sagen:sagenbuchlausitzi-212
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| - | Es war einmal ein Graf und eine Gräfin, die waren unermeßlich reich und hatten nur ein einziges Töchterlein, | + | Es war einmal ein Graf und eine Gräfin, die waren unermeßlich reich und hatten nur ein einziges Töchterlein, |
| - | Eines Tages aber kam eine alte [[typ: | + | Eines Tages aber kam eine alte Bettlerin vor das Schloß. Die stand vor der Thüre und bettelte. Das Fräulein eilte hinab, um ihr ein Almosen zu geben, und die Eltern sahen zum Fenster hinaus. Sie hatte aber ihr silbernes Kreuz in der Kammer liegen lassen. Da kam plötzlich ein goldener Wagen durch die Luft gefahren. Den zogen zwei fliegende Rosse und darinnen saß ein wunderschöner Knabe mit lichten Locken. Die Jungfrau wollte entfliehen, aber die Thüre war ins Schloß gefallen. Da ergriff sie der Knabe, hob sie auf den Wagen und führte sie weit hinweg über die Berge in das Schloß des Zauberers. Die Eltern jammerten und klagten Tag und Nacht, aber die Jungfrau kam nicht wieder. |
| - | Nach vielen Jahren aber kam der [[typ:Einsiedler]] zu den einsamen Eltern und sie flehten ihn an, ihnen ihr Töchterlein wieder zu verschaffen. Er war aber ein heiliger Mann und konnte | + | Nach vielen Jahren aber kam der Einsiedler zu den einsamen Eltern und sie flehten ihn an, ihnen ihr Töchterlein wieder zu verschaffen. Er war aber ein heiliger Mann und konnte Wunder thun. Er führte die Eltern auf einen nahe gelegenen Berg. Da war eine Thür im Felsen. Durch die kamen sie in eine große Höhle. Die war herrlich erleuchtet von vielen Tausend Lampen, und in der Mitte stand ein krystallner Sarg. Da lag das holde Töchterlein in all ihrer Schönheit und frisch und roth, als wenn sie lebte, aber regungslos und stumm. Täglich gingen die Eltern in die Höhle und schmückten den Sarg mit Blumen und pflegten ihrer wie einer Lebenden. Jedesmal aber, wenn sie fortgingen, legten sie einen Stein unter den Sarg. Als sie starben begrub man sie in das Gewölbe, aber der Sarg war verschwunden; |
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