sagen:sagenbuchlausitzi-223
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| - | Es waren aber einmal zu Neukirch drei junge Burschen, der Lieb, der Lob und der Ehregott. Und der Lieb hatte zu Hause im Bodenwinkel ein [[typ:Buch]] gefunden, das von geheimen Dingen handelte. Und er sagte es dem Lob, und der Lob sagte es dem Ehregott, und sie beschlossen, | + | Es waren aber einmal zu Neukirch drei junge Burschen, der Lieb, der Lob und der Ehregott. Und der Lieb hatte zu Hause im Bodenwinkel ein Buch gefunden, das von geheimen Dingen handelte. Und er sagte es dem Lob, und der Lob sagte es dem Ehregott, und sie beschlossen, |
| - | Als die alte [[typ:uhr|Wanduhr]] [[zeit:Mitternacht]] zu schlagen begann, da fing Lieb an zu lesen Wort für Wort und die Gefährten horchten aufmerksam zu. Und es dauerte auch nicht lange, da entstand ein sonderbares Geräusch in der Ofenpfanne, der Deckel hob sich und heraus sprang ein kohlschwarzer | + | Als die alte Wanduhr Mitternacht zu schlagen begann, da fing Lieb an zu lesen Wort für Wort und die Gefährten horchten aufmerksam zu. Und es dauerte auch nicht lange, da entstand ein sonderbares Geräusch in der Ofenpfanne, der Deckel hob sich und heraus sprang ein [[wesen:schwarzerziegenbock|kohlschwarzer |
| - | Aber Lieb war einmal im Eifer und las immer lauter und schneller. Da that sich der Deckel der kupfernen Pfanne von neuem auf und heraus kam allerhand unheimliches Gethier und die Stube füllte sich mit schwerfälligen | + | Aber Lieb war einmal im Eifer und las immer lauter und schneller. Da that sich der Deckel der kupfernen Pfanne von neuem auf und heraus kam allerhand unheimliches Gethier und die Stube füllte sich mit schwerfälligen Eulen, krächzenden Krähen, plappernden Elstern, schwirrenden Fledermäusen, |
| Der Pfarrer saß noch zwischen seinen großen Büchern in der Studirstube, | Der Pfarrer saß noch zwischen seinen großen Büchern in der Studirstube, | ||
| - | Gott sei Dank, ich komme nicht zu spät, rief der Pfarrer, als sie auf den Kampfplatz traten, ergriff das Buch und las die [[typ:Beschwörung]] ohne alle Umstände rückwärts, | + | Gott sei Dank, ich komme nicht zu spät, rief der Pfarrer, als sie auf den Kampfplatz traten, ergriff das Buch und las die Beschwörung ohne alle Umstände rückwärts, |
| - | Dankt Gott, daß ich noch fertig wurde, sprach er sodann. Wäre nach dem Schlage Eins noch ein einziges dieser Höllenthiere hier verblieben, so hätte Euch der [[typ:teufel|Böse]] den [[typ: | + | Dankt Gott, daß ich noch fertig wurde, sprach er sodann. Wäre nach dem Schlage Eins noch ein einziges dieser Höllenthiere hier verblieben, so hätte Euch der [[wesen:Böse]] den Hals umgedreht. Ach, Herr Pfarrer, rief der Lob, ich bin am ganzen Leibe wie zerschlagen. Ach, Herr Pfarrer, rief der Ehregott, ich habe einen Knacks davon mein Lebelang. Aber der Pfarrer sagte ernst: Es hätte Euch der Seelen Seligkeit kosten können. Versprecht mir feierlich, nie mehr dergleichen zu versuchen. Das thaten sie zerknirschten Herzens. Der Pfarrer nahm das Zauberbuch zu sich und die Braupfanne mit Gold ruht noch bis auf diese Stunde im Falkenberge, |
| - | Als Pastor Pech's Frau gestorben war und die Träger mit der [[typ:Leiche]] schon vor dem Pfarrhause standen, da soll die Selige aus einem [[typ:Fenster]] im ersten Stock ihrer Beerdigung zugesehen haben. Alles sei erstarrt vor Erstaunen und Furcht, der Pfarrer aber, schnell gefaßt, habe ein weißes Taschentuch hervor gezogen und nach dem Fenster hinauf gewinkt, darauf sei die Erscheinung sogleich verschwunden. | + | Als Pastor Pech's Frau gestorben war und die Träger mit der Leiche schon vor dem Pfarrhause standen, da soll die Selige aus einem Fenster im ersten Stock ihrer Beerdigung zugesehen haben. Alles sei erstarrt vor Erstaunen und Furcht, der Pfarrer aber, schnell gefaßt, habe ein weißes Taschentuch hervor gezogen und nach dem Fenster hinauf gewinkt, darauf sei die Erscheinung sogleich verschwunden. Bei seinem eigenen Begräbniß 1808 soll er aber auch selbst zugesehen haben. Man zeigt noch die Maueröffnung am Kirchthurm, wo seine ehrwürdige Gestalt stand. |
| - | Bei seinem eigenen Begräbniß 1808 soll er aber auch selbst zugesehen haben. Man zeigt noch die Maueröffnung am Kirchthurm, wo seine ehrwürdige Gestalt stand. | + | |
| - | Vor seinem Tode hatte er seinen Angehörigen befohlen, einige seiner Bücher, namentlich das sechste und siebente Buch Moses, in deren Besitz er war, gleich nach seinem Ende zu verbrennen. Als dies nicht geschah, ließ sich der Geist des Pfarrers mehrmals mahnend sehen. Einmal soll er sogar durch die Esse, gleich einem Sturme, eingefahren sein, worüber eine [[typ: | + | Vor seinem Tode hatte er seinen Angehörigen befohlen, einige seiner Bücher, namentlich das sechste und siebente Buch Moses, in deren Besitz er war, gleich nach seinem Ende zu verbrennen. Als dies nicht geschah, ließ sich der Geist des Pfarrers mehrmals mahnend sehen. Einmal soll er sogar durch die Esse, gleich einem Sturme, eingefahren sein, worüber eine [[typ: |
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