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sagen:sagenbuchlausitzi-222

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-[[capitel:hauptzaubersagen|Fünfte Abtheilung: Zaubersagen]] | +**[[capitel:hauptzaubersagen|Fünfte Abtheilung: Zaubersagen]]** 
 [[sagen:sagenbuchlausitzI-223|nächste Sage >>>]] [[sagen:sagenbuchlausitzI-223|nächste Sage >>>]]
  
-====== Der kluge Mönch von Kamenz (Haupt) ======+====== Der kluge Mönch von Kamenz ======
  
     N. L. Mag. 1832, 446, 1838, 131.      N. L. Mag. 1832, 446, 1838, 131. 
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     O. L. Kirchengalerie S. 49.     O. L. Kirchengalerie S. 49.
  
-Im [[geo:kamenz|Kamenzer]] Franziskaner-Kloster lebte im 16. Jahrhundert ein verrufener [[typ:Mönch]] mit Namen Matthäus Rudolph. Woher er stammte, ist ungewiß, Einige nennen [[geo:Annaberg]] in [[land:Sachsen]], Andere [[geo:Geyer]] in [[land:bayern|Baiern]] als seinen Geburtsort, noch Andere sagen, er sei der uneheliche Sohn eines lausitzischen Adligen, Namens [[familie:pflugk|von Pflugk]], gewesen. Dieser Mönch hatte in [[geo:Leipzig]] und Paris die [[typ:zauberei|schwarze Kunst]] und andere geheime Wissenschaften erlernt, war von der evangelischen Lehre zum Papstthum zurückgetreten, hatte sein Eheweib [[typ:gift|vergiftet]] und um dem [[typ:Galgen]] zu entgehen die [[typ:kutte|Mönchskutte]] genommen. Vom Kamenzer [[typ:Kloster]] aus verfolgte er die Evangelischen mit seinen Zaubereien, brachte viele zum Papstthum zurück, machte aber auch allerlei Wunderkuren. Er besaß Geistersiegel, Krystallspiegel, [[typ:alraunmännchen|Galgenmännlein]], Wünschelruthen und allerlei wunderliche [[typ:Kräuter]] und Thiere.+Im [[geo:kamenz|Kamenzer]] Franziskaner-Kloster lebte im 16. Jahrhundert ein verrufener Mönch mit Namen Matthäus Rudolph. Woher er stammte, ist ungewiß, Einige nennen [[geo:Annaberg]] in [[land:Sachsen]], Andere [[geo:Geyer]] in [[land:bayern|Baiern]] als seinen Geburtsort, noch Andere sagen, er sei der uneheliche Sohn eines lausitzischen Adligen, Namens [[familie:pflugk|von Pflugk]], gewesen. Dieser Mönch hatte in [[geo:Leipzig]] und Paris die schwarze Kunst und andere geheime Wissenschaften erlernt, war von der evangelischen Lehre zum Papstthum zurückgetreten, hatte sein Eheweib vergiftet und um dem Galgen zu entgehen die Mönchskutte genommen. Vom Kamenzer Kloster aus verfolgte er die Evangelischen mit seinen Zaubereien, brachte viele zum Papstthum zurück, machte aber auch allerlei Wunderkuren. Er besaß Geistersiegel, Krystallspiegel, [[wesen:alraunmännchen|Galgenmännlein]], Wünschelruthen und allerlei wunderliche Kräuter und Thiere.
  
-Einst, als man einem [[typ:schmiede|Goldschmiede]] ein Stück Goldes zum Verarbeiten gebracht, dieser es aber wegen seiner Härte nicht zwingen konnte, nahm er zu Bruder Rudolph seine Zuflucht, welcher das [[typ:Gold]] mit einem Pulver einrieb, wodurch es sofort fügsam wurde.  +Einst, als man einem Goldschmiede ein Stück Goldes zum Verarbeiten gebracht, dieser es aber wegen seiner Härte nicht zwingen konnte, nahm er zu Bruder Rudolph seine Zuflucht, welcher das Gold mit einem Pulver einrieb, wodurch es sofort fügsam wurde.  
-Viele vornehme Leute besuchten seine Zelle, um sich [[typ:ratschlag|Rath]] bei ihm zu erholen und er sammelte durch seine Zauberkünste unermeßliche [[typ:reichtum|Reichthümer]]+Viele vornehme Leute besuchten seine Zelle, um sich Rath bei ihm zu erholen und er sammelte durch seine Zauberkünste unermeßliche Reichthümer. 
  
-Um Lätare des Jahres 1562 starb Bruder Rudolph plötzlich in Seitschen, auf der Rückreise von einem reichen Manne, den er kurirt hatte. Bei seinem Tode erhob sich ein gewaltiger [[typ:Sturm]] mit [[typ:Donner]][[typ:Hagel]] und [[typ:Blitz]]. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt, Fenster eingeschlagen, und nicht eher legte sich der Sturm, als bis der [[typ:Teufel]] seine [[typ:Seele]] geholt hatte. +Um Lätare des Jahres 1562 starb Bruder Rudolph plötzlich in Seitschen, auf der Rückreise von einem reichen Manne, den er kurirt hatte. Bei seinem Tode erhob sich ein gewaltiger Sturm mit Donner, Hagel und Blitz. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt, Fenster eingeschlagen, und nicht eher legte sich der Sturm, als bis der [[wesen:Teufel]] seine Seele geholt hatte. 
  
-Noch nach seinem Tode wurde der Prozeß wegen [[typ:Zauberei]] gegen ihn angestrengt. Seine [[typ:Magd]] und ihr Sohn gestanden auf der [[typ:Folter]], daß der Verstorbene ein Hexenmeister gewesen und daß sie ihm bei seinen Zaubereien thätliche Hülfe geleistet. Beide wurden im Jahre 1564 [[typ:hinrichtung|hingerichtet]].+Noch nach seinem Tode wurde der Prozeß wegen Zauberei gegen ihn angestrengt. Seine Magd und ihr Sohn gestanden auf der Folter, daß der Verstorbene ein Hexenmeister gewesen und daß sie ihm bei seinen Zaubereien thätliche Hülfe geleistet. Beide wurden im Jahre 1564 hingerichtet.
  
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
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