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sagen:sagenbuchlausitzi-329

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     Handschriftliche Sammlung der Breslauer Lusatia No. 7. Görlitzer Wegweiser 1832 S. 157.      Handschriftliche Sammlung der Breslauer Lusatia No. 7. Görlitzer Wegweiser 1832 S. 157. 
  
-Wenn man von [[geo:Görlitz]] nach [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] geht, kommt man hinter [[geo:cunnewitz|Cunnerwitz]] über eine große [[typ:Wiese]], mit Gehölz umhegt, welche die Herrenwiese genannt wird. Um dieselbe schwebte einst ein langwieriger Rechtsstreit zwischen dem [[kirche:marienthal|Kloster Marienthal]] und dem angrenzenden [[typ:gutsherr|Gutsherrn]]. Dieser Herr wollte den Rechtshandel auf ungerechtem Wege beendigen und das schöne Grundstück also an sich bringen. Er beredete deshalb seinen [[typ:Jäger]] mit Namen Ruprecht, unter dem Versprechen, ihn mit einem Mädchen zu verheirathen, welches dieser liebte, als falscher Zeuge aufzutreten und seine Aussage zu [[typ:eid|beschwören]]. Nachdem der Jäger, verblendet von seiner großen Liebe zu dem Mädchen und irre gemacht durch eine ihm von seinem Herrn eingegebene [[typ:list|Hinterlist]], eingewilligt hatte, ward der Gerichtstag angesetzt, die Richter und Schöppen kamen mit den Zeugen an Ort und Stelle und Ruprecht sollte den Eid leisten. Er that dies auch mit gutem [[typ:mut|Muthe]]. Denn er hatte sich unter seine Füße Erde von den Feldern seines Herrn gebunden und einen Schöpfer, d. h. einen runden [[typ:Löffel]], auf den [[typ:Hut]] gesteckt. [[typ:frevel|Freventlich]] hob er die [[typ:Finger]] zum [[typ:schwur|Schwure]] empor und betheuerte: „So wahr der Schöpfer über mir ist, so wahr stehe ich auf dem Grund und Boden meines Herrn.“ Aber wenn auch die Menschen den [[typ:Betrug]] nicht merkten, Gott wußte Alles, er strafte ihn. Den meineidigen Menschen verschlang vor den Augen des [[typ:gericht|Gerichts]] die Erde.+Wenn man von [[geo:Görlitz]] nach [[geo:jauernickbuschbach|Jauernick]] geht, kommt man hinter [[geo:cunnewitz|Cunnerwitz]] über eine große Wiese, mit Gehölz umhegt, welche die Herrenwiese genannt wird. Um dieselbe schwebte einst ein langwieriger Rechtsstreit zwischen dem [[kirche:marienthal|Kloster Marienthal]] und dem angrenzenden Gutsherrn. Dieser Herr wollte den Rechtshandel auf ungerechtem Wege beendigen und das schöne Grundstück also an sich bringen. Er beredete deshalb seinen Jäger mit Namen Ruprecht, unter dem Versprechen, ihn mit einem Mädchen zu verheirathen, welches dieser liebte, als falscher Zeuge aufzutreten und seine Aussage zu beschwören. Nachdem der Jäger, verblendet von seiner großen Liebe zu dem Mädchen und irre gemacht durch eine ihm von seinem Herrn eingegebene Hinterlist, eingewilligt hatte, ward der Gerichtstag angesetzt, die Richter und Schöppen kamen mit den Zeugen an Ort und Stelle und Ruprecht sollte den Eid leisten. Er that dies auch mit gutem Muthe. Denn er hatte sich unter seine Füße Erde von den Feldern seines Herrn gebunden und einen Schöpfer, d. h. einen runden Löffel, auf den Hut gesteckt. Freventlich hob er die Finger zum Schwure empor und betheuerte: „So wahr der Schöpfer über mir ist, so wahr stehe ich auf dem Grund und Boden meines Herrn.“ Aber wenn auch die Menschen den Betrug nicht merkten, Gott wußte Alles, er strafte ihn. Den meineidigen Menschen verschlang vor den Augen des Gerichts die Erde.
  
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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-{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz cunnewitz marienthal streit gericht wundersagen jäger frevel meineid erde löffel hut finger schwur list gutsherr}}+{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz cunnewitz marienthal streit gericht wundersagen jäger frevel meineid erde löffel hut finger schwur list gutsherr v2}}
sagen/sagenbuchlausitzi-329.1674716688.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)