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sagen:sagenbuchlausitzii-119

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 Da sandte der Rath Schaarwächter aus, welche den Unschuldigen, der ganz ruhig dabergeritten kam, fingen und gebunden zur Stadt führten. Da er vor Gericht sehr erschrak, man auch die Kleinodien feines Herrn bei ihm fand, glaubte man dem falschen Knechte und machte dem Unschuldigen kurzen Prozeß, verurtheilte ihn zum Strange und führte ihn des andern Tages unter gewaltigem Zulauf des Volkes in früher Morgenstunde hinaus auf den Richtplatz vor dem Nikolaithore. Da sandte der Rath Schaarwächter aus, welche den Unschuldigen, der ganz ruhig dabergeritten kam, fingen und gebunden zur Stadt führten. Da er vor Gericht sehr erschrak, man auch die Kleinodien feines Herrn bei ihm fand, glaubte man dem falschen Knechte und machte dem Unschuldigen kurzen Prozeß, verurtheilte ihn zum Strange und führte ihn des andern Tages unter gewaltigem Zulauf des Volkes in früher Morgenstunde hinaus auf den Richtplatz vor dem Nikolaithore.
  
-Herr Emmerich war indessen auch herangekommen, und als er auf die Höhe hinter Reichenbach kam, hörte er das Geläute der Glocken in Görlitz. Als er nun fragte, was es zu bedeuten hätte, hörte er voll Schrecken die ganze Geschichte und daß man eben seinen treuen Diener, den er sehr liebte, zum Galgen führe. In großer Angst stieß er seinem Pferde die Sporen in den Leib, jagte, so viel das Thier nur laufen konnte, auf Görlitz zu, und als er an die Stelle kam, wo jetzt die Kapelle steht, brach ihm sein Pferd unter dem Leibe zusammen. Jetzt hatte man ihn aber erblickt, denn er winkte mit einem weißen Tuche zu, daß man einhalten sollte, und mit Schrecken erkannte man in ihm den todt geglaubten Emmerich. +Herr Emmerich war indessen auch herangekommen, und als er auf die Höhe hinter [[geo:reichenbachol|Reichenbach]] kam, hörte er das Geläute der Glocken in Görlitz. Als er nun fragte, was es zu bedeuten hätte, hörte er voll Schrecken die ganze Geschichte und daß man eben seinen treuen Diener, den er sehr liebte, zum Galgen führe. In großer Angst stieß er seinem Pferde die Sporen in den Leib, jagte, so viel das Thier nur laufen konnte, auf Görlitz zu, und als er an die Stelle kam, wo jetzt die Kapelle steht, brach ihm sein Pferd unter dem Leibe zusammen. Jetzt hatte man ihn aber erblickt, denn er winkte mit einem weißen Tuche zu, daß man einhalten sollte, und mit Schrecken erkannte man in ihm den todt geglaubten Emmerich. 
  
 Der unschuldige Diener, welcher den Strick schon um den Hals hatte, wurde sogleich frei gegeben, der falsche Ankläger aber auf der Stelle statt seiner an den lichten Galgen gehenkt. Emmerich ließ eine Kapelle auf die Stelle bauen, wo er zum Richtplatze gelangte und wo ihm sein Pferd zusammenstürzte, zum Dank gegen Gott, der ihm geholfen hatte, ein unschuldiges Menschenleben zu retten. Auch ließ er die Geschichte auf Leinwand malen und in der Klosterkirche aufhängen, wo das Bild noch lange zu sehen gewesen ist. Der unschuldige Diener, welcher den Strick schon um den Hals hatte, wurde sogleich frei gegeben, der falsche Ankläger aber auf der Stelle statt seiner an den lichten Galgen gehenkt. Emmerich ließ eine Kapelle auf die Stelle bauen, wo er zum Richtplatze gelangte und wo ihm sein Pferd zusammenstürzte, zum Dank gegen Gott, der ihm geholfen hatte, ein unschuldiges Menschenleben zu retten. Auch ließ er die Geschichte auf Leinwand malen und in der Klosterkirche aufhängen, wo das Bild noch lange zu sehen gewesen ist.
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 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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sagen/sagenbuchlausitzii-119.1738256192.txt.gz · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1