sagen:sagenbuchlausitzi-341
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| II. u. III. Akten der Naturforsch. Gesellsch. zu º Ä für Alterth. No. 93. Fol. 71. Msc. Schäfer' | II. u. III. Akten der Naturforsch. Gesellsch. zu º Ä für Alterth. No. 93. Fol. 71. Msc. Schäfer' | ||
| - | Es haben sich die Gelehrten in ihren Büchern und Schriften gestritten und die Köpfe zerbrochen, wie aus einem armen Hirtenknaben und einfältigen | + | Es haben sich die Gelehrten in ihren Büchern und Schriften gestritten und die Köpfe zerbrochen, wie aus einem armen Hirtenknaben und einfältigen Schuster [[vip: |
| I. | I. | ||
| - | Zum Ersten: Als Jakob Böhme noch ein kleiner Knabe war und das Vieh hütete, kam er auch eines Tages mit seinen Kühen auf die [[region: | + | Zum Ersten: Als Jakob Böhme noch ein kleiner Knabe war und das Vieh hütete, kam er auch eines Tages mit seinen Kühen auf die [[region: |
| II. | II. | ||
| - | Zum andern: Als ihn sein Vater bei einem [[typ: | + | Zum andern: Als ihn sein Vater bei einem Schuhmacher in [[geo: |
| - | Aber nicht weit vom Laden steht er still und ruft mit lauter und ernster Stimme: Jakob, komm' heraus! Jakob erschrickt, wie ihn der Fremde bei seinem Taufnamen nennet, steht aber auf und geht zu ihm auf die Gasse. Ernst aber freundlich und mit lichtfunkelnden Augen schaut ihm der Mann ins Angesicht, fasset ihn bei der rechten Hand, sieht ihm stark in die Augen und spricht zu ihm: Jakob, Du bist klein, aber Du wirst ein großer Mann werden und wird eine völlige Veränderung mit Dir vorgehen, daß sich die Welt über Dich verwundern wird. Du wirst viel Noth, [[typ: | + | Aber nicht weit vom Laden steht er still und ruft mit lauter und ernster Stimme: Jakob, komm' heraus! Jakob erschrickt, wie ihn der Fremde bei seinem Taufnamen nennet, steht aber auf und geht zu ihm auf die Gasse. Ernst aber freundlich und mit lichtfunkelnden Augen schaut ihm der Mann ins Angesicht, fasset ihn bei der rechten Hand, sieht ihm stark in die Augen und spricht zu ihm: Jakob, Du bist klein, aber Du wirst ein großer Mann werden und wird eine völlige Veränderung mit Dir vorgehen, daß sich die Welt über Dich verwundern wird. Du wirst viel Noth, Armuth und Verfolgung leiden, aber sei getrost und fürchte Dich nicht, fürchte aber Gott und ehre sein Wort und bleibe beständig in allen Dingen, denn Du bist Gott lieb und er ist Dir gnädig. Darauf hat ihm der Mann die Hand gedrückt, wiederum stark in die Augen gesehen und ist seines Weges fürbaß gegangen. Jakob aber hat seine Worte wohl in Acht genommen, der Weissagung geglaubet in aller Einfalt und Demuth und das Bild des Fremden nimmer aus seinem Gedächtniß verloren. |
| III. | III. | ||
| Zum Dritten: Im Jahre 1600, im fünfundzwanzigsten Jahre seines Alters, als Jakob schon mehr mit geistlichen Dingen, denn mit Handwerksgeschäften, | Zum Dritten: Im Jahre 1600, im fünfundzwanzigsten Jahre seines Alters, als Jakob schon mehr mit geistlichen Dingen, denn mit Handwerksgeschäften, | ||
| - | Aber Jakob hat es für eine Phantasie gehalten und hat sich's wollen aus dem Gemüth schlagen, geht zum Hause hinaus auf die Gassen und in's freie Feld über die grünen Wiesen vor'm Neißthore zu [[geo:Görlitz]]. Aber das Gesicht ist nicht von ihm gewichen, und hat's je länger, je mehr klarer empfunden, und wo er hingeschaut, | + | Aber Jakob hat es für eine Phantasie gehalten und hat sich's wollen aus dem Gemüth schlagen, geht zum Hause hinaus auf die Gassen und in's freie Feld über die grünen Wiesen vor'm Neißthore zu Görlitz. Aber das Gesicht ist nicht von ihm gewichen, und hat's je länger, je mehr klarer empfunden, und wo er hingeschaut, |
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