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sagen:sagenbuchlausitzii-188

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 === I. === === I. ===
  
-Viele sagen, daß die Stadt von dem alten böhmischen Herzog Kroko gebaut worden sei und von dessen Tochter, der nachmaligen Böhmenkönigin Libussa den Namen erhalten habe. Nach [[vip:libuse|Libussa's]] Tode habe sich deren [[typ:diener|Dienerin]] [[vip:Wlasta]], eine mährische [[typ:Jungfrau]], gegen den Böhmenherzog aufgelehnt und in dem dadurch entstandenen sogenannten Mägdekriege von einem Schlosse Devin aus, das sie nicht weit von [[geo:Löbau]] erbaut, diese noch kleine Stadt und die ganze Löbauer Gegend mit [[typ:Mord]] und [[typ:stadtbrand|Brand]] verwüstet.+Viele sagen, daß die Stadt von dem alten böhmischen Herzog Kroko gebaut worden sei und von dessen Tochter, der nachmaligen Böhmenkönigin Libussa den Namen erhalten habe. Nach [[vip:libussa|Libussa's]] Tode habe sich deren Dienerin [[vip:Wlasta]], eine mährische Jungfrau, gegen den Böhmenherzog aufgelehnt und in dem dadurch entstandenen sogenannten [[zeit:mägdekrieg|Mägdekriege]] von einem Schlosse Devin aus, das sie nicht weit von [[geo:Löbau]] erbaut, diese noch kleine Stadt und die ganze Löbauer Gegend mit Mord und Brand verwüstet.
  
 === II. === === II. ===
  
-Zwischen Löbau und Großschweidniß befindet sich ein [[typ:quelle|Quell]], der mit der Entstehung Löbau's zusammenhängt. Vor mehr als tausend Jahren lebte ein tapferer Slavenjüngling, Namens Mlink oder Monk. Der war zum Sterben verliebt in Marja, die Tochter eines Slavenhäuptlings. Aber er konnte nur heimlich mit ihr zusammenkommen, da der Vater der Geliebten dem Bunde grollte. Einst wandelte er in stiller Mitternacht mit Marja am Ufer eines Stroms. Da erschien den Liebenden plötzlich die Fee Pichipownicza und verkündigte Mlink, daß er nur immer gegen Sonnenaufgang ziehen sollte. Dort würde er ein schönes Land finden, das solle er sich erkämpfen. Dann würde Marja sein werden. Da trennten sich die Liebenden.+Zwischen [[geo:Löbau]] und [[geo:grossschweidnitz|Großschweidniß]] befindet sich ein Quell, der mit der Entstehung Löbau's zusammenhängt. Vor mehr als tausend Jahren lebte ein tapferer Slavenjüngling, Namens Mlink oder Monk. Der war zum Sterben verliebt in Marja, die Tochter eines Slavenhäuptlings. Aber er konnte nur heimlich mit ihr zusammenkommen, da der Vater der Geliebten dem Bunde grollte. Einst wandelte er in stiller Mitternacht mit Marja am Ufer eines Stroms. Da erschien den Liebenden plötzlich die [[wesen:Fee]] Pichipownicza und verkündigte Mlink, daß er nur immer gegen Sonnenaufgang ziehen sollte. Dort würde er ein schönes Land finden, das solle er sich erkämpfen. Dann würde Marja sein werden. Da trennten sich die Liebenden.
  
-Der tapfere Jüngling bestieg sein Roß und ritt immer gen Sonnenaufgang, Durch Wälder und Sümpfe, Einöden und Schluchten brach er sich Bahn. Mit Riesen und Zwergen, Drachen und bösen Geistern kämpfte er und überwand sie alle. Da kam er in ein reizendes Thal, wo ein herrlicher Bergstrom dahinrauschte. Da rief der Jüngling aus: Jow sso mi lubi, hier gefällt es mir! und er durchstreifte den Wald und kam an einen herrlichen Quell. Da erschien ihm wieder die Fee und befahl ihm, hier eine Stadt zu gründen. Darauf kehrte er zurück an den Hof seines Fürsten und verkündigte ihm, welch schönes Land er gefunden. Da machte sich der alte Häuptling auf und der ganze Stamm schaarte fich um ihn und sie zogen gen Sonnenaufgang, bis sie in das Thal gelangten, und wo der köstliche Quell entspringt, gründeten sie eine Stadt und verehrten die gütige Fee Pichipownicza. Mlink und Marja aber wurden ein glückliches Paar.+Der tapfere Jüngling bestieg sein Roß und ritt immer gen Sonnenaufgang, Durch Wälder und Sümpfe, Einöden und Schluchten brach er sich Bahn. Mit [[wesen:riese|Riesen]] und [[wesen:zwerg|Zwergen]][[wesen:drache|Drachen]] und bösen Geistern kämpfte er und überwand sie alle. Da kam er in ein reizendes Thal, wo ein herrlicher Bergstrom dahinrauschte. Da rief der Jüngling aus: Jow sso mi lubi, hier gefällt es mir! und er durchstreifte den Wald und kam an einen herrlichen Quell. Da erschien ihm wieder die Fee und befahl ihm, hier eine Stadt zu gründen. Darauf kehrte er zurück an den Hof seines Fürsten und verkündigte ihm, welch schönes Land er gefunden. Da machte sich der alte Häuptling auf und der ganze Stamm schaarte sich um ihn und sie zogen gen Sonnenaufgang, bis sie in das Thal gelangten, und wo der köstliche Quell entspringt, gründeten sie eine Stadt und verehrten die gütige Fee Pichipownicza. Mlink und Marja aber wurden ein glückliches Paar.
  
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 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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