sagen:sagenbuchlausitzii-149
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| Sal. Gottl. Frenzel, Chronik von Hoyerswerda 1744 S. 2. | Sal. Gottl. Frenzel, Chronik von Hoyerswerda 1744 S. 2. | ||
| - | Die Grafen und Herren Wrßowsken waren im Königreich [[region: | + | Die Grafen und Herren Wrßowsken waren im Königreich [[region: |
| Die Nacht darauf hatte die Herzogin einen schweren Traum. Es erschien ihr Johannes der Täufer und redete sie also an: „Stehe auf, Frau, und rüste 50 gewappnete Männer, auf daß sie eilend dem Fürsten nachfolgen, denn sein Leben ist in Gefahr.“ Die Fürstin erwachte und vollzog in großer Angst und Hast den Befehl ihres himmlischen Beschützers. Inzwischen jagten die Grafen mit dem Herzog in der Gegend des Berges Wely, suchten ihn von seinen Gefährten zu trennen und plötzlich fielen sie über ihn her, banden ihn und warfen ihn zu Boden, ja sie sprangen zur Kurzweil mit ihren Pferden über ihn weg. In solcher Angst und Noth betete Herzog Jaromir voll Sehnsucht zu Gott und seinem Schutzpatron St. Johannes. Die Grafen aber spotteten seiner: Weder Gott noch St. Johannes könnten ihn mehr aus ihren Händen erretten. Sie nahmen ihn und banden ihn aufrecht zwischen zwei Eichen fest. Da kommt der Jäger Hovoran, der seinen Herrn gesucht hatte, auf den Schauplaß des Frevels, entseget sich, kehrt sogleich um, um Hülfe zu holen, stößt auf die von der Herzogin abgeschickten Reiter, theilt ihnen mit, was er gesehen und legt sie in einen Hinterhalt, auf daß sie seines Winkes gewärtig seien. | Die Nacht darauf hatte die Herzogin einen schweren Traum. Es erschien ihr Johannes der Täufer und redete sie also an: „Stehe auf, Frau, und rüste 50 gewappnete Männer, auf daß sie eilend dem Fürsten nachfolgen, denn sein Leben ist in Gefahr.“ Die Fürstin erwachte und vollzog in großer Angst und Hast den Befehl ihres himmlischen Beschützers. Inzwischen jagten die Grafen mit dem Herzog in der Gegend des Berges Wely, suchten ihn von seinen Gefährten zu trennen und plötzlich fielen sie über ihn her, banden ihn und warfen ihn zu Boden, ja sie sprangen zur Kurzweil mit ihren Pferden über ihn weg. In solcher Angst und Noth betete Herzog Jaromir voll Sehnsucht zu Gott und seinem Schutzpatron St. Johannes. Die Grafen aber spotteten seiner: Weder Gott noch St. Johannes könnten ihn mehr aus ihren Händen erretten. Sie nahmen ihn und banden ihn aufrecht zwischen zwei Eichen fest. Da kommt der Jäger Hovoran, der seinen Herrn gesucht hatte, auf den Schauplaß des Frevels, entseget sich, kehrt sogleich um, um Hülfe zu holen, stößt auf die von der Herzogin abgeschickten Reiter, theilt ihnen mit, was er gesehen und legt sie in einen Hinterhalt, auf daß sie seines Winkes gewärtig seien. | ||
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| Unterdessen hatten die Grafen angefangen, auf den Herzog wie nach einer Scheibe zu schießen, und wenn nicht der heilige Johannes die mörderischen Pfeile mit seinem Mantel aufgefangen hätte, so wäre es um ihn geschehen gewesen. Da erschien Hovoran. Kaum gewahrten sie ihn, so nahmen sie ihn gefangen. Sein ebenfalls gefangener aber meineidig gewordener Genosse sollte ihn erdrosseln. Da bat er, man möchte ihm erlauben noch dreimal in sein Jägerhorn zu stoßen. Also blies Hovoran dreimal und beim drittenmale brachen die Reiter hervor und nahmen dreizehn der Grafen gefangen. Nur Kochan entkam, indem er sich unter Eichenlaub versteckte. Der treulose Hrivez aber fiel vom Baume, brach ein Bein und wurde so gefangen. So wurde Jaromir aus den Händen seiner grausamen Feinde errettet. | Unterdessen hatten die Grafen angefangen, auf den Herzog wie nach einer Scheibe zu schießen, und wenn nicht der heilige Johannes die mörderischen Pfeile mit seinem Mantel aufgefangen hätte, so wäre es um ihn geschehen gewesen. Da erschien Hovoran. Kaum gewahrten sie ihn, so nahmen sie ihn gefangen. Sein ebenfalls gefangener aber meineidig gewordener Genosse sollte ihn erdrosseln. Da bat er, man möchte ihm erlauben noch dreimal in sein Jägerhorn zu stoßen. Also blies Hovoran dreimal und beim drittenmale brachen die Reiter hervor und nahmen dreizehn der Grafen gefangen. Nur Kochan entkam, indem er sich unter Eichenlaub versteckte. Der treulose Hrivez aber fiel vom Baume, brach ein Bein und wurde so gefangen. So wurde Jaromir aus den Händen seiner grausamen Feinde errettet. | ||
| - | Für seine treue Hülfe aber hat der Herzog den Hovoran hochgeehrt, sein Lob in ganz [[region:Böhmen]] kund machen lassen, ihn und seine Nachkommen zum Range eines Großjägermeisters erhoben und ihm mit Bewilligung des Kaisers ein freiherrliches Wappen verliehen, darinnen zwei fünf knotige Eichenzweige kreuzweis im goldenen Felde zu sehen sind. | + | Für seine treue Hülfe aber hat der Herzog den Hovoran hochgeehrt, sein Lob in ganz Böhmen kund machen lassen, ihn und seine Nachkommen zum Range eines Großjägermeisters erhoben und ihm mit Bewilligung des Kaisers ein freiherrliches Wappen verliehen, darinnen zwei fünf knotige Eichenzweige kreuzweis im goldenen Felde zu sehen sind. |
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