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sagen:sagenbuchlausitzi-256

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-[[sagen:sagenbuchlausitzI-254|<<< vorherige Sage]] |  +====== Der Schatz auf der Landeskrone - Erste Sage ======
-[[capitel:hauptschatzsagen|Sechste Abtheilung: Schatzsagen]] |  +
-[[sagen:sagenbuchlausitzI-256|nächste Sage >>>]]+
  
-====== Der Schatz verläßt den Stromberg ======+    Mündlich. Büschings Volkssagen I. 178.  
 +    Frankenberg, Leben Jakob Böhmes, Amsterd. 1715 4. S. 3. N. Lauf 
 +    Mag. 1838 S. 383. Schön's Handschrift "# Äg 29. Preusker II. 100. Akten d. Naturf.
  
-Der [[typ:Schatz]] auf dem [[region:strohmberg|Stromberge]] blieb aber nicht immer daselbst. Die ihn bewachenden typ:geist|Geister hielten es einst, vielleicht weil man demselben allmählich zu sehr auf die Spur gekommen war, für nöthig, ihn auf den felsigen Rothstein bei [[geo:Sohland]] zu bringen. Man erzählt sich davon folgende Geschichte: +In der [[region:Landeskrone]] ist von alten Zeiten her ein großer [[typ:Schatz]] vergraben. [[vip:jakobböhme|Jakob Böhme]], der berühmte Görlitzer Schuster und Philosoph hat ihn einst gesehen. Als er noch ein Knabe war und das Vieh hütete, pflegte er schon, in tiefsinnigen Betrachtungen versunken sich von seinen Gefährten abzusondern. So kam er einmal in Gedanken in der Mittagsstunde auf den Berg. Auf dem Gipfel fand er einen Eingang, wie von rothen Steinen gemauert, und als er hineinging, erblickte er eine große Bütte mit Gold. Er erschrak aber so sehr darüber, daß er eiligst zurückging, ohne sich Etwas von dem Gelde zu nehmen. Als er nachher mit andern Knaben mehr mals auf den Berg stieg, konnte er den Eingang nicht mehr finden.
  
-Ein Paar [[typ:bauer|Bauern]] aus dortiger Gegend ackerten einst am Fuße des Strombergs; plötzlich kam ein kleines [[typ:grauesmännchen|graues Männchen]], sie wußten selbst nicht recht woher, auf sie zu und verlangte, daß sie ihm sogleich ein Gespann von sechs rothen typ:ochse|Ochsen verschaffen sollten, weil die [[typ:Braupfanne]] mit dem großen Schatze des Strombergs von diesem auf den benachbarten Rothstein gebracht werden sollte. In nicht geringer [[typ:Angst]] vor dem [[typ:berggeist|Berggeiste]] gab ihm unverzüglich jeder den an seinen [[typ:Pflug]] gespannten Ochsen, und zum Glück waren es lauter rothe. Dann holten sie schleunig aus dem Dorfe noch ein anderes Paar rothe Ochsen. Das Bergmännchen fragte sie darauf, ob sie die Wegführung des großen Schatzes sehen oder hören wollten. Eins von beiden dürften sie wählen. Die beiden Bauern hatten Angst und sagten, sie wollten sich gern mit dem bloßen Hören begnügen. Aber Zittern und Beben ergriff sie, als sie nun die Erde unter sich dröhnen und den großmächtigen Schatz wie einen gewaltigen [[typ:Donner]] dahin brausen hörten.+Im 17. Jahrhunderte hat sich ein berühmter Schatzgräber zu [[geo:forstlausitz|Forste]], Namens Bernhard Adelmann, dem Magistrat zu [[geo:Görlitz]] angeboten und gesagt, er wollte den Schatz heben. Aber er hat zu viel für sich selbst verlangt. 
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 +Eine andere Sage berichtet, es habe ihn ein fremder [[wesen:Schwarzkünstler]] gehoben und hinweggeführt, habe aber dadurch einen Fluch auf sich geladen, daß er eines schmählichen Todes verstorben.  
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 +Zur [[zeit:weihnachten|Weihnachtszeit]] um Mitternacht kann man den Eingang finden. Zum Schlüsselloche paßt ein jeder Kanzelschlüssel, welchen man in der Christnacht abziehen muß. Andere sagen, es müsse der Kanzelschlüssel aus der Görlitzer Peterskirche sein und man brauche dazu die ebendaselbst liegende große Habermann'sche Altarbibel. 
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 +Auch heißt es, daß der Schatz gehoben werden könnte, wenn soviel reine Jungfrauen zusammen kämen, daß der Berg durchgesägt werden könnte. Daher sagt man von einer spröden Jungfrau, die nicht heirathen mag, sondern ohne Grund einem ehrlichen Burschen einen Korb giebt: „Sie will warten, bis die Landskrone durchgesägt wird und dabei helfen“.
  
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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