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sagen:sagenbuchlausitzii-114b

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 Im 11. Jahrhundert vornehmlich gefiel es einem Ritter Kunz oder Kunrad, sich an der [[region:Neiße]], nicht weit von der zittauischen Straße, Creolsdorf gegenüber, niederzulassen und einem neuen Dörflein den Namen zu geben, welches in alten Schriften bald Kunzendorf, bald Kunradsdorf genannt wird. Ein anderer vom Geschlechte derer von Cale, wählte sich dagegen die Gegend, welche vom Frauenthore bis an die Neiße sich herunterzieht und noch jetzt die Cale heißt. Seine Nachkommen blühten bis zum 14. Jahrhundert fort und einige von ihnen finden wir in der Reihe der Bürgermeister.  Im 11. Jahrhundert vornehmlich gefiel es einem Ritter Kunz oder Kunrad, sich an der [[region:Neiße]], nicht weit von der zittauischen Straße, Creolsdorf gegenüber, niederzulassen und einem neuen Dörflein den Namen zu geben, welches in alten Schriften bald Kunzendorf, bald Kunradsdorf genannt wird. Ein anderer vom Geschlechte derer von Cale, wählte sich dagegen die Gegend, welche vom Frauenthore bis an die Neiße sich herunterzieht und noch jetzt die Cale heißt. Seine Nachkommen blühten bis zum 14. Jahrhundert fort und einige von ihnen finden wir in der Reihe der Bürgermeister. 
  
-Nordwärts, diesseit der Neiße, da wo jetzt die Rothenburgerstraße, sonst Galgen- und Neugasse sich hinzieht, gründete das Geschlecht der Wicker die Niederlassung Wickersdorf. Auch dieses Geschlecht wird in den Jahrbüchern der Stadt häufig erwähnt. Am rechten Neißufer gegen Morgen, zwischen der Laubaner und Wennersdorfer Straße, entstand das Dorf Klephiswalde, gegen Mittag [[geo:Barthelsdorf]]. Die Gärten und Felder dieser Ansiedlung dehnten sich bald bis nach Moys, Hermsdorf und Leutholdshain aus. Inmitten dieser Dörfer, da wo ehemals der Voigtshof stand und jetzt das Zuchthaus ist, errichtete später der [[vip:sobeslavi|Böhmenherzog Sobieslav]], um seine landesherrliche Hohheit über diese Gegenden geltend zu machen, eine aus rohen Baumstämmen zusammengeschrotete Veste, von den Leuten Drebnow, d. h. Holzburg, genannt, er baute dazu eine in Felsen gehauene Kapelle, dem heiligen [[vip:Georg]] geweiht, über welcher nachher der herrliche Bau der Peterskirche sich erhob. +Nordwärts, diesseit der Neiße, da wo jetzt die Rothenburgerstraße, sonst Galgen- und Neugasse sich hinzieht, gründete das Geschlecht der Wicker die Niederlassung Wickersdorf. Auch dieses Geschlecht wird in den Jahrbüchern der Stadt häufig erwähnt. Am rechten Neißufer gegen Morgen, zwischen der Laubaner und Wennersdorfer Straße, entstand das Dorf Klephiswalde, gegen Mittag Barthelsdorf. Die Gärten und Felder dieser Ansiedlung dehnten sich bald bis nach Moys, Hermsdorf und Leutholdshain aus. Inmitten dieser Dörfer, da wo ehemals der Voigtshof stand und jetzt das Zuchthaus ist, errichtete später der [[vip:sobeslavi|Böhmenherzog Sobieslav]], um seine landesherrliche Hohheit über diese Gegenden geltend zu machen, eine aus rohen Baumstämmen zusammengeschrotete Veste, von den Leuten Drebnow, d. h. Holzburg, genannt, er baute dazu eine in Felsen gehauene Kapelle, dem heiligen [[vip:Georg]] geweiht, über welcher nachher der herrliche Bau der Peterskirche sich erhob. 
  
 Aber die Holzburg wurde von den [[volk:sachsenvolk|Sachsen]], die auf der [[region:landeskrone|Landskrone]] hauseten, angezündet und brannte gänzlich ab. Da ließ der Herzog im Jahre 1131 die Burg von Steinen wieder aufbauen und rings umher ein größeres Gebiet mit Mauern und Gräben umziehen. So entstand aus einer wüsten Brandstätte die Stadt [[geo:Görlitz]], mit ihrem Namen ihren Ursprung verrathend. Aber die Holzburg wurde von den [[volk:sachsenvolk|Sachsen]], die auf der [[region:landeskrone|Landskrone]] hauseten, angezündet und brannte gänzlich ab. Da ließ der Herzog im Jahre 1131 die Burg von Steinen wieder aufbauen und rings umher ein größeres Gebiet mit Mauern und Gräben umziehen. So entstand aus einer wüsten Brandstätte die Stadt [[geo:Görlitz]], mit ihrem Namen ihren Ursprung verrathend.
sagen/sagenbuchlausitzii-114b.1712662528.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)