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sagen:sagenbuchlausitzii-150

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-Das Dorf [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] bei [[geo:Görlitz]], in alten Schriften Javornick, Jalbernick genannt, liegt zwischen zwei hohen Bergen, von denen der gegen Morgen der Niederberg, der gegen Abend der Oberberg genannt wird. Der Niederberg heißt auch der Burgberg. An seinem Fuße liegt die [[typ:Kirche]] und auf seiner Höhe, zu welcher jetzt eine bequeme Treppe hinaufführt, steht auf steinernem Postamente ein großes Kruzifix von Schmiedeeisen. Man hat dort eine reizende Aussicht ringsumher in die fruchtbaren Thalgelände der [[region:Neiße]] und weithin auf die schlesischen, böhmischen und Lausitzischen Bergzüge. +Das Dorf [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] bei [[geo:Görlitz]], in alten Schriften Javornick, Jalbernick genannt, liegt zwischen zwei hohen Bergen, von denen der gegen Morgen der Niederberg, der gegen Abend der Oberberg genannt wird. Der Niederberg heißt auch der Burgberg. An seinem Fuße liegt die Kirche und auf seiner Höhe, zu welcher jetzt eine bequeme Treppe hinaufführt, steht auf steinernem Postamente ein großes Kruzifix von Schmiedeeisen. Man hat dort eine reizende Aussicht ringsumher in die fruchtbaren Thalgelände der [[region:Neiße]] und weithin auf die schlesischen, böhmischen und Lausitzischen Bergzüge. 
  
-Der ganze Berg ist mit Laubholz bewachsen und man sieht nichts mehr von dem Wege, der von der Nordseite her hinaufführte, nichts von den [[typ:ruine|Trümmern]] der Burg, die hier vor Zeiten gestanden haben soll, nichts von dem [[typ:ringwall|Wall]] und der Mauer, wovon sie umschlossen war. Noch vor hundert Jahren konnte man erkennen, daß die obere Spitze des Berges in einem Umkreise von 592 Fuß umwallt, und weiter unten rund um denselben herum eine Mauer von 2200 Fuß in der Runde geführt worden war. An der Mitternachtsseite war ein Theil dieses Raumes durch eine Quermauer abgeschnitten, und man nannte diesen Theil noch damals „den Hof“, ohne daß die Sage berichtete, zu welcher Zeit dort ein Schloß gestanden, wer es bewohnt habe und wodurch es zerstört worden sei. Alte Stöcke von umfangreichen Eichenbäumen, bis auf die Erde abgefault, bezeugen, daß vor vielen hundert Jahren schon die Burg in Trümmern fiel.+Der ganze Berg ist mit Laubholz bewachsen und man sieht nichts mehr von dem Wege, der von der Nordseite her hinaufführte, nichts von den Trümmern der Burg, die hier vor Zeiten gestanden haben soll, nichts von dem Wall und der Mauer, wovon sie umschlossen war. Noch vor hundert Jahren konnte man erkennen, daß die obere Spitze des Berges in einem Umkreise von 592 Fuß umwallt, und weiter unten rund um denselben herum eine Mauer von 2200 Fuß in der Runde geführt worden war. An der Mitternachtsseite war ein Theil dieses Raumes durch eine Quermauer abgeschnitten, und man nannte diesen Theil noch damals „den Hof“, ohne daß die Sage berichtete, zu welcher Zeit dort ein Schloß gestanden, wer es bewohnt habe und wodurch es zerstört worden sei. Alte Stöcke von umfangreichen Eichenbäumen, bis auf die Erde abgefault, bezeugen, daß vor vielen hundert Jahren schon die Burg in Trümmern fiel.
  
-Die Sage berichtet von [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] Folgendes: Als in der [[region:Lausitz]] noch das Evangelium mit dem Heidenthume zu kämpfen hatte, kam einst der [[vip:wenzel|heilige Wenzel]] mit seiner frommen Gemahlin in unsere Gegend, um auf den dichtbewaldeten Bergen bei dem jetzigen [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] zu jagen. Mitten in der [[typ:Jagd]] überfiel den König ein entsetzliches [[typ:gewitter|Ungewitter]] und der Königin ward [[typ:angst]] und hange, daß sie laut zu weinen und zu schluchzen begann. Da tröstete sie ihr Gemahl mit den Worten „jaure nice“, d. h. wimmre nicht, und gelobte dem Höchsten eine [[typ:Kapelle]] zu bauen, wenn er seines Lebens verschonen wolle. Der Sturm ging vorüber und der König hielt sein Versprechen und nannte die Kirche Jauernick.+Die Sage berichtet von Jauernick Folgendes: Als in der [[region:Lausitz]] noch das Evangelium mit dem Heidenthume zu kämpfen hatte, kam einst der [[vip:wenzel|heilige Wenzel]] mit seiner frommen Gemahlin in unsere Gegend, um auf den dichtbewaldeten Bergen bei dem jetzigen Jauernick zu jagen. Mitten in der Jagd überfiel den König ein entsetzliches Ungewitter und der Königin ward angst und hange, daß sie laut zu weinen und zu schluchzen begann. Da tröstete sie ihr Gemahl mit den Worten „jaure nice“, d. h. wimmre nicht, und gelobte dem Höchsten eine Kapelle zu bauen, wenn er seines Lebens verschonen wolle. Der Sturm ging vorüber und der König hielt sein Versprechen und nannte die Kirche Jauernick.
  
-Diese Kirche galt als die älteste in der OberLausitz. Sie war anfangs nur von Holz aufgeführt. Einer von Salza aber, der Pfarrer in Jauernick und hernach [[typ:Bischof]] in [[geo:Breslau]] gewesen, hat sie von Stein aufgebaut nebst dem alten festen Pfarrhause.+Diese Kirche galt als die älteste in der OberLausitz. Sie war anfangs nur von Holz aufgeführt. Einer von Salza aber, der Pfarrer in Jauernick und hernach Bischof in [[geo:Breslau]] gewesen, hat sie von Stein aufgebaut nebst dem alten festen Pfarrhause.
  
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 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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