sagen:sagenbuchlausitzii-131
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| Um dieselbe Zeit, als die Landeskronenburg gebaut wurde, im Jahre 960, ward auch die Burg auf dem Limasberge erbaut. Dieser Berg liegt nicht weit von [[geo: | Um dieselbe Zeit, als die Landeskronenburg gebaut wurde, im Jahre 960, ward auch die Burg auf dem Limasberge erbaut. Dieser Berg liegt nicht weit von [[geo: | ||
| - | Es ward auch ein vornehmer [[typ:Götze]] dahin geseßt, den die [[volk:Sorben]] Porovit | + | Es ward auch ein vornehmer [[ding:Götze]] dahin geseßt, den die Sorben |
| - | Als nun der deutsche Kaiser solcher greulichen Abgötterei in diesen Gegenden ein Ende machen und die Sorben zum christlichen Glauben | + | Als nun der deutsche Kaiser solcher greulichen Abgötterei in diesen Gegenden ein Ende machen und die Sorben zum christlichen Glauben bekehren wollte, kamen die kaiserlichen Kriegsvölker auch im Jahre 970 hierher und griffen zuerst die Landeskrone an, fanden aber harten Widerstand und vermochten es nicht, sie zu erobern. Da wendeten sie sich gegen den Limasberg. Als dies Crescentius erfuhr, welcher mit 5000 Mann auf den Königsshainer Bergen stand, nahm er 3000 Mann und rückte bis an sein Schloß, um dasselbe zu vertheidigen. Allein dort vernahm er von einem Landkundschafter, |
| - | Nun entspann sich eine sehr hitzige | + | Nun entspann sich eine sehr hitzige Schlacht zwischen den [[volk: |
| - | Gegen Morgen stand ein großes Gebäude, in welchem wohl hundert Pferde Raum hatten. Von der [[typ:Schanze]] an bis an die Abendseite des Gipfels war eine stark befestigte | + | Gegen Morgen stand ein großes Gebäude, in welchem wohl hundert Pferde Raum hatten. Von der Schanze an bis an die Abendseite des Gipfels war eine stark befestigte Mauer, viele hundert Schritte im Umfange, so daß einige Tausend Mann innerhalb derselben aufgestellt werden konnten. Außerhalb der Mauer waren große Gruben gegraben und Pfähle mit eisernen Spitzen eingeschlagen, |
| - | Und die Sorben vertheidigten sich hartnäckig auf allen Seiten und wollten den Deutschen nicht weichen. Selbst das in die Veste geworfene | + | Und die Sorben vertheidigten sich hartnäckig auf allen Seiten und wollten den Deutschen nicht weichen. Selbst das in die Veste geworfene Feuer that ihnen keinen Schaden, denn sie hatten einen köstlichen Brunnen im Hofe, dahinein konnten sie das Wasser in bleiernen Röhren durch eine geheime Kunst, die Niemand gewahr wurde, leiten und von unten auf den Berg ziehen, also daß es ihnen an Wasser zum Trinken wie zum Löschen niemals gebrach. Zudem war auf dem Berge eine gemauerte Cisterne, welche sie stets voll Wasser hatten. So hielten sie sich fünf Tage lang, bis ihnen die Lebensmittel ausgingen und sie sich ergeben mußten auf Gnade und Ungnade. |
| - | Da war aber von keiner | + | Da war aber von keiner Gnade die Rede. Die Deutschen, die selbst viel Leute verloren hatten, schonten nichts, sondern hieben Alles nieder, so daß nur sehr wenige dem Blutbade entrannen. Crescentius selbst aber stürzte sich auf der Mitternachtseite von der Burg herab. Einige sagen, er sei dort von den Kaiserlichen in Stücken gehauen worden. Im [[region: |
| - | Nachdem diese nun die Limasburg erobert hatten, zerstörten sie dieselbe und brannten sie nieder. Hierauf wandten sie sich gegen die übrigen Sorben, die sich noch auf den Königshainer Bergen in der festen Stellung hielten, konnten ihnen aber nicht viel anhaben, da sie sich gar gut verschanzt hatten. Endlich aber besiegten und zerstreuten sie die Tapfern mit Hülfe des Markgrafen [[vip: | + | Nachdem diese nun die Limasburg erobert hatten, zerstörten sie dieselbe und brannten sie nieder. Hierauf wandten sie sich gegen die übrigen Sorben, die sich noch auf den Königshainer Bergen in der festen Stellung hielten, konnten ihnen aber nicht viel anhaben, da sie sich gar gut verschanzt hatten. Endlich aber besiegten und zerstreuten sie die Tapfern mit Hülfe des Markgrafen [[vip: |
| Nachdem Ziscibor den Feind in die böhmischen Wälder und Berge getrieben hatte, kam er zurück und entsendete einen Theil seiner Krieger auf die Landeskrone. Mit den übrigen zog er auf den Limasberg in großer Trauer um seinen Freund Crescentius und das schöne Schloß, fand aber dort nichts als eine Brandstätte und wüste Mauern. Er machte sogleich Anstalt, die Burg wieder aufzubauen und berief dazu die bei [[geo: | Nachdem Ziscibor den Feind in die böhmischen Wälder und Berge getrieben hatte, kam er zurück und entsendete einen Theil seiner Krieger auf die Landeskrone. Mit den übrigen zog er auf den Limasberg in großer Trauer um seinen Freund Crescentius und das schöne Schloß, fand aber dort nichts als eine Brandstätte und wüste Mauern. Er machte sogleich Anstalt, die Burg wieder aufzubauen und berief dazu die bei [[geo: | ||
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