Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:sagenbuchlausitzi-215

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:sagenbuchlausitzi-215 [2023/01/13 12:03] ewuschsagen:sagenbuchlausitzi-215 [2025/01/30 17:56] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 [[sagen:sagenbuchlausitzI-214|<<< vorherige Sage]] |  [[sagen:sagenbuchlausitzI-214|<<< vorherige Sage]] | 
-[[capitel:hauptzaubersagen|Fünfte Abtheilung: Zaubersagen]] |  +**[[capitel:hauptzaubersagen|Fünfte Abtheilung: Zaubersagen]]** |  
 [[sagen:sagenbuchlausitzI-216|nächste Sage >>>]] [[sagen:sagenbuchlausitzI-216|nächste Sage >>>]]
  
Zeile 7: Zeile 7:
     Frenzel, hist. natur. II. 1085. msc.     Frenzel, hist. natur. II. 1085. msc.
  
-Im September 1682 ist von Südwesten her nach der [[region:Lausitz]] eine große Viehseuche gekommen, welche alle vierundzwanzig Stunden um zwei Meilen Länge und vier Meilen Breite vorrückte, und unter dem [[typ:rind|Rindvieh]] und den [[typ:pferd|Pferden]] gräßlich wüthete, indem sie denselben die Zungen anfraß, also daß sie faulten und dann binnen Kurzem der [[typ:Tod]] eintrat. Diese Viehseuche ist durch Zauberei bewirkt worden, welche in einer damals zu [[geo:bautzen|Budissin]] herausgekommenen Schrift folgendermaßen erzählt wird:+Im September 1682 ist von Südwesten her nach der [[region:Lausitz]] eine große Viehseuche gekommen, welche alle vierundzwanzig Stunden um zwei Meilen Länge und vier Meilen Breite vorrückte, und unter dem Rindvieh und den Pferden gräßlich wüthete, indem sie denselben die Zungen anfraß, also daß sie faulten und dann binnen Kurzem der Tod eintrat. Diese Viehseuche ist durch Zauberei bewirkt worden, welche in einer damals zu [[geo:bautzen|Budissin]] herausgekommenen Schrift folgendermaßen erzählt wird:
    
-„Es sind zwei [[volk:Franzosen]] ins [[land:schweiz|Schweizerland]] zu einer Kindbetterin gekommen, aber verkleidet; einer hatte eine [[typ:kutte|Mönchskutte]] angehabt, der andere eine Kapuzinerkutte. Diese haben von der Kindbetterin, als ihr Mann nicht zu Hause gewesen, begehret drei Tropfen von ihrer [[typ:Milch]] und drei [[typ:haar|Haare]] aus ihrem Haupte; sie aber hat's ihnen diesmal verweigert und gesagt, es könne jetzt nicht sein, sie sollten in zwei Stunden wieder kommen. Während dieser Zeit aber kömmt ihr Mann nach Hause, da erzählet ihm die Frau gleich, was die zwei [[typ:mönch|Mönche]] von ihr begehret haben; als er aber vernommen, daß sie ihrem Begehren nicht nachgekommen, ist er ganz freudig gewesen, jedoch zu ihr gesagt, sie solle drei Tropfen Kuhmilch nehmen und drei Haare aus einem Füllenschweif ziehen und so sie wieder kämen, es ihnen geben. +„Es sind zwei [[volk:Franzosen]] ins [[land:schweiz|Schweizerland]] zu einer Kindbetterin gekommen, aber verkleidet; einer hatte eine Mönchskutte angehabt, der andere eine Kapuzinerkutte. Diese haben von der Kindbetterin, als ihr Mann nicht zu Hause gewesen, begehret drei Tropfen von ihrer Milch und drei Haare aus ihrem Haupte; sie aber hat's ihnen diesmal verweigert und gesagt, es könne jetzt nicht sein, sie sollten in zwei Stunden wieder kommen. Während dieser Zeit aber kömmt ihr Mann nach Hause, da erzählet ihm die Frau gleich, was die zwei Mönche von ihr begehret haben; als er aber vernommen, daß sie ihrem Begehren nicht nachgekommen, ist er ganz freudig gewesen, jedoch zu ihr gesagt, sie solle drei Tropfen Kuhmilch nehmen und drei Haare aus einem Füllenschweif ziehen und so sie wieder kämen, es ihnen geben. 
  
-Siehe, die Mönche kommen auf benannte Stunde und begehren dasjenige wie zuvor. Die Kindbetterin giebt's ihnen wie ihr Mann befohlen. Sie nehmens und gehen damit fort, nehmen hiernach ein Glas, thun diese Stücke darein und treiben damit [[typ:zauberei|Hexerei]], geben sodann das Glas einem Buben in die Hand und heißen ihn damit auf einen Baum steigen, da solle er in das Glas sehen. Sie fragen ihn zum ersten Male, was er sähe; er antwortet: nichts. Als sie aber zum dritten Male fragen, antwortet er, er sähe ein ganzes Feld voll todtes Vieh. Da sie dieses höreten, sprachen sie gleich zu sammen: wir sind betrogen.“+Siehe, die Mönche kommen auf benannte Stunde und begehren dasjenige wie zuvor. Die Kindbetterin giebt's ihnen wie ihr Mann befohlen. Sie nehmens und gehen damit fort, nehmen hiernach ein Glas, thun diese Stücke darein und treiben damit Hexerei, geben sodann das Glas einem Buben in die Hand und heißen ihn damit auf einen Baum steigen, da solle er in das Glas sehen. Sie fragen ihn zum ersten Male, was er sähe; er antwortet: nichts. Als sie aber zum dritten Male fragen, antwortet er, er sähe ein ganzes Feld voll todtes Vieh. Da sie dieses höreten, sprachen sie gleich zu sammen: wir sind betrogen.“
  
-„Es haben aber die zwei obigen Zauberer auch noch andere vier in das Mailändische geschickt, die mit der Kuhmilch dergleichen verfluchte [[typ:Zauberei]] angerichtet.“+„Es haben aber die zwei obigen Zauberer auch noch andere vier in das Mailändische geschickt, die mit der Kuhmilch dergleichen verfluchte Zauberei angerichtet.“
  
 //Anmerkungen: // //Anmerkungen: //
Zeile 23: Zeile 23:
 //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862// //Quelle: [[autor:karlhaupt|Karl Haupt]], [[buch:sagenbuch_der_lausitz|Sagenbuch der Lausitz]], Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,1862//
 ---- ----
-{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz bautzen 1682 zauberer milch haar mönch kutte viehseuche zauberei zaubersagen}}+{{tag>sagen karlhaupt sagenbuchderlausitz1 oberlausitz bautzen 1682 zauberer milch haar wöchnerin mönch kutte viehseuche zauberei zaubersagen v2}}
sagen/sagenbuchlausitzi-215.1673607791.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)