sagen:sagenbuchlausitzi-249
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:sagenbuchlausitzi-249 [2024/04/25 11:58] – ewusch | sagen:sagenbuchlausitzi-249 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
| ====== Der Geldkeller auf dem Löbauer Berge - Dritte Sage ====== | ====== Der Geldkeller auf dem Löbauer Berge - Dritte Sage ====== | ||
| - | Es begab sich einst, daß eine arme Frau auf dem [[region: | + | Es begab sich einst, daß eine arme Frau auf dem [[region: |
| Auf diesen Tisch nun setzte sie das Kindlein nieder, damit es spielen möge mit den herrlichen Früchten; sie aber scharrte und sammelte so viel des blanken Goldes in ihre Schürze, als sie nur ertragen konnte, und trug es fürbaß aus dem Keller hinaus. - Alsbald nun kehrte sie wieder um, daß sie auch ihr Kindlein sich nach holen möge, was sie versäumt hatte über dem unterirdischen Mammon. Aber, o Jammer! nimmer und nimmer konnte sie jetzt die Thüre des Kellers wie der gewahren, zu der sie doch nur eben erst war herausgetreten, | Auf diesen Tisch nun setzte sie das Kindlein nieder, damit es spielen möge mit den herrlichen Früchten; sie aber scharrte und sammelte so viel des blanken Goldes in ihre Schürze, als sie nur ertragen konnte, und trug es fürbaß aus dem Keller hinaus. - Alsbald nun kehrte sie wieder um, daß sie auch ihr Kindlein sich nach holen möge, was sie versäumt hatte über dem unterirdischen Mammon. Aber, o Jammer! nimmer und nimmer konnte sie jetzt die Thüre des Kellers wie der gewahren, zu der sie doch nur eben erst war herausgetreten, | ||
| - | Und als nun wiederum die Zeit der Ostern herbeigekommen war und die Stunde, wo man vom Chore herab die Passion absang, ging das Weib abermals hinaus die Stelle zu suchen, wo sie vorm Jahre so glücklich und doch so unglücklich gewesen; und siebe! da öffnete sich mit einem Male wieder jene unterirdische Pforte mit ihren Karfunkeln gleich blitzenden Schätzen. Sie aber, thränend und sehnend, sah nichts denn ihr Kindlein, das immer noch auf jenem runden Tische sitzend, wohin sie es einst gesetzet, munter spielte mit den frischen Aepfeln und freundlich die Arme ihr entgegenstreckte. Gar gern wählte sie diesmal für all die todten Schätze den lebenden. Doch als sie mit ihm das Sonnenlicht erreichte, erblich das Kindlein ihr in den Armen. | + | Und als nun wiederum die Zeit der [[zeit:Ostern]] herbeigekommen war und die Stunde, wo man vom Chore herab die Passion absang, ging das Weib abermals hinaus die Stelle zu suchen, wo sie vorm Jahre so glücklich und doch so unglücklich gewesen; und siebe! da öffnete sich mit einem Male wieder jene unterirdische Pforte mit ihren Karfunkeln gleich blitzenden Schätzen. Sie aber, thränend und sehnend, sah nichts denn ihr Kindlein, das immer noch auf jenem runden Tische sitzend, wohin sie es einst gesetzet, munter spielte mit den frischen Aepfeln und freundlich die Arme ihr entgegenstreckte. Gar gern wählte sie diesmal für all die todten Schätze den lebenden. Doch als sie mit ihm das Sonnenlicht erreichte, erblich das Kindlein ihr in den Armen. |
| Eine andere Sage erzählt, das Kind habe nur eine dreitägige Ohnmacht befallen, die von einem wunderthätigen Manne mit Hülfe der im dicht daneben liegenden Kräutergärtlein wachsenden Heilkräuter gehoben worden sei. Das Kind war selbst als Mann nie wieder auf den Berg zu bringen gewesen und in die weite Welt gegangen. | Eine andere Sage erzählt, das Kind habe nur eine dreitägige Ohnmacht befallen, die von einem wunderthätigen Manne mit Hülfe der im dicht daneben liegenden Kräutergärtlein wachsenden Heilkräuter gehoben worden sei. Das Kind war selbst als Mann nie wieder auf den Berg zu bringen gewesen und in die weite Welt gegangen. | ||
sagen/sagenbuchlausitzi-249.1714039083.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
