von Brandenburg, | Am 26. August des Jahres 1677 ritt der tapfere Erdmann Philipp, Markgraf von Brandenburg, | ||
| - | In Berlin zeigte sich das Gespenst im Schlosse am 1. Januar 1598 acht Tage vor dem Tode des Churfürsten Johann Georg, 1619 am 1. December 23 Tage vor dem Tode des Churfürsten Sigismund, 1667 sah die Churfürstin Louise Henriette das Gespenst nach der damaligen Mode frisirt und in Atlas gekleidet an ihrem Schreibtische sitzen, und starb bald darauf, nachdem es sich 1659 auch gezeigt, ohne daß ein Todesfall erfolgte, und im Jahre 1656 trat es dem Oberstallmeister des Fürsten von Holstein, von Bernsdorf, als derselbe die Treppe hinuntersteigen wollte, in den Weg und packte denselben, als er es ruhig anredete, am Halse und schleuderte ihn die Treppe hinab. Am folgenden Morgen trifft die Nachricht ein, daß die Mutter des Churfürsten zu Crossen und auch seine Schwester, die Herzogin von Schöningen, | + | In [[geo:Berlin]] zeigte sich das Gespenst im Schlosse am 1. Januar 1598 acht Tage vor dem Tode des Churfürsten Johann Georg, 1619 am 1. December 23 Tage vor dem Tode des Churfürsten Sigismund, 1667 sah die Churfürstin Louise Henriette das Gespenst nach der damaligen Mode frisirt und in Atlas gekleidet an ihrem Schreibtische sitzen, und starb bald darauf, nachdem es sich 1659 auch gezeigt, ohne daß ein Todesfall erfolgte, und im Jahre 1656 trat es dem Oberstallmeister des Fürsten von Holstein, von Bernsdorf, als derselbe die Treppe hinuntersteigen wollte, in den Weg und packte denselben, als er es ruhig anredete, am Halse und schleuderte ihn die Treppe hinab. Am folgenden Morgen trifft die Nachricht ein, daß die Mutter des Churfürsten zu Crossen und auch seine Schwester, die Herzogin von Schöningen, |
| In neuester Zeit ist nun aber nicht blos die ganze Erscheinung der weißen Frau im Allgemeinen, | In neuester Zeit ist nun aber nicht blos die ganze Erscheinung der weißen Frau im Allgemeinen, | ||
| - | Hinsichtlich der Persönlichkeit der weißen Frau selbst hat man sich jedoch nicht auf die Gräfin von Orlamünde beschränkt, | + | Hinsichtlich der Persönlichkeit der weißen Frau selbst hat man sich jedoch nicht auf die Gräfin von Orlamünde beschränkt, |
| Endlich hat ein gewisser Nagel((Diss. de celebri spectro quod vulgo die weiße Frau nominant. Viteb. 1743 in 4°.)) die Behauptung aufgestellt, | Endlich hat ein gewisser Nagel((Diss. de celebri spectro quod vulgo die weiße Frau nominant. Viteb. 1743 in 4°.)) die Behauptung aufgestellt, | ||
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| Noch muß hier bemerkt werden, daß heute noch in Baireuth zwei Bilder der weißen Frau vorhanden sind, die aber einander gänzlich unähnlich sind. Das eine befindet sich im neuen Residenzschlosse, | Noch muß hier bemerkt werden, daß heute noch in Baireuth zwei Bilder der weißen Frau vorhanden sind, die aber einander gänzlich unähnlich sind. Das eine befindet sich im neuen Residenzschlosse, | ||
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