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sagen:sagenbuchlausitzi-291

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-Nahe bei [[geo:Spremberg]], jenseit der Spree, befindet sich ein Hügel, auf dem ehemals eine sehr reich dotirte Kapelle stand, die dem heiligen Georg gewidmet war. Zu dieser [[typ:Kapelle]], sagt die Sage, führt von Spremberg aus ein [[typ:geheimgang|unterirdischer Gang]]. Die Spremberger wollten einmal den Gang untersuchen und schenkten einem zum Tode verurtheilten Verbrecher das Leben, daß er den Gang untersuche und zur Georgenkapelle wieder herauskäme. Der arme Sünder war damit sehr zufrieden und machte sich auf den Weg, kam aber niemals wieder zum Vorschein. Jedermann glaubte, er sei in dem Gange verunglückt oder von bösen Geistern zerrissen worden, daher auch weiter keine Untersuchung angestellt wurde.+Nahe bei [[geo:Spremberg]], jenseit der [[region:Spree]], befindet sich ein Hügel, auf dem ehemals eine sehr reich dotirte Kapelle stand, die dem heiligen Georg gewidmet war. Zu dieser Kapelle, sagt die Sage, führt von Spremberg aus ein unterirdischer Gang. Die Spremberger wollten einmal den Gang untersuchen und schenkten einem zum Tode verurtheilten Verbrecher das Leben, daß er den Gang untersuche und zur Georgenkapelle wieder herauskäme. Der arme Sünder war damit sehr zufrieden und machte sich auf den Weg, kam aber niemals wieder zum Vorschein. Jedermann glaubte, er sei in dem Gange verunglückt oder von bösen Geistern zerrissen worden, daher auch weiter keine Untersuchung angestellt wurde.
  
-Einige Jahre später kommen einmal ein Paar Spremberger nach [[geo:Zittau]]. Wem begegnen sie dort? dem zum Tode verurtheilten armen Sünder. Sie erkennen ihn auf der Stelle, obgleich er ein wohlhabender und an gesehener Bürgersmann geworden war. Unter der Hand hat er nun den Sprembergern vertraut, wie es ihm ergangen. Wie er eine Weile in dem Gange fortgeschritten, hat er Hundegebell über sich gehört, woraus er geschlossen, daß er sich unter der Scharfrichterei befinde. Gleich darauf erschien ihm ein [[typ:Geist]] mit einem brennenden Lichte und fragte ihn, wohin er wolle. Der arme Sünder antwortet: "Ich bin zum Tode verurtheilt, wenn ich nicht auf diesem Wege zur Georgenkapelle komme." "Geh' nur fort," antwortet Jener, "Dein Glück ist gemacht." +Einige Jahre später kommen einmal ein Paar Spremberger nach [[geo:Zittau]]. Wem begegnen sie dort? dem zum Tode verurtheilten armen Sünder. Sie erkennen ihn auf der Stelle, obgleich er ein wohlhabender und an gesehener Bürgersmann geworden war. Unter der Hand hat er nun den Sprembergern vertraut, wie es ihm ergangen. Wie er eine Weile in dem Gange fortgeschritten, hat er Hundegebell über sich gehört, woraus er geschlossen, daß er sich unter der [[lex:Scharfrichterei]] befinde. Gleich darauf erschien ihm ein Geist mit einem brennenden Lichte und fragte ihn, wohin er wolle. Der arme Sünder antwortet: "Ich bin zum Tode verurtheilt, wenn ich nicht auf diesem Wege zur Georgenkapelle komme." "Geh' nur fort," antwortet Jener, "Dein Glück ist gemacht." 
  
-Hierauf kam er bald in ein Gewölbe, in welchem zwölf [[typ:statue|Apostel]] aus purem [[typ:gold|Golde]] standen, jeder etwa einen Arm lang. Hier verweilte er, bis nach seiner Berechnung der Abend angebrochen war, kehrte dann um und nahm einen der Apostel mit. +Hierauf kam er bald in ein Gewölbe, in welchem zwölf Apostel aus purem Golde standen, jeder etwa einen Arm lang. Hier verweilte er, bis nach seiner Berechnung der Abend angebrochen war, kehrte dann um und nahm einen der Apostel mit. 
  
 In's Freie gelangt ging er der Grenze Böhmens zu. Dort zerschlug er seinen goldenen Schatz, verwandelte ihn stückweise in klingende Münze und ließ sich schließlich als ehrsamer Bürger in Zittau nieder. In's Freie gelangt ging er der Grenze Böhmens zu. Dort zerschlug er seinen goldenen Schatz, verwandelte ihn stückweise in klingende Münze und ließ sich schließlich als ehrsamer Bürger in Zittau nieder.
-Die Oeffnung ist wegen eines daraus hervordringenden mörderlichen Gestankes seit vielen Jahren vermauert. Die anderen eilf Apostel warten noch immer auf ihre [[typ:Erlösung]].+Die Oeffnung ist wegen eines daraus hervordringenden mörderlichen Gestankes seit vielen Jahren vermauert. Die anderen eilf Apostel warten noch immer auf ihre Erlösung.
  
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 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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sagen/sagenbuchlausitzi-291.1673967455.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)